Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Opelaner auf dem Weg zum Aktionstag in Rüsselsheim,
+
Opelaner auf dem Weg zum Aktionstag in Rüsselsheim,

Aktionstag bei Opel & Co

Die Reihen geschlossen

Am Opel-Stammsitz in Rüsselsheim demonstrieren die Beschäftigten heute für den Erhalt ihrer Jobs. Bundesverkehrsminister Tiefensee ist für einen Einstieg bei dem Autobauer.

Von CHRISTINE SKOWRONOWSKI

Mit Spannung erwarten die Opel-Beschäftigten den Auftritt von Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) auf dem europaweiten Aktionstag am Donnerstag in Rüsselsheim. Zu der Belegschaft werden auch der Chef der Gewerkschaft IG-Metall, Berthold Huber, und der Vorsitzende des Europäischen Arbeitnehmerforums von General Motors (GM) Europe, Klaus Franz, sprechen.

Nicht nur bei der zentralen Kundgebung ab elf Uhr am Opel-Stammsitz, sondern auch an den anderen GM-Werken in Europa werden die Beschäftigten für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstrieren. Am Freitag will der Autobauer ein Zukunftskonzept für das Europa-Geschäft vorlegen, das zu 80 Prozent von Opel bestritten wird.

Wegen der Probleme bei der US-Mutter hatte Opel die Bundesregierung um Hilfe gebeten. Das Unternehmen hatte anfangs um eine Bürgschaft von 1,8 Milliarden Euro nachgesucht, inzwischen benötigt es aber mehr. Spekuliert wird über 3,3 Milliarden Euro.

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat sich unterdessen für einen Einstieg des Staates beim angeschlagenen Autohersteller Opel ausgesprochen. "Die Länder Thüringen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen, die Opel-Standorte haben, könnten sich an dem Unternehmen beteiligen - zumindest temporär", sagte Tiefensee dem Hamburger Abendblatt.

Er fügte hinzu: "Ich empfehle den Landesregierungen, sich diese Möglichkeit offen zu halten." Ausdrücklich verwies der Minister auf das "Modell Volkswagen". Das Land Niedersachsen hält am VW-Konzern rund 20 Prozent.

Opel sei "ein hervorragendes Unternehmen, das unglücklicherweise in den Strudel des amerikanischen Mutterkonzerns General Motors gezogen wurde", betonte Tiefensee. "Wir müssen zwingend die Arbeitsplätze in Deutschland so weit es geht erhalten." Das gelte auch für die Zulieferindustrie. Als weitere Möglichkeit brachte der Verkehrsminister staatliche Kredite und Bürgschaften ins Gespräch.

Mit dem heutigen Aktionstag wollen die Belegschaften ein Zeichen setzen für ihre Zukunft in einem "eigenständigen Unternehmen Opel/Vauxhall und eine tragfähige separate Lösung für Saab", wie Franz betont. Er macht sich für eine Loslösung von GM stark und strebt für Opel eine europäische Aktiengesellschaft mit einem eigenen Geschäftsmodell an. Bei GM sind in Europa derzeit etwa 55. 000 Frauen und Männer beschäftigt, davon etwa 26.000 in Deutschland.

Die Arbeitnehmer sind zu Opfern bereit, wollen damit Werksschließungen und Entlassungen vermeiden. Im Gegenzug fordern sie ein schlüssiges Zukunftskonzept, neue Managementstrukturen und eine Öffnung für neue Partner und Investoren. Der Staat müsse helfen, die finanziellen Voraussetzungen zu schaffen. Regierungen der europäischen Standort-Länder könnten sich an Opel/Vauxhall beteiligen. Franz und seine Kollegen hatten in den vergangenen Jahren schon zweimal europäische Aktionstage organisiert.

GM Europe hat dem Vernehmen nach im vorigen Jahr einen Verlust von mehr als einer Milliarde Euro eingefahren. Opel schlägt sich trotz Krise aber relativ gut. Der Kleinwagen Corsa wird stark nachgefragt, was Opel auch auf die staatliche Abwrackprämie zurückführt. Neben dem Drei-Schicht-Betrieb werden deshalb im Werk Eisenach vier Sonderschichten eingelegt. Auch das Werk im spanischen Saragossa (Corsa, Meriva und Combo) arbeitet rund um die Uhr.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare