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Noch immer der Renner: Fischstäbchen bescheren Frosta gute Umsätze, aber auch vegane Produkte verkauft sich vermehrt. Foto: Imago Images
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Noch immer der Renner: Fischstäbchen bescheren Frosta gute Umsätze, aber auch vegane Produkte verkauft sich vermehrt.

Lebensmittelbranche

Probleme mit Papierbeuteln

  • VonEckhard Stengel
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Frosta wollte seine Tiefkühlkost schnell statt in Plastik in Papier anbieten, doch nun hakt es an der Umsetzung. Trotz geschlossener Kantinen steigt unterdessen Umsatz und Gewinn.

Der Bremerhavener Tiefkühlkosthersteller Frosta ist bei der 2020 begonnenen Umstellung von Plastik- auf Papierbeutel auf unerwartete Probleme gestoßen. Insgesamt konnte das Unternehmen seinen Umsatz und Gewinn jedoch deutlich steigern, wie der Vorstand am Donnerstag auf seiner Online-Bilanzpressekonferenz berichtete.

Die neuen Papierbeutel aus einem „innovativen Materialmix“ waren drei Jahre lang aufwendig entwickelt worden und sollten 2020 nach und nach die Plastikverpackungen von Gemüsemischungen und Fertiggerichten ersetzen. Bei der Ankündigung des Projekts hatte Frosta von einer „Revolution im Tiefkühlregal“ gesprochen. Doch bisher seien erst vier von über 50 Produkten umgestellt worden, wie Vorstandsmitglied Hinnerk Ehlers berichtete. „Wir sind auf die eine oder andere ungeahnte Schwierigkeit gestoßen.“ Zum Beispiel habe sich gezeigt, dass Rote-Bete-Saft oder Sojasoße durch die Verpackung durchgesickert seien. „Wir arbeiten jetzt weiter an dem Fein-Tuning“, sagte Ehlers und sprach von einem „hochkomplexen Projekt“.

Weniger gut als erwartet lief auch die Markteinführung veganer Fisch-Ersatzprodukte ohne Aromen und Geschmacksverstärker unter dem Namen „Fisch vom Feld“. Ursprünglich, so Ehlers, sollten die neuen Sorten ab Herbst 2020 in der Gastronomie und in Kantinen eingeführt werden. Aber dann sei der Corona-Lockdown dazwischengekommen. Die neue Produktlinie solle jetzt Schritt für Schritt im Einzelhandel angeboten werden.

Insgesamt sei der Umsatz mit der Gastronomie wegen Corona von einem auf den anderen Tag um 80 Prozent eingebrochen, so Ehlers weiter. Dafür sei aber das Geschäft im Einzelhandel deutlich gewachsen. Die Hauptmarke Frosta, die seit 2003 komplett auf Zusatzstoffe und Aromen verzichtet, habe um 23 Prozent auf 230 Millionen Euro Umsatz zugelegt. Seit Corona werde in Deutschland mehr auf gesundes Essen geachtet. Davon profitiere auch Frosta mit seinem selbstentwickelten Reinheitsgebot.

Allein die veganen Produkte verzeichneten im Lockdown einen Zuwachs um 77 Prozent, allerdings auf niedrigem Niveau. Renner seien aber immer noch Hühnerfrikassee und klassische Fischstäbchen.

Im Gegensatz zur Hauptmarke Frosta entwickelten sich die Handelsmarken, die für große Filialketten produziert werden, laut Konzernbericht „leicht rückläufig“, da den „Preiserwartungen“ der Abnehmer nicht immer entsprochen werden konnte. Auf Nachfrage unserer Zeitung sagte dazu Finanzvorstand Maik Busse, dass das Werk im sächsischen Lommatzsch, das vor allem solche Handelsmarken produziert, 21 Prozent an Umsatz verloren habe. Der Grund seien Lohnerhöhungen, die als Folge von Streiks eingeführt worden seien und zu höheren Abgabepreisen geführt hätten. Daraufhin habe ein Teil der Handelskundschaft seine Aufträge abgezogen und lieber bei anderen Unternehmen mit niedrigeren Löhnen produzieren lassen. Trotzdem habe Frosta es geschafft, die Stellenzahl in Lommatzsch nur von 198 auf 192 zu kürzen.

Weiteren Personalabbau gab es laut Lagebericht am Stammsitz Bremerhaven und im polnischen Werk Bydgoszcz, so dass die Beschäftigtenzahl des Konzerns im Jahresverlauf von 1852 auf 1778 sank.

Insgesamt stieg der Umsatz des Konzerns im vergangenen Jahr um 5,4 Prozent auf 552 Millionen Euro. Der Jahresgewinn nach Steuern betrug 25,1 Millionen Euro. 2018 hatte er bei 20 Millionen gelegen, 2019 ausnahmsweise nur bei 12,4 Millionen.

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