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Trend zum Haustier

„Rekord um Rekord gebrochen“

  • Jakob Maurer
    VonJakob Maurer
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In der Coronakrise schaffen sich viele Menschen ein Haustier an. Die Tierheime vermitteln derzeit besonders erfolgreich. Auch Futterhändler wie Fressnapf profitieren von dem Trend.

Selbst „schwierige Langzeitinsassen“ von Tierheimen fanden zuletzt ein neues Zuhause. Sehr erfolgreich laufe derzeit die Vermittlung von Tieren, berichtet Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund auf Anfrage der Frankfurter Rundschau. Im Zuge des vielbeschriebenen „Haustierbooms“ in der Pandemie, teilt die Sprecherin mit, „hat sich auch bei den uns angeschlossenen Tierheimen die vermehrte Nachfrage teils stark bemerkbar gemacht“.

Das Tierheim Heilbronn etwa habe sämtliche Hunde vermittelt, das in Waldenburg all seine Katzen. Und in Berlin seien binnen nur einem Wochenende bis zu 500 Anfragen eingegangen. Ein flächendeckender Aufwärtstrend sei bei einer Umfrage unter mehr als 300 Tierheimen hinsichtlich der Nachfrage jedoch nicht festzustellen gewesen.

Umso eindeutiger geht seit Jahren die Kurve beim Handel von Tierfutter und -zubehör nach oben. Deutschlands größte Heimtierbedarfkette Fressnapf habe 2020 „Rekord um Rekord gebrochen“, verkündete Geschäftsführer Hans-Jörg Gidlewitz am Mittwoch bei der digitalen Jahres-Pressekonferenz.

Der Umsatz stieg demnach auf 2,65 Milliarden Euro – das größte absolute Wachstum der Firmengeschichte. Das entspricht einem Plus von 351 Millionen Euro oder 15,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In vier der elf Länder, in denen Fressnapf aktiv ist, habe man gar um mehr als zwanzig Prozent zugelegt. In Deutschland waren es knapp zwölf Prozent. Hier betreibt das Unternehmen 923 seiner fast 1700 Märkte und erwirtschaftete fast 1,6 Milliarden Euro.

Im Corona-Jahr, das Gründer und Inhaber Torsten Toeller als „Digitalisierungsturbo“ erlebte, sei zudem der Online-Umsatz sprunghaft auf 160 Millionen Euro gewachsen, ein Plus von 46 Prozent. Hier liegt man weiterhin hinter dem Konkurrenten Zooplus. Doch Gidlewitz sagte kämpferisch: „Wir wollen und werden auch diesen Markt für uns erobern.“

Weitere Details zum Jahresabschluss nannte der Geschäftsführer nicht. Man sei jedoch überzeugt, dass „unter dem Strich einiges hängen bleibt“. Als einen Erfolgsfaktor nannte der zweite Geschäftsführer Johannes Steegmann in einer Mitteilung: „Wir haben erlebt, wie sich die emotionale Beziehung zwischen Mensch und Tier durch Faktoren wie Social Distancing, Homeoffice oder Kurzarbeit weiter intensiviert hat und es mehr neue Tierhalter gibt“. Tierhalter:innen hätten während Homeoffice und Lockdown mehr Zeit mit ihren Tieren verbracht und auch mehr Geld für sie ausgegeben, ergänzte Toeller nun.

Besonders gefragt waren zum Beginn der Pandemie Futter und Streu. Im Laufe der Monate seien dann vermehrt Tierspielzeuge und Outdoor-Produkte wie Tracker oder Joggingzubehör gefragt gewesen. Da in Deutschland auch Hundesalons geschlossen hätten, habe man zuletzt eine erhöhte Nachfrage bei Schermaschinen erlebt.

Einen zweiten Grund für das boomende Geschäft teilte der Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) der FR mit: „Die Branche war und ist (...) von den Schließungen auch während der ersten Pandemie-Phase nicht direkt betroffen.“ Auch deswegen zeichne sich nicht nur im Falle des Marktführers Fressnapf ab: „Die Umsätze sind – wenn auch je nach Segment unterschiedlich – allem Anschein nach wohl angestiegen.“ Finale Auswertungen nähmen jedoch „noch einige Zeit in Anspruch“. Für 2019 hatte der Verband den Gesamtumsatz der deutschen Heimtierbranche auf 5,2 Milliarden Euro beziffert.

Fressnapf hofft, dass sich der Aufwärtstrend fortsetzt. Laut Steegmann haben sich viele Menschen „entschieden, Haustiere zu holen, diese aber noch nicht erhalten“. Er hofft, dass neue Tierhalter:innen auch nach der Krise ihre Haustiere behalten werden.

Lea Schmitz vom Tierschutzbund berichtet, dass es immer wieder Anfragen für Tiere auf Zeit gebe. Aus Tierschutzsicht sei das „natürlich nicht sinnvoll“. Fressnapf-Gründer Toeller ist jedoch überzeugt, „dass der Trend zum Haustier nachhaltig ist“. Folgerichtig sollen 2021 über Europa verteilt mehr als 100 neue Fressnapf-Märkte eröffnen und Onlineshops in weiteren Ländern wie zuletzt in Frankreich starten.

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