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Kreislaufwirtschaft

Recht auf Reparatur

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EU-Kommission will Müll reduzieren und Hersteller in die Pflicht nehmen.

Die EU-Kommission will den stetig wachsenden Müllberg abtragen. Dazu sollen Verbraucher künftig ein Recht auf Reparatur von Elektronikartikeln erhalten. Auch müssen die Hersteller nachweisen, dass ihre als „grün“ beworbenen Produkte das Klima schonen. So lauten Forderungen des Aktionsplan für die sogenannte Kreislaufwirtschaft, den die EU-Kommission am Mittwoch vorstellen will. Ein Entwurf liegt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vor.

Schon heute produziert jeder EU-Bürger im Schnitt fast eine halbe Tonne Müll pro Jahr. Zusammen mit dem Industriemüll fallen in der EU jedes Jahr insgesamt etwa 2,5 Milliarden Tonnen Müll an. Mit dem Aktionsplan zur Kreislaufwirtschaft soll sich das ändern, so die Hoffnung der EU.

Konkret will die Kommission dagegen vorgehen, dass Elektronikartikel schon nach relativ kurzer Lebensdauer entsorgt werden. Die Hersteller sollen verpflichtet werden, ihre Produkte haltbarer und leichter reparierbar zu machen.

Auch sollen Verbraucher ein „Recht auf Garantie“ für Haushaltsgeräte und Unterhaltungselektronik erhalten. Eine Ausweitung der Garantieregeln werde geprüft, so die Kommission in dem Papier. Darin ist auch von einem europaweiten Rücknahmesystem für Mobiltelefone, Tablets und Ladegeräte die Rede, ebenso wie von einheitlichen Ladekabeln für Handys. Das ist eine alte Forderung des Europa-Parlaments, die bislang aber nicht umgesetzt wurde. Auch Batterien, die sich nicht wieder aufladen lassen, sollen langsam verschwinden.

Ebenfalls im Gespräch sind Waschmaschinen, die Verbraucher nicht kaufen, sondern vom Hersteller mieten. Damit trügen die Produzenten weiter die Verantwortung für das Produkt und würden angehalten, langlebigere Geräte herzustellen. Fast zwei Drittel des Elektroschrotts werden nicht wiederverwertet.

Auch die Menge an Plastikmüll, die 2017 die Rekordhöhe von 173 Kilo pro Einwohner erreicht hat, soll drastisch gesenkt werden - die Kommission fordert daher mehr wiederverwendbare Verpackungen für Lebensmittel.

Der Aktionsplan muss noch von den Mitgliedsstaaten und vom Europaparlament gebilligt werden. Unterstützung für die Forderungen signalisierten bereits die europäischen Grünen.

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