Hartz IV

Rein und raus

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Die Integration von Hartz-IV-Empfängern in den Arbeitsmarkt klappt nicht. Viele Vermittlungen in eine Beschäftigung sind von kurzer Dauer.

In Deutschlands Jobcentern gibt es einen massiven „Drehtür-Effekt“. Im vergangenen Jahr waren Hunderttausende frühere Hartz-IV-Empfänger nach kurzer Zeit wieder auf die staatliche Leistung angewiesen. Nach der Grundsicherungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit beendeten im Jahr 2018 rund 1 743 000 erwerbsfähige Leistungsberechtigte den Regelleistungsbezug in der Grundsicherung für Arbeitssuchende. Von diesen befanden sich rund 23 Prozent innerhalb von drei Monaten wieder in Regelleistungsbezug“, heißt es in der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Susanne Ferschl, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

Laut Arbeitsministerium haben in den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres 938 455 Hartz-IV-Empfänger einen sozialversicherungspflichtigen Job angetreten. Allerdings gelang nur in 390 661 Fällen eine Vermittlung in eine Beschäftigung, die dazu führte, dass die Betroffenen in den nächsten drei Monaten keine Hartz-IV-Leistungen mehr beziehen mussten.

Linken-Expertin Ferschl sieht Nachholbedarf bei der Integration von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt. „Die Zahlen machen deutlich: Hartz IV zwingt Menschen mit Sanktionen in miese, oft nur kurzfristige Jobs. So bleiben sie weiter abhängig vom Amt oder kommen – wenn überhaupt – nur kurzzeitig aus dem Hartz-IV-Bezug heraus“, sagte die stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag. Die „Agenda 2010-Politik“ sei eine Sackgasse und habe jeden fünften Erwerbstätigen arm gemacht. „Die Menschen wollen arbeiten, aber zu würdevollen Bedingungen. Deshalb muss Schluss sein mit der Ausbeutung im Niedriglohnsektor – mit Leiharbeit, Minijobs und Befristungswahnsinn“, so Ferschl weiter. „Wir brauchen eine Kehrtwende am Arbeitsmarkt und politische Rahmenbedingungen für eine Stärkung gewerkschaftlicher Organisationsmacht und der Tarifbindung.“

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