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Extinction Rebellion.

Klimaaktivisten

Protestcamp am Kanzleramt

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Extinction Rebellion, die radikale Schwester der Fridays-for-Future-Bewegung, will von Montag an Straßen und Plätze in der Hauptstadt blockieren.

Dieses Mal wird es kein Freitag sein. Die Klima-Aktivisten um Extinction Rebellion kündigen für die ganze Woche ab dem 7. Oktober umfangreiche Blockaden in Berlin an. „Wir müssen jetzt den Alltag der Hauptstadt stören, damit die Politik uns zuhört“, heißt es in dem Aufruf. Hunderte seien bereit, sich festnehmen zu lassen. Die Aktionen sind Teil einer von der Gruppe ausgerufenen weltweiten Rebellionswelle, darunter London, Paris, New York und Sydney. In Berlin wollen die Aktivisten zudem ab Samstag neben dem Kanzleramt ein Protestcamp aufbauen, bei dem die Organisatoren mehrere Tausend Teilnehmer erwarten.

Extinction Rebellion – kurz XR und zu deutsch etwa „Rebellion gegen das Aussterben“ – ist der radikalere Teil der Klimabewegung. Anders als Fridays for Future agieren die Aktivisten vornehmlich mit Mitteln des zivilen Ungehorsams – sie organisieren Sitzblockaden, um den motorisierten Verkehr zu stoppen und wollen so die Regierung von ihren Zielen überzeugen.

Die Bewegung stammt aus Großbritannien und hat mittlerweile Ableger und Ortsgruppen in vielen Ländern der Welt. Wie groß die Bewegung genau ist, lässt sich derzeit nur schwer abschätzen. „Wir handeln aus Liebe zum Leben und für eine lebenswerte Zukunft aller Lebewesen auf diesem Planeten“, lautet die Selbstbeschreibung der Gruppe. Extinction Rebellion hat sich der strikten Gewaltfreiheit verschrieben. Und so agieren die Aktivisten bislang auch. Beim weltweit größten Klimaprotest am 20. September blockierte Extinction Rebellion zwar für mehrere Stunden den Potsdamer Platz in Berlin. Auseinandersetzungen mit der Polizei blieben jedoch aus. Ähnlich sah es in anderen Städten aus. Es ist der Versuch, zivilen Ungehorsam in die bürgerliche Mitte zu transportieren.

In die Quere kommen der Bewegung dabei allenfalls andere Gruppen wie die Interventionistische Linke, der im Verfassungsschutzbericht eine taktische Einstellung zur Gewalt vorgeworfen wird. Bisweilen ist von gegenseitiger Abneigung zu hören. In Hamburg verließen am 20. September XR-Aktivisten eine Straßenblockade, nachdem andere Teilnehmer die Polizei beleidigt hatten.

Die inhaltlichen Ziele von Extinction Rebellion sind zwar reichlich knapp formuliert, aber dennoch deutlich. Sie fordern von der Bundesregierung unter anderem, den Klimanotstand auszurufen, die Treibhausgas-Emissionen bis 2025 auf Netto-Null zu senken und eine per Losverfahren bestimmte Bürgerversammlung einzuberufen, die darüber berät, wie die Ziele erreicht werden können. Auffällig wurde die Gruppe in Deutschland etwa, als sich Aktivisten an Zäune vor dem Kanzleramt ketteten.

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