Ifo-Institut

Rente aufbessern

Der Staat soll für eine auskömmlichere Altersvorsorge Schulden aufnehmen.

Das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo hat einen neuen Vorschlag zur Stärkung der Altersvorsorge. Ein Team um Ifo-Präsident Clemens Fuest präsentierte am Mittwoch einen „Deutschen Bürgerfonds“, in dem Geld für alle Bundesbürger am Aktienmarkt angelegt werden sollte. Zur Finanzierung könnte der Staat Schulden aufnehmen. Investierte der Bund ab sofort 0,5 Prozent der Wirtschaftsleistung pro Jahr, bekämen zum Beispiel alle Bürger, die 2005 geboren sind, ab 2072 jährlich 1 270 Euro ausbezahlt, so die Berechnung.

Laut Fuest fällt es angesichts des seit Jahren niedrigen Zinsniveaus vielen Menschen schwer, privates Vermögen aufzubauen. Gleichzeitig reichten die Leistungen der Rentenversicherung für Menschen mit unterbrochenen Erwerbsbiografien nicht aus für eine gute Versorgung im Alter. „Da die Bürger selbst keine zusätzlichen Einzahlungen aus ihrem Einkommen leisten müssten, wäre der Deutsche Bürgerfonds vor allem für Menschen interessant, die wenig verdienen.“ Die Verwaltung dieses Fonds sollte allerdings dem politischen Tagesgeschäft entzogen sein und etwa bei der Bundesbank erfolgen.

Die Initiatoren verstehen ihren Vorschlag als Antwort auf die Herausforderungen durch Niedrigzinsen und Demografie. Die deutschen Staatsschulden hätten die europäische Verschuldungsgrenze von 60 Prozent der Wirtschaftsleistung unterschritten. Der Bund könnte also im Rahmen der geltenden Regeln Schulden aufnehmen oder den Schuldenabbau verlangsamen. (dpa)

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