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Dieter Rampl soll sein Talent als Krisenmanager nun bei Unicredit beweisen.
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Dieter Rampl soll sein Talent als Krisenmanager nun bei Unicredit beweisen.

Unicredit

Rampl soll neuen Chef finden

Dieter Rampl ist weder ein typischer Banker noch übertrieben ehrgeizig. Nun erbt er vorübergehend den Chefsessel von Alessandro Profumo. Die Großbank will nach dem Wechsel am umstrittenen Umbau des Italien-Geschäfts festhalten.

Von Thomas Magenheim

Auch nach dem Abtritt ihres Chefs Alessandro Profumo will die italienische Großbank Unicredit den Umbau des Italien-Geschäftes vorantreiben. Die Restrukturierung sei von strategischer Bedeutung und werde mit vollem Tempo fortgeführt, erklärte Vizechef Roberto Nicastro. Profumos umstrittene Pläne sahen den Abbau von 4000 Stellen vor. Die Bank hatte am frühen Mittwochmorgen mitgeteilt, sie nehme das Rücktrittsgesuch des 53-jährigen Profumo an. Vorübergehend rückt der Verwaltungsratsvorsitzende Dieter Rampl – früher Chef der Münchner Hypo-Vereinsbank (HVB) – in die Top-Position auf. Er soll in den nächsten Wochen einen Nachfolger ausfindig machen. Rampl ist weder ein typischer Banker noch übertrieben ehrgeizig. „Im Großen und Ganzen sollte mit 60 Jahren Schluss sein“, hatte der heute 63-jährige 2005 über seine Karriere gesagt. Als damaliger HVB-Chef war er gerade dabei, das Kriseninstitut unter dem Dach von Unicredit unterzubringen. Frei von persönlichen Ambitionen wechselte der Bajuware an die Spitze des Unicredit-Verwaltungsrats, um zu überwachen, dass die HVB im Integrationsprozess nicht untergebuttert wird. Schon damals war Profumo bekannt für einsame Entscheidungen. Nun beerbt Rampl ihn entgegen aller Karrierepläne. Als Krisenmanager tat er sich schon in seiner aktiven Zeit bei der HVB hervor, bei der der ruhig wirkende Banker 1968 als Lehrling begonnen hatte. Mehr als die HVB zum Übernahmekandidaten aufzumöbeln und ihre Pleite oder Zerschlagung zu verhindern, war aber seinerzeit nicht mehr drin. Einige, die den Fall der einst stolzen HVB nicht wahrhaben wollten, kritisierten Rampl als Totengräber bayerischer Bankenherrlichkeit. Beim Personal und der Mehrheit seiner Kollegen, war sein Ruf aber stets unbestritten. Nun muss er sein Krisentalent in der nicht gerade an Intrigen armen Großbank Unicredit beweisen. Es gilt, zwischen der italienischen Politik und dem libyschen Staat als Unicredit-Großaktionär zu vermitteln und einen allseits vermittelbaren Vorstandschef für Unicredit zu finden. Mit dem völlig anders gestrickten Profumo war sich Rampl hinsichtlich der Unicredit-Strategie lange einig. Mit Rückendeckung seines Aufsichtsratschef konnte der Italiener seine Bank ohne Staatshilfe durch die Finanzkrise steuern. Dass Profumo verschwieg, dass Libyen bei Unicredit auf dem Vormarsch ist, nahm ihm allerdings auch Rampl übel. mit rtr

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