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Im Reinraum des Raumfahrtunternehmens OHB System in Bremen montieren Techniker die kreisrunde Antenne auf den Galileo-Satelliten.

Raumfahrtbranche

OHB rechnet mit Aufträgen von zwei Milliarden Euro

Der Raumfahrtkonzern OHB setzt seinen Wachstumskurs fort. Beim Umsatz ist die Milliarden-Schallmauer durchbrochen. Die Coronavirus-Krise dürfte die Raumfahrtbranche weniger stark belasten als andere Sparten.

Der Bremer Satellitenbauer OHB sieht sein Geschäft aufgrund der langfristigen Auftragsstrukturen in der Raumfahrtbranche durch die Coronavirus-Krise nicht signifikant belastet. Es sei zwar denkbar, dass es zu Verzögerungen bei Projekten komme, sagte OHB-Chef Marco Fuchs am Mittwoch bei einer telefonischen Pressekonferenz zur Bilanz 2019. „Wir haben aber nicht die Sorge, dass die Aufträge wegbrechen, sondern erwarten eine Welle von Auftragseingängen.“ 2020 rechnet OHB mit einem Eingangsvolumen von 2 Milliarden Euro.

Eine Verzögerung gibt es derzeit aufgrund der Pandemie- Vorschriften am europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana, wo der von OHB gebaute Mikrosatellit ESAIL für Schiffstracking nicht wie geplant nächste Woche starten kann. Die Coronavirus-Pandemie zeige auch, wie wichtig funktionierende Telekommunikationsstrukturen seien, die auch über Satelliten im Weltall gewährleistet würden. „Die Welt nach der Coronavirus-Krise wird digitaler werden“, betonte Fuchs.

2019 konnte der Raumfahrtkonzern beim Umsatz erstmals die Grenze von einer Milliarde Euro überspringen. Die Erlöse stiegen um drei Prozent auf knapp über eine Milliarde Euro (2018: 977 Millionen Euro). Die Milliarden-Grenze war 2018 schon bei der Gesamtleistung geknackt worden, zu der neben dem Umsatz auch noch nicht bilanzierte Eigenleistungen des Unternehmens zählen, wie etwa selbstentwickelte Software für Satelliten.

Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) stieg um drei Prozent auf 49,1 Millionen, der Vorsteuergewinn sank dagegen auf 39,1 Millionen Euro (minus 11 Prozent). Der Rückgang ist nach Unternehmensangaben auf eine deutlich höhere Zinsbelastung 2019 sowie auf ein schlechtes Geschäftsjahr eines Unternehmens der Luftfahrtindustrie in Bayern zurückzuführen, an dem OHB eine Minderheitsbeteiligung hält. Der Jahresüberschuss nach Fremdanteilen stieg im Jahresvergleich um 2 Prozent auf 25,5 Millionen Euro.

Der börsennotierte Konzern erwartet bis 2025 eine Steigerung seiner Gesamtleistung auf 1,5 Milliarden Euro. Das Ebit will OHB bis dahin auf 120 Millionen Euro mehr als verdoppeln. OHB ist nach eigenen Angaben der drittgrößte europäische Raumfahrtkonzern hinter Airbus Defence and Space und Thales Alenia. OHB hat über 2900 Mitarbeiter, davon 2400 in Deutschland. (dpa)

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