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Vorführung Industrie-Roboter der Firma KUKA, gefertigt für die DLR, bei einem Presse-Termin in der Niederlassung der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Augsburg, Kuka Industrie-Roboter in Aktion,

Demonstration Industry Robots the Company KUKA manufactured for the DLR at a Press Date in the Establishment the German Society for Air and Space DLR in Augsburg KUKA Industry Robots in Action shot
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Vorführung Industrie-Roboter der Firma KUKA, gefertigt für die DLR, bei einem Presse-Termin in der Niederlassung der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Augsburg, Kuka Industrie-Roboter in Aktion, Demonstration Industry Robots the Company KUKA manufactured for the DLR at a Press Date in the Establishment the German Society for Air and Space DLR in Augsburg KUKA Industry Robots in Action shot

Mögliche Kuka-Übernahme

Regierung will Kuka-Übernahme verhindern

  • Thomas Magenheim-Hörmann
    VonThomas Magenheim-Hörmann
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Die Bundesregierung will die Übernahme der Roboterfirma Kuka aus Augsburg durch den chinesischen Konzern Midea verhindern.

Der Krimi um den Augsburger Roboterbauer Kuka ist zum Politikum geworden. Die deutsche Politik sucht hinter den Kulissen bislang vergeblich nach einem Weißen Ritter für den Mittelständler, dessen Aktionären der chinesische Midea-Konzern ein Kaufangebot für mindestens 30 Prozent der Anteile machen will, bestätigen Industriekreise. Federführend bei der Suche ist demnach das Bundeswirtschaftsministerium unter Sigmar Gabriel (SPD). „Ich fände es angemessen, wenn es aus Deutschland oder Europa ein alternatives Angebot gäbe“, sagt der Minister zum heiklen Thema. Eine Reihe von Gesprächen habe man dazu schon geführt. Über deren Inhalte schweigt Gabriel, der politisch nicht allein steht und in Absprache mit Bundeskanzlerin Angela Merkel handelt.

Suche nach Alternativangeboten

Auch EU-Digital-Kommissar Günther Oettinger hat den Heidenheimer Familienkonzern Voith, der an Kuka schon zu gut einem Viertel beteiligt ist, zu einem Alternativangebot gegen die Midea-Offerte aufgefordert. Andere EU-Parlamentarier aus Deutschland unterstützen ihn, während Spitzenvertreter der hiesigen Wirtschaft bislang keine Bedenken wegen des Vorpreschens der Chinesen hegen. Die deutsche Industrie investiere in China ein Vielfaches dessen, was chinesische Firmen in heimische Unternehmen stecken, betont Eric Schweitzer als Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags.

Die Augsburger sind aber kein Fall wie andere. Der Mittelständler mit 12 300 Beschäftigten und drei Milliarden Euro Jahresumsatz steht wie kaum ein zweites Unternehmen hierzulande für die Digitalisierung der Wirtschaft. Heute baut Kuka vor allem Großroboter, die im Automobilbau im Einsatz sind. Demnächst kommen nur drei Kilogramm schwere Leichtroboter dazu, die auch Mobiltelefone oder Tablet-Computer fertigen können. Das ist speziell für China wichtig, das in diesen Industrien eine Führungsrolle einnimmt. Zugleich steigen im Land die Löhne. An Fertigung mittels Robotern besteht also in China allgemein starkes Interesse.

Die kommunistische Partei hat jedoch die Strategie China 2025 ausgerufen, die dortige Variante der hiesigen Industrie 4.0. Würde Midea für China Kuka an Land ziehen, hätte der privat geführte Konzern fraglos einen Stein im Brett der Partei. Das Interesse könnte aber noch weiter gehen. Denn die Kuka-Roboter sind immer mehr vernetzt und ferngewartet. Sie steuern Industrieanlagen und sind damit auch Träger von Produktionswissen über viele Industrien hinweg. Damit steht die Gefahr im Raum, über Kuka-Robotik leichter Industriespionage betreiben zu können. Ausgesprochen haben das diverse Kuka-Kleinaktionäre und Aktionärsschützer beim Eignertreffen.

„Kein feindlicher Akt“

Führende Vertreter der deutschen Autoindustrie bestreiten das Drohpotenzial aber. „Wir haben Fabriken in China und teils auch Entwicklung, durch einen Kuka-Verkauf würde sich die Gefahr von Industriespionage nicht erhöhen“, sagt einer von ihnen. An einem Firmenkonsortium zur Vorlage eines Alternativangebots für Kuka werde man sich jedenfalls nicht beteiligen. Deshalb wird die Suche nach Weißen Rittern nun europaweit ausgedehnt. Als ein Kandidat gilt der schwedisch-schweizerische ABB-Konzern, der selbst in der Robotik aktiv ist. Eine Antwort steht aus. Das gilt auch für Voith und den zweiten deutschen Kuka-Großaktionär, den Unternehmer Friedhelm Loh. Er hält rund ein Zehntel an Kuka.

Bei Kuka selbst hält sich die Begeisterung über die politischen Aktivitäten in Grenzen. Man würde ein alternatives Angebot ebenso prüfen, wie das von Midea, das konkret noch nicht vorliegt, erklärte ein Firmensprecherin. Zudem wirkt Kuka-Chef Till Reuter alles andere als hilfsbedürftig. „Jeder Aktionär ist uns willkommen“, hatte er jüngst zu Midea betont und will die jetzige Offerte keinesfalls als feindlichen Akt werten. Beim geplanten Wachstum seines Hauses speziell in China könne ein solcher Türöffner sogar sehr hilfreich sein.

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