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Zusätzliche Rente: Freiwillige Beiträge lohnen sich dieses Jahr ganz besonders

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Von: Isabel Wetzel

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Wer seine Rente finanziell aufbessern möchte, kann das mit freiwilligen Beiträgen tun. Im Jahr 2022 lohnt sich das besonders. Die Rentenpunkte sind günstiger.

Frankfurt – Freiwillige Beitragszahlungen in die Rentenkasse sind ein Angebot, mit dem Versicherte ihre spätere Rente aufstocken oder ohne Verluste früher in Rente gehen können. Dieses Angebot kann sich lohnen, insbesondere da viele private Geldanlagen aufgrund der anhaltenden Zinsflaute immer unattraktiver werden. 2022 können Sie ganz besonders von dem Angebot profitieren, denn anders als Lebensmittel oder Strom gibt es die wichtigen Rentenpunkte in diesem Jahr günstiger als noch in den vergangenen Jahren.

Die Rentenpunkte, oder Entgeltpunkte, sind die zentrale Werteinheit in der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland. Das heißt, anhand der Rentenpunkte wird berechnet, wie viel Rente die Versicherten im Alter bekommen. Dafür setzt die Deutsche Rentenversicherung das Bruttogehalt jeder und jedes Beitragszahlenden Jahr für Jahr ins Verhältnis zu dem, was alle Rentenversicherten in Deutschland in diesem Zeitraum durchschnittlich verdient haben – also zu dem sogenannten Durchschnittsentgelt. Liegt Ihr persönlicher Verdienst genau im Schnitt, erhalten Sie einen Rentenpunkt. Weicht er davon ab, entsprechend mehr oder auch weniger.

Dieses Durchschnittsentgelt ist nach Angaben der Bundesregierung 2022 von 41.541 Euro auf 38.901 Euro gesunken. Grund dafür sind Fachleuten zufolge die Auswirkungen der Corona-Pandemie.

Drei Seniorinnen sitzen lachend auf einer Bank: Mit freiwilligen Beitragszahlungen können Menschen ab 50 in Deutschland ihre Rente aufbessern. Dieses Jahr lohnt es sich besonders.
Mit freiwilligen Beitragszahlungen können Menschen ab 50 in Deutschland ihre Rente aufbessern. Dieses Jahr lohnt es sich besonders. © Tobias Hase/dpa

Rente 2022: Wie hoch muss die freiwillige Beitragszahlung für einen Rentenpunkt ausfallen?

Daraus ergibt sich ein Rückgang des Durchschnittsentgelts um 6,3 Prozent – aufgrund der schwachen Lohnentwicklung in den vergangenen Jahren. In der Folge ist auch der Preis für einen Rentenpunkt zurückgegangen. Während freiwillig Versicherte 2021 noch 7726,63 Euro für einen Punkt zahlen mussten, kostet er in diesem Jahr nur noch 7235,59 Euro, also fast 500 Euro weniger. Es gibt also mehr Rentenpunkte für weniger Geld und zusätzlich steigt die Rente, die später pro Punkt ausgezahlt wird.

Freiwilliger RentenbeitragAuswirkung auf die Rentenhöhe 2021Auswirkung auf die Rentenhöhe 2022
Mindestbeitrag 1004,40 Euro pro Jahr (83,70€/Monat)4,44 Euro4,75 Euro
Regelbeitrag 7343,28 Euro pro Jahr (611,94€/Monat)32,49 Euro34,70 Euro
Höchstbeitrag 15.735,60 Euro pro Jahr (1311,30€/Monat)70,12 Euro74,36 Euro
Quelle: Stiftung Warentest

Ein Rentenpunkt entspricht bislang einer zusätzlichen Monatsrente von 34,19 Euro in Westdeutschland und 33,47 Euro in Ostdeutschland. Nach Inkrafttreten der Rentenerhöhung am 1. Juli 2022 gibt es für einen Rentenpunkt im Westen sogar 35,60 Euro mehr Rente und knapp 35 Euro im Osten. In der Regel steigt dieser Wert jedes Jahr, weshalb sich eine Investition 2022 umso mehr lohnen könnte.

Freiwillige Beiträge 2022: In welchen Fällen sich das für die Rente lohnt

Den Rentenexpertinnen und -experten von Stiftung Warentest haben durchgerechnet, mit welchem Rentenplus Extra-Zahlende je nach Beitrag rechnen können. Das Ergebnis der Analyse: 2022 ist ein besonders gutes Jahr für freiwillige Rentenbeiträge. Denn so haben sie für deutlich weniger Geld als noch 2021 die Möglichkeit, die Rente aufzubessern, oder Rentenabschläge bei der Frührente auszugleichen. Freiwillige Rentenbeiträge sind zu empfehlen...

Die freiwilligen Zahlungen während des Berufslebens können Rentnerinnen und Rentnern später dabei helfen, besser über die Runden zu kommen. Gerade die hohe Inflation infolge der Pandemie und des Ukraine-Krieges droht die Altersvorsorge vieler Menschen in Deutschland langfristig zu gefährden. (iwe)

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