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Rente im Ausland verbringen: Diese Dokumente dürfen Sie nicht vergessen

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Von: Karolin Schäfer

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Den Ruhestand am Strand genießen? Viele Rentnerinnen und Rentner möchten für ihren Lebensabend auswandern. Was Sie wissen müssen, hier im Überblick.

Frankfurt – Das Rentenalter ist erreicht. Und was nun? Einige Rentnerinnen und Rentner träumen davon, ihren Ruhestand im Ausland zu verbringen. Viele versprechen sich davon nicht nur mehr Sonnenstunden, sondern auch geringere Lebenshaltungskosten.

Wer nur vorübergehend im Ausland unterwegs ist, muss sich bezüglich der Rente keine Gedanken machen. Diese wird weiterhin monatlich ausgezahlt. Wollen Sie allerdings dauerhaft auswandern, muss einiges beachtet werden. Wir erklären im Überblick, worauf Sie achten müssen.

GeburtsjahrRegelaltersgrenze
1947 bis 1963schrittweise Erhöhung bis 67 Jahren
Ab 196467 Jahre

Rente im Ausland: Was sind die beliebtesten Länder für den Ruhestand?

Immer mehr Deutsche beziehen ihre Rente im Ausland. Die Zahl der Rentnerinnen und Rentner außerhalb Deutschlands stieg 2020 auf 248.000. Das geht aus einer Statistik der Deutschen Rentenversicherung hervor. Die meisten Renten wurden demzufolge an über 27.000 Deutsche in Österreich gezahlt, gefolgt von der Schweiz mit knapp 27.000 Renten. In die USA gingen rund 23.000 Rentenzahlungen.

Um die Altersrente auch im Ausland beziehen zu können, müssen einige Dinge beachtet werden.
Um die Altersrente auch im Ausland beziehen zu können, müssen einige Dinge beachtet werden. © Maria Maar/imago

Beliebt sind auch südostasiatische Länder wie Thailand oder Indonesien. Dort sind die Lebenshaltungskosten bekanntlich niedriger als hier. „Thailand ist ein schönes Land, um seinen Ruhestand zu verbringen, solange man gesund ist“, teilte der deutsche Hilfsverein in Thailand (DHV) mit. Wer nicht ausreichend krankenversichert ist und möglicherweise behandelt werden muss, solle „vorsichtshalber in Deutschland bleiben“. Die vermeintliche Rente im Paradies in Thailand kann also auch mit Problemen verbunden sein.

Altersvorsorge: Wie wird die Auslands-Rente beantragt?

Fest steht: Wer in Deutschland in die Rentenkasse gezahlt hat, kann seinen Ruhestand verbringen, wo er oder sie möchte. Ob im Ausland oder hierzulande, die Deutsche Rentenversicherung empfiehlt, den Rentenantrag etwa drei Monate vor dem beabsichtigten Beginn einzureichen.

Wer bereits Rente bezieht, sollte dem Renten-Service der Deutschen Post spätestens zwei Monate vor Umzug mitteilen, dass Sie in ein anderes Land ziehen wollen. Dann kann gewährleistet werden, dass die Rente ohne Unterbrechung weiter gezahlt wird.

Rente im europäischen Ausland: Das müssen Sie beachten

Wer künftig dauerhaft in einem Land der Europäischen Union (EU), Island, Liechtenstein, Norwegen oder der Schweiz leben möchte, für den ändert sich kaum etwas. „Wir überweisen Ihre Rente in der bisherigen Höhe auf ein Konto Ihrer Wahl“, erklärt die Deutsche Rentenversicherung. Nur in einzelnen Fällen kann es zu Rentenkürzungen kommen, wenn der deutsche Rentenanspruch zum Teil auch Zeiten im Ausland beinhaltet.

Rente außerhalb der EU: Das gilt bei Ländern mit Sozialversicherungsabkommen

Mit zahlreichen Ländern außerhalb der EU hat Deutschland Sozialversicherungsabkommen geschlossen. Diese sorgen dafür, dass für die Rente keine Nachteile entstehen. Deshalb ändert sich in der Regel auch hier nichts für Rentnerinnen und Rentner.

Einschränkungen kann es allerdings geben, wenn in der deutschen Rente Zeiten nach dem Fremdrentengesetz enthalten sind. Das trifft beispielsweise zu, wenn Sie Zeiten „als Vertriebene oder Vertriebener oder als Aussiedlerin oder Aussiedler für ihre Arbeit in den osteuropäischen Herkunftsgebieten erhalten haben“, informierte die Deutsche Rentenversicherung.

Wer sich für einen Umzug in ein Land ohne Sozialversicherungsabkommen entschlossen hat, muss mit weiteren Einschränkungen bei der Rente rechnen. In jedem Fall wird empfohlen, sich vor dem Umzug ins Ausland beraten zu lassen. Das ist beispielsweise bei der Deutschen Rentenversicherung oder Sozialverbänden möglich.

Rente im Ausland: Dieses Dokument wird benötigt

Nach einem Umzug ins Ausland prüft der Renten-Service der Deutschen Post im Auftrag der Deutschen Rentenversicherung jedes Jahr, ob die Rentenempfängerinnen und -empfänger noch leben. Die sogenannte Lebensbescheinigung kommt meist in der Mitte des Jahres und muss bestätigt zurückgesendet werden, um eine lückenlose Rentenzahlung zu gewährleisten. „Bestätigungen nehmen alle Behörden und Rentenversicherungsträger sowie Geldinstitute und die deutschen Auslandsvertretungen vor“, führt die Deutsche Rentenversicherung aus.

Wer seinen Ruhestand in Belgien, Finnland, Israel, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Österreich, Polen, Schweden, der Schweiz oder Spanien verbringt, benötigt keine Bescheinigung. Dort melden die Behörden den Tod der Empfängerin oder des Empfängers automatisch.

Ruhestand im Ausland: Muss die Rente im Ausland versteuert werden?

Auch im Ausland muss die Rente versteuert werden. Bei einem Aufenthalt von mehr als sechs Monaten sind Rentnerinnen und Rentner beschränkt steuerpflichtig. Demnach gilt kein Grundfreibetrag mehr, teilte der Verbraucher-Ratgeber Finanztip mit. Das steuerpflichtige Einkommen wird dann komplett versteuert. Vergünstigungen wie das Ehegattensplitting, außergewöhnliche Belastungen und Freibeträge für Kinder fallen weg.

In einigen Ländern besteht ein Dop­pel­be­steu­er­ungs­ab­kom­men (DBA) mit Deutschland. Das regelt, ob Steuern in der Bundesrepublik oder im Wohnsitzstaat gezahlt werden müssen. Wer eine gesetzliche Rente bezieht, aber in Österreich wohnt, muss laut DBA nur in Deutschland Steuern zahlen. Das Bundesfinanzministerium bietet dazu eine Übersicht aller Länder mit dem Abkommen.

Rund um die Rente ranken sich zahlreiche Irrtümer. Ein Überblick, was Sie zur Altersvorsorge wissen müssen. (kas)

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