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Rentenerhöhung Juli 2022: Mit so viel Geld können Sie rechnen

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Von: Sophia Lother

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Der Bundestag hat die größte Rentenerhöhung seit Jahrzehnten beschlossen. (Symbolbild)
Um wie viel steigt die Rente nach der Erhöhung im Juli konkret an? (Symbolfoto) © Lino Mirgeler/dpa

Im Juli ist es so weit: Die Renten werden in Deutschland ordentlich erhöht. Mit wie viel mehr Geld können Seniorinnen und Senioren rechnen? Ein Überblick.

Frankfurt – Der Bundestag hat die größte Rentenerhöhung seit Jahrzehnten beschlossen. Im Osten sind es dann 6,12 Prozent mehr Rente, im Westen steigt sie um 5,35 Prozent. Auch der Bundesrat hat dem Gesetz am 10. Juni zugestimmt und somit den Weg für die bevorstehende Rentenerhöhung in Rekordhöhe frei gemacht.

Das große Plus für Rentnerinnen und Rentner hat einen Grund: „Im vergangenen Jahr haben sich Arbeitsmarkt und Löhne gut entwickelt, auch durch Kurzarbeit. Diese gute Entwicklung vollziehen wir mit der Rentenerhöhung nach“, erklärte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Rentenerhöhung: Mit wie viel mehr Geld Rentnerinnen und Rentner rechnen können

Hinzu kommt für Seniorinnen und Senioren, die nur eine kleine Rente beziehen, in vielen Fällen die Grundrente. Sie wird ab Mitte Juli 2022 schrittweise ausbezahlt. Der Zuschlag beträgt zwischen einem und 418 Euro. Doch auch die Rentenerhöhung 2022 kann sich sehen lassen. Ein Überblick darüber, wie viel mehr Geld bald auf Ihrem Konto ist.

Rente wird ab Juli erhöht: Diesen Einfluss hat die Erhöhung auf das monatliche Einkommen

Monatliche RenteRentenerhöhung West (5,35 Prozent)Rentenerhöhung Ost (6,12 Prozent)
50026,7530,60
60032,1036,72
70037,4542,84
80042,8048,96
90048,1555,08
100053,5061,20
110058,8567,32
120064,2073,44
130069,5579,56
140074,9085,68
150080,2591,80
160085,6097,92
170090,95104,04
180096,30110,16
1900101,65116,28
2000107,00122,40
2100112,35128,52
2200117,70134,64
2300123,05140,76

Kritik an Rentenerhöhung im Juli: Inflation könnte Erhöhung verschlucken

„Der Zuschlag ist zu niedrig, er müsste doppelt so hoch sein“, sagte die Präsidentin des Sozialverbandes VdK, Verena Bentele laut dpa. Die Höhe der Rente sei auch nach Juli nicht nur zu niedrig, sie komme zudem auch zu spät. Der Präsident des Sozialverbandes SoVD, Adolf Bauer, verwies darauf, dass eine Erwerbsminderung ein zentrales Armutsrisiko und ein Großteil der Beziehenden auf zusätzliche Sozialleistungen angewiesen sei. Nötig wäre eine Erhöhung um acht beziehungsweise 13 Prozent gewesen.

Arbeitgebende und Gewerkschaften sehen andere Nachteile der Rentenerhöhung. Der Arbeitgeberverband BDA warnte vor stetig steigenden Kosten der Rentenversicherung aufgrund eines mangelnden Reformwillens der Regierung: „Renten, die wie in diesem Jahr deutlich stärker steigen als die Löhne, sind auf Dauer nicht bezahlbar“, so der Verband laut dpa. Gewerkschaften kritisierten den dämpfenden Faktor. „Den Nachholfaktor anzuwenden, bleibt ein schwerer handwerklicher Fehler der Bundesregierung: Damit koppelt sie die Renten dauerhaft von der Entwicklung der Löhne ab“, so Anja Piel, Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). (Sophia Lother)

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