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Aus alt mach neu: Refurbished-Trend mit generalüberholten Geräten

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Von: Joachim Wille

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Handy-Reparatur unter Anleitung.
Reparieren liegt im Trend: Handy, Laptop oder Smartwatch können oftmals lange Zeit genutzt werden. © IMAGO/Arnulf Hettrich

Ob Smartphone oder Tablet: Der Trend geht zu generalüberholten Geräten. Verbraucher:innen greifen vermehrt zu „Refurbished“-Produkten.

Immer das neueste Smartphone oder Tablet? Hersteller wie Apple, Samsung und Google bringen im Jahrestakt neue Modelle auf den Markt. Das soll zum Neukauf und Ausmustern des Altgeräts anreizen. Doch viele Verbraucher:innen orientieren sich derzeit um. Daten aus der Konsumforschung zeigen, dass zunehmend zu sogenannten „Refurbished“-Produkten gegriffen wird – generalüberholten Geräten neuer oder älterer Modelle. Die Gründe: niedrigere Kosten, aber auch der Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit.

Klassische Gebraucht-Geräte werden meist direkt von der Vorbesitzerin über Portale wie Ebay-Kleinanzeigen verkauft und haben nicht selten Abnutzungsspuren. Refurbished-Produkte hingegen werden von spezialisierten Händlern oder direkt vom Hersteller angeboten. Die Gebrauchtgeräte werden vor dem Weiterverkauf generalüberholt, die Käufer erhalten größtenteils eine neue Garantie. Amazon zum Beispiel hat ein „Renewed“-Programm, Apple bietet „Refurbished“-Geräte und bei den Ketten Media Markt und Saturn findet man Produkte, die als B-Ware verkauft werden.

Refurbished-Trend: Smartphone reparieren für den Umweltschutz

Laut einer Studie des Marktforschungsinstituts GFK wurden im vergangenen Jahr in Deutschland bei Smartphones rund zwei Millionen Refurbished-Geräte verkauft, was trotz des noch jungen Refurbishment-Sektors bereits knapp zehn Prozent des Gesamtabsatzes entspricht. Ähnlich seien die Anteile bei Smartwatches, Laptops und Unterhaltungselektronik allgemein. Relativ gesehen am meisten verbreitet ist die Gebraucht-Alternative bei Tablets, hier sind es fast 20 Prozent.

Zumeist greifen nach der Erhebung eher jüngere und gut gebildete Menschen nach den instandgesetzten Produkten, zudem seien sie bei Männern eher beliebt als bei Frauen. Laut GFK gibt es klare Anzeichen dafür, dass sich die Prioritäten der Konsument:innen derzeit ändern. „Dies liegt an den steigenden Preisen von Neugeräten, aber auch an der zunehmenden Nachhaltigkeitsorientierung der Verbraucher“, kommentierte GFK-Experte Mathias Friedrichs. Mehr als zwei Drittel der Menschen fänden es wichtig, dass Unternehmen umweltfreundlich handeln. Herstellern und Einzelhändlern rät Friedrichs daher, ökologische oder soziale Nachhaltigkeit in die eigene Markenpositionierung zu integrieren, wobei der Trend zu Refurbished-Produkten eine Rolle spielen könne. Dies könne eine Möglichkeit sein, neue Zielgruppen zu erschließen.

Smartphone, Laptop und Co.: Viele Geräte sind Wegwerfprodukte

Tatsächlich ist die Verlängerung der Nutzungszeit der wichtigste Hebel, um die Umwelt- und Klimabelastung durch Handys und andere Elektronikgeräte zu senken. Beispiel Klima-Fußabdruck: Bei einem Smartphone inklusive Netzteil schlägt die Produktion laut einer Studie des Öko-Instituts im Schnitt mit rund 100 Kilogramm CO2 zu Buche, der Strom zum Aufladen hingegen nur mit etwa fünf Kilo pro Jahr. Wird das Gerät, wie heute üblich, nur rund zweieinhalb Jahre genutzt, fallen jährlich insgesamt also 45 Kilo CO2 an, bei fünf Jahren aber nur 25. Und auch der Rohstoff-Bedarf sinkt entsprechend.

Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen kritisieren, dass die großen Hersteller ihre Geräte bislang als Wegwerfprodukt konzipieren, um immer wieder neue Modelle verkaufen zu können. Reparaturen seien oft zu teuer, und auch der Akkuwechsel können meist nicht mehr selbst gemacht werden. Weiterer Kritikpunkt: Ältere Geräte müssen ausgemustert werden, weil aktuelle Apps nicht mehr darauf laufen. Alternative Hersteller wie Fairphone und Shiftphone beweisen, dass es anders geht. Allerdings ist deren Marktanteil bisher noch sehr gering.

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