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Puma setzt auf Nachhaltigkeit

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Puma-Outlet: Der Sportartikelhersteller setzt auf nachhaltig erzeugte Produkte.
Puma-Outlet: Der Sportartikelhersteller setzt auf nachhaltig erzeugte Produkte. © dpa

Sportartikelhersteller Puma will sich als Ökopionier etablieren und macht die Nachhaltigkeit ökologisch erzeugter Produkte messbar. Puma-Produkte sollen zukünftig mit einer Art "Umweltkalorien" ausgezeichnet werden.

Von Thomas Magenheim

Sportartikelhersteller Puma will sich als Ökopionier etablieren und macht die Nachhaltigkeit ökologisch erzeugter Produkte messbar. Puma-Produkte sollen zukünftig mit einer Art "Umweltkalorien" ausgezeichnet werden.

Der Herzogenauracher Sportartikelhersteller will sich mit einer ersten Kollektion nachhaltig erzeugter Produkte als Ökopionier etablieren. Zwar bieten Konkurrenten wie die US-Outdoorfirma Patagonia bereits seit Jahren aus recycelten Plastikflaschen hergestellte Jacken an.

Neu am Ansatz der Franken ist aber, dass der Umweltnutzen bei ihnen genau bezifferbar und objektiv nachzurechnen ist, betonte Jochen Zeitz, der bei der französischen Puma-Mutter PPR für das Thema Nachhaltigkeit zuständig ist. Aus Biobaumwolle hergestellte T-Shirts oder komplett biologisch abbaubare Sportschuhe, die Puma von Frühjahr 2013 an im Programm hat, würden die Umweltschäden um knapp ein Drittel senken, rechneten er und der amtierende Puma-Chef Franz Koch vor. Bestätigt wird die Kalkulation von der auf Umweltfragen spezialisierten Beratungsfirma Trucost. Zeitz ruft alle anderen Hersteller auf, gemeinsam einen Branchenstandard für nachhaltige Produkte zu schaffen. „In unseren Produkten gibt es eine Art Umweltkalorien“, erklärt der Manager. Die sollen künftig auf Sportschuhen und Trikots ausgewiesen werden, wie der Gehalt von Fett, Kalorien oder anderen Inhaltsstoffen bei Lebensmitteln.

Was das bedeuten könnte, zeigt Zeitz an einem Beispiel. Danach liegen die Umweltkosten nachhaltig erzeugter Sportschuhe umgerechnet in Euro und Cent bei 2,95 Euro, im Vergleich zu 4,29 Euro bei einem herkömmlichen Paar. Bei T-Shirts beträgt die Relation bei 2,36 zu 3,42 Euro. In diese Berechnung gehen bei der Rohstoffgewinnung und Produktion entstehende Treibhausgase ein, der Wasserverbrauch, Abfallmengen und Landnutzung (Anbauflächen für Baumwolle und Weideflächen für Tiere). Diese Analyse zeigt, dass Öko-Ware zwar unter dem Strich, aber nicht in jeder Hinsicht die Umweltbelastung senkt. So liegt der Wasserverbrauch eines Öko-Shirts um zwei Prozent höher und die Luftverschmutzung bei Öko-Schuhen 14 Prozent über traditioneller Ware, weil Letztere in der Herstellung weniger Energie verbraucht. In jeder anderen Hinsicht bringt Öko-Ware Minderbelastungen von 21 bis 70 Prozent.

Milliarden von Kleidungsstücken werden weggeworfen

Insgesamt seien die Nachhaltigkeitspotenziale in der Textilindustrie gigantisch angesichts etwa einer Milliarde Kleidungsstücke, die jährlich mangels Wiederverwertbarkeit auf Deponien oder in Verbrennungsöfen landet, betont Zeitz. Die nachhaltigen Puma-Schuhe seien binnen eines halben Jahres inklusive einer speziellen Gummisohle komplett kompostierbar. Andere Ökoprodukte wie Rucksack und Jacken würden aus Recycling-Material gefertigt. Puma garantiert, dass alle ausrangierten Ökoprodukte, die von Kunden in Puma-Läden abgegeben werden, wiederverwertet würden.

Vorerst sei die 22 Produkte umfassende Pilotkollektion nur eine kleine Nische, räumte Koch ein. Wenn Verbraucher zugreifen, werde man größere Stückzahlen nachhaltig produzieren. Dafür müssen Kunden teils tiefer in die Tasche greifen. Die Öko-Schuhe kosten wegen der abbaubaren Gummisohle mit 95 Euro rund zwölf Prozent mehr als ein vergleichbares Paar traditionell gefertigter Schuhe. Keinen Preisaufschlag gibt es bei Öko-Shirts.

Abstriche bei den Margen der Öko-Produkte macht Puma nach eigenen Angaben nicht. Deren Haltbarkeit sei mit der klassischer Schuhe und T-Shirts vergleichbar.

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