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Vor der Geburt eines Kindes sollten sich die werdenden Eltern über die Varianten des Elterngeldes informieren (Symbolbild). Eine schwangere Frau hält ein Sparschwein.
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Vor der Geburt eines Kindes sollten sich die werdenden Eltern über die Varianten des Elterngeldes informieren (Symbolbild).

Verschiedene Varianten von Familienleistungen

Elterngeld: Das sollten junge Familien beachten

  • Martin Staiger
    VonMartin Staiger
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Bevor ein Kind geboren wird, müssen Eltern vieles berücksichtigen. Unter anderem den Bezug von Elterngeld. In unserem Ratgeber erklären wir die Grundlagen.

Frankfurt - Der Staat gleicht fehlendes Einkommen zum Teil aus, wenn Eltern ihr Kind nach der Geburt betreuen. Paare können unter verschiedenen Varianten der Familienleistung wählen.

Die Geburt eines Kindes zieht bei aller Freude über den neuen kleinen Menschen oft auch einige finanzielle Fragen nach sich. Meist fällt zunächst ein Einkommen weg, da die Mutter oder der Vater erst einmal zu Hause bleiben. Um ausfallendes Einkommen zumindest teilweise zu kompensieren, wurde 2007 das Elterngeld eingeführt, das seitdem mehreren Reformen unterzogen wurde.

Regelungen für Elterngeld: Eltern sollten sich gründlich damit beschäftigen

Die Regelungen sind inzwischen sehr differenziert. Deswegen sollten sich werdende Eltern gründlich mit ihnen auseinandersetzen, um für die eigene Lebenssituation die beste Wahl zu treffen. Informationen finden sich auch auf der Homepage des Bundesfamilienministeriums, dort ist auch eine Broschüre verlinkt, die bei einem Umfang von 174 Seiten nicht unbedingt dazu einlädt, sie ganz zu lesen. Wer speziellere Fragen hat, kann in dieser Broschüre, die ein sehr ausführliches Stichwortverzeichnis hat, jedoch fündig werden.

Elterngeld kann entweder von einem oder von beiden Elternteilen in Anspruch genommen werden. Beantragt bei einem Paar nur einer oder eine Elterngeld, beträgt die maximale Bezugsdauer zwölf Monate, es sei denn es wird Elterngeld Plus gewählt (dazu siehe unten).

Elterngeldstaatliche Unterstützung, die das fehlende Einkommen eines Elternteils kompensieren soll
KindergeldSteuervergütung, die unabhängig vom Einkommen gezahlt wird
MutterschaftsleistungenEinkommenssicherung, wenn man während der Schwangerschaft oder nach der Geburt des Kindes nicht arbeiten darf

Ratgeber: Elterngeld kann auf die Elternteile zeitlich aufgeteilt werden

Es können aber auch beide Elternteile die Leistung erhalten. Dann verlängert sich die Bezugsdauer auf vierzehn Monate, die in volle Lebensmonate, also zum Beispiel je sieben Monate für beide oder zehn Monate für den Vater und vier für die Mutter aufgeteilt werden können. Es ist jedoch nicht möglich, dass ein Elternteil einen und der andere dreizehn Monate Elterngeld bekommt. Alleinerziehende können vierzehn Monate lang Elterngeld beziehen. Auch durch die Corona-Pandemie erlebten Kinder- und Elterngeld 2021 einige Veränderungen.

Die Höhe des Elterngeldes ist exakt kaum zu ermitteln, da mit Bruttoeinkünften, von denen Pauschalbeträge abgezogen werden, gerechnet wird. Bei Eltern, die pro Monat mindestens 1000 Euro netto verdient haben, beträgt es etwa 64 bis 66 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens der letzten zwölf Monate vor der Geburt.

Bei Eltern, die monatlich unter 1000 Euro verdient haben, ist dieser Prozentsatz höher. Wer weniger als 300 Euro oder gar nichts verdient hat, bekommt 300 Euro Elterngeld.

Video: Kinder- und Elterngeld online beantragen

Ratgeber: Das Elterngeld basiert auf vorgeburtlichen Nettoeinkünften

Bei vorgeburtlichen Nettoeinkünften von mehr als circa 2800 Euro liegt das Elterngeld bei 1800 Euro. Hatten Eltern wegen der Corona-Pandemie Einkommensausfälle, werden auf besonderen Antrag Monate mit einem geringeren Einkommen von der Elterngeldberechnung ausgenommen.

Wer bereits ein Kind unter drei oder mindestens zwei weitere Kinder zwischen drei und sechs Jahren hat, bekommt einen Aufschlag auf das Elterngeld von zehn Prozent, mindestens jedoch 75 Euro pro Monat. Für Zwillinge gibt es einen sogenannten „Mehrlingszuschlag“ von 300 Euro, werden drei oder mehr Kinder gleichzeitig geboren, kommen pro Kind weitere 300 Euro dazu.

Regelungen für Elterngeld: Zwei Varianten möglich - Basiselterngeld und Elterngeld Plus

Zusätzlich zu der bisher beschriebenen Form des Elterngeldes, die als Basiselterngeld bezeichnet wird, gibt es noch eine weitere Variante: Das Elterngeld Plus. Dieses ist jedoch nicht, wie der Begriff nahelegt, höher als das Basiselterngeld. Im Gegenteil: Es ist genau halb so hoch, kann allerdings doppelt so lange bezogen werden. Der über den gesamten Zeitraum erhaltene Betrag ist damit beim Elterngeld Plus und beim Basiselterngeld genau identisch. Zumindest dann, wenn der Elternteil, der gerade Elterngeld erhält, keine Erwerbstätigkeit ausübt.

Anders sieht es aus, wenn der Elterngeld beziehende Partner oder die Partnerin in Teilzeit erwerbstätig ist. In diesem Fall bedeutet Elterngeld Plus ein echtes Plus, da Arbeitseinkommen auf das Elterngeld Plus anders angerechnet wird als auf das Basiselterngeld.

Das Bundesfamilienministerium rechnet in seiner Broschüre vor: Wer vor der Geburt 2000 Euro pro Monat netto verdient hat und während des Elterngeldbezuges auf ein monatliches Nettoeinkommen von 500 Euro kommt, hat einen Anspruch auf etwa 975 Euro Basiselterngeld im Monat. Aufsummiert auf einen Zeitraum von einem Jahr ergibt sich damit ein Gesamtbetrag von rund 11.700 Euro Basiselterngeld. Wird Elterngeld Plus gewählt, beträgt es zwar nur etwa 650 Euro im Monat. Da es aber doppelt so lange bezahlt wird, ergibt sich eine Gesamtelterngeldsumme von rund 15.600 Euro.

Ratgeber: Bastelarbeit beim Elterngeld? In vielen Fällen lohnt sie sich

Sind beide Eltern gleichzeitig in Teilzeit beschäftigt, lässt sich der Elterngeld-Plus-Bezug noch einmal verlängern. Gehen sie in vier aufeinanderfolgenden Lebensmonaten des Kindes je zwischen 25 und 30 Wochenstunden einer Erwerbstätigkeit nach, erhalten beide weitere vier Monate Elterngeld Plus. Ein alleinerziehender Elternteil, der in vier aufeinanderfolgenden Lebensmonaten des Kindes in diesem Wochenstundenkorridor erwerbstätig ist, hat ebenfalls einen Anspruch auf die etwas missverständlich als „Partnerschaftsbonus“ bezeichneten vier zusätzlichen Elterngeld-Plus-Monate.

Da sich Elterngeld- und Elterngeld-Plus-Monate in beliebiger Reihenfolge kombinieren lassen, kann die Elterngeldplanung zu einer etwas aufwendigeren Bastelarbeit werden, die sich aber in vielen Fällen lohnt. Wer für September oder später Nachwuchs erwartet, sollte beachten, dass sich die Bastelanleitung etwas verändert.

Regelungen für Elterngeld: Ausnahmen und Besonderheiten bedenken

Eltern, deren Kinder von September an auf die Welt kommen, können zusätzlich zum Elterngeldbezug 32 statt 30 Stunden arbeiten. Vier Monate Elterngeld-Plus-Verlängerung sind dann in einem Arbeitszeitkorridor von 24 bis 32 Wochenstunden möglich. Außerdem wird der Elterngeldbezug bei Kindern, die mindestens sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin auf die Welt kommen, verlängert.

Was sich nicht ändert und was bei den Veröffentlichungen zum Elterngeld manchmal verschwiegen wird: Das Mutterschaftsgeld, das die meisten Mütter für die ersten acht Wochen nach der Geburt erhalten, mindert das Elterngeld. Außerdem unterliegt das Elterngeld dem sogenannten Progressionsvorbehalt. Das hat zur Folge, dass für die Kalenderjahre, in denen Elterngeld bezogen wird, eine Steuererklärung gemacht und in vielen Fällen mit einer Steuernachforderung des Finanzamts gerechnet werden muss. (Martin Staiger)

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