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Verdi-Chef Frank Bsirske befürchtet einen massiven Stellenabbau im Zuge der Fusion.

Reaktionen auf Fusionspläne

Die Wirtschaft wartet erst einmal ab

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Unternehmerverbände sind angesichts der Fusions-Gespräche zurückhaltend. 

Factoring, Crowdlending oder Fintechs – auf alternative Finanzierungsmodelle wie diese setzen deutsche Mittelständler immer stärker. Für sie sind derlei Angebote attraktiver als der klassische Bankkredit – wenn sie denn überhaupt einen erhalten. Deshalb sei es für die Mittelstandsunternehmer auch unerheblich, ob mit einer potenziellen Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank ein Bankhaus weniger auf dem Markt ist, sagt Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), der Frankfurter Rundschau.

Trotzdem blickt Ohoven mit Skepsis auf die Fusionspläne. „Ich habe meine Zweifel, dass eine rein deutsche Fusion eine zukunftsfähige Lösung bringen kann“, sagt der Mittelstandspräsident. Deutsche Mittelständler engagierten sich immer mehr auf ausländischen Märkten. Entsprechend sei auch ein leistungsfähiges und wirtschaftlich gesundes deutsches Bankhaus mit weltweiten Aktivitäten ihr erster Ansprechpartner. „Wenn sich jedoch zwei angeschlagene Bankhäuser zusammentun, ist das allein noch keine Garantie dafür, dass ein wirtschaftlich schlagkräftiges Institut entsteht.“

Verdi will nicht „zugucken“

Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) betont, dass deutsche Unternehmen weltweit aktiv seien. Die hiesigen Finanzinstitute seien „Experten für die Besonderheiten der deutschen Industrie mit ihren überdurchschnittlich vielen Weltmarktführern, mittelständischen und Familienunternehmen“, hieß es in einer Mitteilung. Gespräche über einen Zusammenschluss in der deutschen Bankenbranche müssten „mit offenem Ergebnis“ geführt werden. „Nur wenn das Zusammengehen eine stärkere Institution schafft, ist es zielführend“, teilte der BDI weiter mit. Klar positioniert hat sich der Verband damit nicht zu einem möglichen Zusammenschluss.

Die Gewerkschaft Verdi will gegen einen möglichen drastischen Arbeitsplatzabbau im Fall einer Fusion kämpfen. „Dass da einfach zugeguckt wird, davon kann niemand ernsthaft ausgehen“, sagte Verdi-Chef Frank Bsirske am Montag. „Wir werden das sehr kritisch begleiten, und das auch mit unseren Möglichkeiten in den Aufsichtsgremien in der Deutschen Bank und der Commerzbank“, sagte Bsirske. 

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