Rente mit 63: Immer mehr Menschen in Deutschland entscheiden sich für den vorzeitigen Ruhestand.
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Rente mit 63: Immer mehr Menschen in Deutschland entscheiden sich für den vorzeitigen Ruhestand.

Altersbezüge

Sind Sie reif für die Rente?

  • vonTheresa Dräbing
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Früher in Rente gehen - das wollen immer mehr Menschen. Vor allem die Rente mit 63 ist beliebt. Doch der Zeitpunkt des Abschieds aus dem Arbeitsleben sollte gut überlegt sein.

Video: Riesiges Interesse an der Rente mit 63

  • Wann haben Sie Anspruch auf reguläre Altersrente?
  • Rente mit 63 - wem Abzüge drohen
  • Flexirente kann Rentenminderung ausgleichen

Mit 63 Jahren in Rente – das wollen immer mehr Menschen. 2019 waren es mehr als von der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV) erwartet – nämlich 1,34 Millionen Senioren in Deutschland, die sich für einen vorzeitigen Ruhestand entschieden haben und die dabei noch nicht einmal Abschläge bei den Zahlungen in Kauf nehmen mussten.

Ein wenig früher den Ruhestand genießen zu können, das wünscht sich wohl auch der ein oder andere Arbeitnehmer, der momentan noch voll und ganz im Berufsleben steht. Andere wiederum wollen vielleicht gerne länger arbeiten, als das gesetzlich vorgesehen ist, und lieber noch ein wenig hinzuverdienen. Doch kann sich da jeder einfach so frei entscheiden? Und wenn ja, wovon hängt die Entscheidung ab? Wir spielen drei Szenarien durch: die reguläre Altersrente, die Rente mit 63 und ein späterer Renteneintritt mit Zuschlägen.

Rente mit 63 Jahren: Grenze für reguläre Altersrente steigt an 

Die Altersgrenze für den regulären Renteneintritt steigt seit dem Jahr 2012 schrittweise an, von 65 Jahre auf 67 Jahre. Wer wann in Rente gehen kann, ohne Abschläge bei den vorgesehenen Rentenzahlungen hinnehmen zu müssen, hängt vom Geburtsjahr des Versicherten ab. Wer beispielsweise 1964 oder später geboren wurde, wird regulär erst mit 67 Jahren in Rente gehen können. 1963 Geborene müssen 66 Jahre und zehn Monate alt sein, 1960 Geborene 66 Jahre und vier Monate. Zwar können sich Versicherte auch entscheiden, früher das Arbeitsleben gegen den Ruhestand einzutauschen, dann mindern sich allerdings die Rentenzahlungen.

Individuell ausrechnen kann das reguläre Renteneintrittsalter jeder ganz einfach mit einem Renten-Rechner im Internet, zum Beispiel auf deutsche-rentenversicherung.de. Neben dem Erreichen der Regelaltersgrenze ist außerdem eine Mindestversicherungsdauer von fünf Jahren Voraussetzung für den Anspruch auf reguläre Altersrente.

Rente mit 63 Jahren: Wann Abzüge zu befürchten sind

Trotz der festgelegten Regelaltersgrenzen ist es zwar auch möglich, bereits mit 63 Jahren in Rente zu gehen, jedoch gibt es dabei einige Einschränkungen. Hierbei kommt es neben dem Geburtsjahr vor allem auf die Anzahl der Versichertenjahre an. Eine abschlagsfreie Rente können nur besonders langjährig Versicherte mit 45 Beitragsjahren erhalten. Da die Altersgrenze für besonders langjährig Versicherte aber ebenfalls schrittweise angehoben wird, gilt das nur für bestimmte Geburtsjahrgänge. Mit 63 Jahren konnten tatsächlich nur vor 1953 Geborene abschlagsfrei in Rente gehen. Für 1956 Geborene gilt bereits eine Altersgrenze von 63 Jahren und acht Monate.

Es können aber auch Menschen, die mindestens 35 Jahren in die Rentenkasse eingezahlt haben, schon mit 63 Jahren in Rente gehen. Dabei handelt es sich um „langjährig Versicherte“. Allerdings gilt für sie die zusätzliche Einschränkung, dass sie Abzüge hinnehmen müssen. Für jeden Monat vorzeitigen Renteneintritts werden 0,3 Prozentpunkte vom monatlichen Rentenbetrag abgezogen – und zwar dauerhaft für die kompletten Jahre des Rentenbezugs. Wer also beispielsweise noch drei Jahre bis zum Erreichen der regulären Altersgrenze hätte, müsste einen monatlichen Abschlag von 10,8 Prozent hinnehmen. Bei einer Rente von 1200 Euro wären dies 129,60 Euro Abschlag. Die tatsächliche Rente betrüge demnach 1070,40 Euro. Je weniger Zeit zu überbrücken ist, desto geringer fällt die monatliche Minderung aus.

Rentenabschläge ausgleichen - Stichwort Flexirente

Tipp: Es besteht bei Rentenminderung die Möglichkeit der Ausgleichszahlung, Stichwort Flexirente. Wenn beispielsweise die Auszahlung der Lebensversicherung ansteht, können damit Abschläge ausgeglichen werden. Auch sind in einem gewissen Rahmen Hinzuverdienste in der Rente möglich.

Versicherten mit weniger als 35 Versicherungsjahren bleibt die Rente mit 63 Jahren verwehrt. Sie können je nach Geburtsjahr frühestens zwischen 65 und 67 Jahren in Rente gehen. Zu der Anzahl der Versicherungsjahre zählen aber nicht nur die Pflichtbeiträge aus sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung oder Selbstständigkeit, sondern beispielsweise auch Zeiten während der Kindererziehung, während der Pflege von Angehörigen oder während der Bezugsdauer von Arbeitslosengeld I.

Späterer Renteneintritt mit Zuschlägen statt Rente mit 63 Jahren

Während ein früherer Renteneintritt oft Abschläge mit sich zieht, wird ein späterer Beginn honoriert. Ob eine Weiterarbeit möglich ist, hängt natürlich von einer Vereinbarung mit dem Arbeitgeber. Wer aber tatsächlich seine Rente trotz Erreichen der Regelaltersgrenze noch nicht in Anspruch nimmt und weiter einem Job nachgeht, bekommt später eine jährliche Erhöhung von sechs Prozent. Davon abgesehen steigern allein die zusätzlichen Arbeitsjahre die Rente. Wer zum Beispiel 40 Jahre den Durchschnittsverdienst aller Arbeitnehmer erhalten hat, bei dem erhöht sich laut DRV nach einem Jahr zusätzlicher Erwerbstätigkeit die spätere Rente um 107 Euro brutto monatlich. Zudem muss in der Erwerbstätigenzeit nach Renteneintrittsalter kein Beitrag zur Arbeitslosenversicherung mehr bezahlt werden.

Auch wer schon Rente bezieht, darf weiterarbeiten und neben der Rente Gehalt beziehen. Dabei werden weitere Beiträge an die Rentenkasse abgeführt und Entgeltpunkte gesammelt, die die späteren Zahlungen erhöhen. Hierbei sind aber Hinzuverdienstgrenzen zu beachten: Nur Einkommen bis 6300 Euro im Jahr sind anrechnungsfrei.

Zum 1. Juli 2020 gibt es eine Rentenerhöhung. Ab diesem Zeitpunkt müssen viele Rentner in Deutschland Steuern zahlen. Hier finden Sie alle Informationen. 2021 wird die Rente dagegen eher nicht erhöht - wegen der Corona-Krise.

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