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Rente mit 70? Experte verlangt 42-Stunden-Woche zur Sicherung der Altersrente

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Von: Alina Schröder

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Inflation sowie Fachkräftemangel, auch durch die Rente, hinterlassen in Deutschland ihre Spuren. Ein Ökonom fordert stattdessen, die Arbeitszeit aufzustocken.

Frankfurt – Angesichts der hohen Inflation und des Fachkräftemangels auf dem deutschen Arbeitsmarkt, fordern Ökonom:innen Änderungen und machen Reform-Vorschläge. Ansonsten stelle man die Wirtschaft sowie die Politik in den kommenden Jahren vor gravierende Probleme. Eine hohe Inflation kann beispielsweise die Rente erheblich gefährden.

Besonders im Handwerk sind zahlreiche Stellen seit Jahren unbesetzt, das zeigen Ergebnisse einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW). Viele Beschäftigte der Branche gehen zudem zeitnah in Rente, an Nachfolger:innen mangelt es allerdings. Aus solchen Gründen haben einige Ökonom:innen bereits den umstrittenen Vorschlag gemacht, die Rente mit 70 einzuführen und somit das Renteneintrittsalter zu erhöhen.

Im Kampf gegen die Inflation und den Fachkräftemangel: Anstelle der Rente mit 70 werden nun Forderungen nach einer 42-Stunden-Arbeitswoche laut.
Im Kampf gegen die Inflation und den Fachkräftemangel: Anstelle der Rente mit 70 werden nun Forderungen nach einer 42-Stunden-Arbeitswoche laut. © Imago

Wie der Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer gegenüber der Westdeutschen-Allgemeinen-Zeitung (WAZ) sagte, müsse man über solche Maßnahmen nun nachdenken. „Natürlich gibt es eine Entwicklung beim Lebensalter. Und die ältere Generation ist fitter als noch vor 20 oder 30 Jahren. Das kann nicht unberücksichtigt bleiben“, so Wollseifer. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte diesen Überlegungen jüngst aber eine klare Absage erteilt. Ein Experte hat nun eine ganz andere Idee.

Klare Absage an Rente mit 70: Ökonom fordert die 42-Stunden-Woche

Ökonom Michael Hüther, Direktor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) aus Köln, hält anstatt der üblichen 40 Arbeitsstunden pro Woche 42 Stunden für angemessener. Wie er gegenüber der WAZ erklärte, sei dies auch mit dem Arbeitszeitgesetz vereinbar. Dieses sieht vor, dass Beschäftigte bis zu 48 Stunden wöchentlich arbeiten dürfen, in Ausnahmefällen sogar vorübergehend bis zu 60 Stunden.

Mit einer zweistündigen Aufstockung der Arbeitszeit könne man bereits den „demografisch bedingten Verlust an Arbeitsvolumen kompensieren“.

Michael Hüther
IW-Direktor Michael Hüther hat genaue Vorstellungen von einer 42-Stunden-Woche. © Michael Kappeler/dpa

42-Stunden-Woche statt Rente mit 70 – Experte konkretisiert Idee

Doch wie genau soll das in der Praxis aussehen? Der IW-Direktor geht mit seinem Vorschlag noch weiter und konkretisiert eine mögliche Umsetzung. „In Zeiten der digitalen und mobilen Arbeit muss man nicht mehr jeder Stunde hinterherlaufen und sie aufzeichnen“, sagte er der WAZ. Vielmehr sollen sich Beschäftigte die Arbeitszeit flexibel einrichten und somit selbst entscheiden, ob sie ihre Wochenarbeitszeit an fünf oder vielleicht auch nur vier Tagen abarbeiten wollen.

Hüthers Idee könnte allerdings auf großen Widerstand stoßen. Schließlich ist nicht alle Beschäftigten dazu bereit, zwei Stunden mehr in der Woche zu arbeiten. Seit Jahren geht der Trend schließlich zu mehr Work-Life-Balance und damit zu einem ausgewogeneren Verhältnis aus Arbeit und Freizeit. (asc)

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