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Puma-Chef Björn Gulden kann in Herzogenaurach glänzende Zahlen präsentieren.

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Puma wächst weltweit

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Für die Sportmarke war 2019 das „beste Jahr der Firmengeschichte“. Doch die Auswirkungen des Coronavirus könnten Puma empfindlich treffen.

Der geschäftliche Endspurt 2019 war selbst für einen Sportartikler mit Raubkatzenlogo wie Puma rasant. Auch die im Jahresverlauf nach oben korrigierten Prognosen haben die vom norwegischen Konzernchef Björn Gulden geführten Herzogenauracher übertroffen. Die Umsätze sind währungsbereinigt um 17 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro geklettert, der Jahresüberschuss um 40 Prozent auf über 262 Millionen Euro.

Grundsätzlicher Optimismus und das vergangene Rekordjahr mit einer Erhöhung der Dividende von 35 auf 50 Cent je Aktie kommen bei Börsianern hervorragend an. Der Wert der Puma-Aktie kletterte nach der Bilanzvorlage zeitweise um gut neun Prozent auf über 78 Euro. Kein MDax-Wert war am Mittwoch stärker. Die Prognosen beinhalten allerdings auch Hoffnungswerte.

Die Ungewissheit bezüglich Dauer und Auswirkungen des neuartigen Coronavirus erschwere es, die Geschäftsentwicklung vorauszusagen, räumte Gulden ein. Seit Anfang Februar dämpfe er die Geschäfte, was sich im ersten Quartal auf Umsatz und Gewinn auswirken werde. Die Prognosen für 2020 sind dementsprechend fast bescheiden: Man rechnet mit einem Zehntel mehr Umsatz und knapp einem Fünftel mehr Gewinn.

Auch der weltgrößte Sportartikler Nike und Verfolger Adidas haben virusbedingt vor erheblichen Einbußen speziell in China gewarnt. In dortigen Fabriken lässt nicht nur die ganze Branche fertigen. Auch als Absatzmarkt ist China bedeutend. Seit Ende Januar liege das eigene Geschäft dort um 85 Prozent unter dem Vorjahr, erklärte Adidas.

Auch Puma ist sehr verwundbar. China bringt den Franken rund 13 Prozent aller Umsätze. Mit 40 Prozent ist das Geschäft dort 2019 so schnell gewachsen wie sonst nirgends. Es ist zudem das global margenträchtigste für Puma. Da tut es weh, dass derzeit 70 von 110 Puma-eigenen Läden in China auf Weisung von Behörden geschlossen sind. Online bestellte Sportschuhe und Trikots können Puma & Co derzeit in China nicht ausliefern, weil der Warenverkehr kollabiert ist. Bleibt das noch vier Wochen so, müsse man Prognosen korrigieren, warnt Gulden.

Dabei wäre 2020 für die Branche an sich ein vielversprechendes Jahr. Die Fußball-Europameisterschaft und die Olympischen Spiele stehen an. Vor allem die Fußball-EM gilt als Stimulanz für Geschäfte von Sportartiklern. Das gilt nun auch wieder uneingeschränkt für Puma. Unter Gulden haben die Franken ihr Profil als Sportmarke erheblich geschärft und sind keine reine Lifestyle-Marke mehr.

Das sportliche Image lassen sich die Franken einiges kosten. Im Fußball sponsern sie mit Dortmund und Gladbach zwei Top-Bundesligaclubs. International kam 2019 Manchester City mit Trainerstar Pep Guardiola als neuem Puma-Markenbotschafter dazu. Den Klub haben die kleinen Franken voriges Jahr Nike abspenstig gemacht. Es sei die größte Partnerschaft, die Puma jemals eingegangen ist, sagt Konzernchef Björn Gulden. Angeblich kostet sie Puma jährlich 70 Millionen Euro.

In der Formel 1 hat Puma den sechsmaligen Weltmeister Lewis Hamilton unter Vertrag. 2019 wurden auch neue Kontrakte mit dem Deutschen Handballbund geschlossen. Anhaltende Erfolge feiert Gulden auch mit der Hinwendung zur weiblichen Kundschaft. Online sorgen etwa Stars wie Rihanna und Selena Gomez für ein hippes Image.

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