1. Startseite
  2. Wirtschaft

Rente woanders verbringen: Werden Auslandsrenten doppelt versteuert?

Erstellt:

Von: Tanja Koch

Kommentare

Arbeitszeiten Ausland Rentenanspruch Rente
Arbeitszeiten im Ausland können für den späteren Rentenanspruch relevant sein - jedes Land zahlt dann die Leistung aus den dort zurückgelegten Zeiten. © Frank Rumpenhorst/dpa/dpa-tmn

Wer nach der Berufstätigkeit nach Deutschland zieht, erhält seine Rente vom Staat des ehemaligen Wohnsitzes. Doch fallen Steuern dann doppelt an?

Berlin/Neustadt a.d.W. – Rente auf Mallorca oder in Thailand – Senioren, die ihren Lebensabend in wärmeren Klimazonen verbringen wollen, sind inzwischen keine Seltenheit mehr. In den vergangenen Jahren stieg die Anzahl um rund 37 Prozent. Doch es gibt auch Ruheständler aus anderen Ländern, die nach Ende ihrer Berufstätigkeit nach Deutschland gezogen sind. In beiden Fällen dürfte sich eine Frage stellen: Wie werden Auslandsrenten versteuert?

Wie die deutsche Rentenversicherung erklärt, gilt hierzulande seit 2005 die sogenannte „nachgelagerte Besteuerung“. Das bedeutet, dass während der Phase der Berufstätigkeit auf Altersvorsorge-Beiträge keine Steuer anfällt, sondern erst mit Auszahlung der Rente.

Auslandsrente: Wie die Besteuerung erfolgt, ist von Land zu Land unterschiedlich

Wer nach Rentenbeginn aus einem anderen Land nach Deutschland zieht, hat womöglich bereits längst Steuern auf seine Altersvorsorge-Beiträge gezahlt. „Um eine doppelte Besteuerung zu vermeiden, hat Deutschland mit vielen Ländern sogenannte Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen“, erklärt die Deutsche Rentenversicherung. Betroffene sollen sich deshalb bei Finanzamt, Lohnsteuerhilfeverein oder Steuerberater:in informieren.

Wie der Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V. erklärt, sollte jede:r Renter:in prüfen, ob ein solches Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen Deutschland und dem zahlenden Staat vereinbart ist. Dabei gebe es drei mögliche Szenarien:

Sieht das DBA vor, dass die Steuer auf die ausländische Rente im Ansässigkeitsstaat anfällt, müsse die Rente aus dem ehemaligen Wohnort nach dem Umzug nach Deutschland hierzulande versteuert werden. Wer bereits Steuern an den zahlenden Staat abgegeben hat, müsse sie dort zurückerstatten lassen.

Auslandsrenten werden dank Abkommen und Anrechnungsmöglichkeit nicht doppelt besteuert

Bei einer Besteuerung im Quellen- beziehungsweise Kassenstaat sei die Rente in Deutschland steuerfrei, die Abgaben müssen an den ehemaligen Ansässigkeitsstaat gezahlt werden. In Deutschland jedoch gelte der sogenannte Progressionsvorbehalt: Bei der Ermittlung des Steuersatzes werde die ausländische Rente berücksichtigt. Das ist etwa von Bedeutung, wenn eine Person auch in Deutschland berufstätig war und somit auch Rentenzahlungen von der Deutschen Rentenversicherung erhält. Auf diesen Anteil der Rente fällt dann ein höherer Steuersatz an.

Besteht sowohl im Ansässigkeitsstaat als auch im Quellenstaat eine Steuerpflicht auf die Rente, so könne man sich in Deutschland die nachgewiesene und keinem Ermäßigungsanspruch unterliegende ausländische Steuer anrechnen lassen, damit eine Doppelbesteuerung der Auslandsrente vermieden wird. (tk)

Auch interessant

Kommentare