1. Startseite
  2. Wirtschaft

2000 Euro Rente im Monat: Ist das überhaupt zu schaffen?

Erstellt:

Von: Constantin Hoppe

Kommentare

Rentner Renten Altersrenten Überalterung Rentensystem Senior Senioren Rentner Rentnerin Rente Pen
Bei den meisten Rentenversicherten wird sie im Alter nicht gerade üppig ausfallen. (Symbolfoto) © Michael Gstettenbauer/Imago

Die Rente soll die Existenz im Alter sichern. Doch in der Praxis funktioniert das kaum noch. Was ist nötig, um später eine Rente von 2000 Euro zu erhalten?

Frankfurt – Wie hoch ist eine gute Rente? Die Antwort auf diese Frage dürfte wohl für jeden Menschen in Deutschland etwas anders lauten. Fest steht allerdings, dass für immer mehr Menschen ihre Rentenbezüge kaum zum Leben ausreichen: Nach Angaben des Bundessozialministeriums auf eine Anfrage dpa, stehen jeder fünften Rente beziehenden Person monatlich weniger als 500 Euro zur Verfügung.

Wie kann man dagegen eine Rente von 2000 Euro oder mehr erreichen, die damit ein gutes Polster bietet, um im Alter zu leben? So viel sei schon einmal verraten: Einfach ist das nicht, denn dafür müsste man bereits zum Berufseinstieg deutlich mehr verdienen, als der deutsche Durchschnitt.

2000 Euro Rente im Monat: Der monatliche Bruttoverdienst und die Arbeitsjahre sind maßgeblich

Dadurch, dass sich die Rente aus dem Lebenslauf ergibt und bestimmte Lebensabschnitte diese unterschiedlich stark beeinflussen, ist die Berechnung nicht auf eine kleine einfache Formel reduzierbar. Um die Höhe der Rente zu ermitteln, müssen viele Faktoren berücksichtigt werden, allem voran aber das Einkommen.

Vereinfacht kann aber gesagt werden, dass das Einkommen in Relation zum Durchschnittsbruttolohn aller gesetzlich Versicherten gesetzt wird. Dieser liegt nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung (DRV) derzeit bei 38.901 Euro, das wären monatlich etwa 3242 Euro. Bei der Ermittlung des monatlichen Beitrages werden dann sogenannte Entgeltpunkte entscheidend.

Verdienen Versicherte im Jahr genau diesen Durchschnittsverdienst, erhalten sie einen Entgeltpunkt. Bei höherem oder niedrigerem Verdienst entsprechend mehr oder weniger. Jeder Entgeltpunkt entspricht nach dem Renteneintritt einer Rentenhöhe von 36,02 Euro in den westlichen Bundesländern, beziehungsweise 35,52 Euro im Osten Deutschlands.

2000 Euro Rente im Monat: 40 Jahre lang mehr als 4300 Euro nötig

Soll im Alter einer Brutto-Rente von 2000 Euro oder mehr erreicht werden, sind also 56 Rentenpunkte notwendig. Das wiederum bedeutet, Versicherte müssten 56 Jahre lang nach aktuellen Werten einen monatlichen Brutto-Durchschnittsverdienst von 3242 Euro verdienen, um diesen Wert zu erreichen.

Um eine Rente von 2000 Euro zu erreichen, müsste eine versicherte Person in einem 40-jährigen Arbeitsleben von Beginn an also etwa ein Drittel mehr verdienen, als der deutsche Durchschnitt. Das heißt, der Verdienst vom Beginn des Berufslebens müsste bei rund 4323 Euro Brutto liegen. Das dürfte für das Gros der Deutschen nicht erreichbar sein.

Die durchschnittliche Rentenhöhe in Deutschland im Jahr 2021
Männer1203,53 Euro Brutto / 1056 Euro Netto
Frauen856,05 Euro Brutto / 762 Euro Netto
(Quelle: DRV)

So viel Rente bekommen Versicherte im Durchschnitt

Die Realität sieht da deutlich anders aus: Laut einer Statistik der DRV erhielten männliche Rentner in den alten Bundesländern Ende 2020 durchschnittlich 1172 Euro an Rente und Frauen bekamen 741 Euro. In den neuen Bundesländern erhielten Männer im Durchschnitt 1249 Euro und Frauen 1065 Euro. Zu beachten ist aber: Weil viele Menschen im Osten Deutschlands mehr Berufsjahre haben als im Westen, sind die tatsächlichen durchschnittlichen Zahlbeträge dort, trotz niedrigerem Rentenniveau, höher.

Doch das sind nur die Brutto-Renten: Denn Rentner und Rentnerinnen müssen auch hier Abzüge zahlen, dazu gehören die Krankenkasse (7,3 Prozent) sowie die Pflegeversicherung (3,05 Prozent). Zudem fallen Steuern auf die Rente an, wenn man mehr als den Freibetrag von 9744 Euro im Jahr bekommt. Um eine Rente deutlich über diesem Schnitt zu erhalten, müssen Versicherte deshalb privat vorsorgen, um ihre Altersvorsorge zu sichern, rät die DRV. (con)

Auch interessant

Kommentare