Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Fusion E-Plus-O2

Preisbrecher E-Plus wird teurer

  • Frank-Thomas Wenzel
    VonFrank-Thomas Wenzel
    schließen

Großaktionär Carlos Slim plant offenbar, die E-Plus-Mutter KPN komplett zu übernehmen, um sie gewinnbringend weiter zu verkaufen. Mit den Einnahmen aus dem E-Plus-O2-Deal würde die Schuldenlast von KPN deutlich schrumpfen. Branchenkenner vermuten aber, dass das Kartellamt die Fusion verbietet.

Carlos Slim gilt mit einem geschätzten Vermögen von 73 Milliarden Dollar als reichster Mensch der Welt. Gut möglich, dass demnächst noch einige Hundert Millionen hinzukommen. Slim spielt bei der geplanten Fusion der beiden deutschen Mobilfunknetzbetreiber E-Plus und O2 eine entscheidende Rolle. Der Mexikaner ist mit einem Anteil von knapp 30 Prozent Großaktionär bei der E-Plus-Mutter KPN. Jetzt hat er durchgesetzt, dass der Preis für den geplanten Verkauf des Mobilfunkers an Telefónica Deutschland, zu der O2 gehört, aufgestockt wird. Das Volumen des Deals steigt um rund eine halbe Milliarde Euro auf gut 8,5 Milliarden.

Vorige Woche noch drohte Slim, auf einer außerordentlichen Hauptversammlung von KPN am 2. Oktober, die über den Verkauf entscheiden soll, sich querzulegen. Doch nun habe sich sein Unternehmen America Movil „unwiderruflich verpflichtet“, bei dem Aktionärstreffen für die Transaktion zu stimmen, teilte Telefónica gestern mit.

Dafür wurde eine komplexe Vereinbarung getroffen. Einerseits erhält KPN fünf Milliarden Euro in bar. Hinzu kommt ein Aktienpaket von 20,5 Prozent an dem neuen fusionierten Unternehmen –  bislang sollte diese Beteiligung nur 17,6 Prozent schwer sein. Telefónica hat aber die Möglichkeit, den 2,9-Prozent-Anteil innerhalb eines Jahres zurückzukaufen, müsste dafür aber 510 Millionen Euro an KPN zahlen.

Für Slim ist dieses Geschäft in Deutschland nur ein Schritt in einem größeren Plan. Er hält KPN für massiv unterbewertet. Sein Ziel ist offenbar, das niederländische Unternehmen komplett zu übernehmen, um es später gewinnbringend weiter zu verkaufen. Mit den Einnahmen aus dem E-Plus-O2-Deal würde die Schuldenlast von KPN deutlich schrumpfen. Zugleich wird der Konzern Teilhaber eines Mobilfunkriesen in Deutschland –  durch beides dürfte KPN für Investoren an Attraktivität gewinnen.

E-Plus hat Nachholbedarf beim Netz

Doch ganz so einfach ist die Angelegenheit nicht. Das Bundeskartellamt will die Verschmelzung der hiesigen Nummer vier (O2) mit der Nummer drei (E-Plus) zum neuen Marktführer genau prüfen. Es blieben dann nämlich nur drei Mobilfunknetzbetreiber übrig – Telekom und Vodafone kommen noch hinzu. Wettbewerbsexperten sind sich einig, dass damit der Konkurrenzkampf mit immer niedrigeren Preisen für die Kunden abgeschwächt würde. O2-Manager hoffen indes, die Kartellwächter besänftigen zu können, indem man Mobilfunkfrequenzen abgibt. Die können aber nur an die beiden anderen ebenfalls mächtigen Anbieter weitergereicht werden, was dem Wettbewerb wenig nutzen würde. Branchenkenner halten es deshalb für wahrscheinlich, dass das Kartellamt die Fusion verbietet.

Was macht Carlos Slim dann? Er müsste wohl einen mühsameren Weg gehen, und dafür sorgen, dass das Geschäft von E-Plus weiterentwickelt wird. Der Mobilfunker hat sich hierzulande als Preisbrecher etabliert. Allerdings gibt es Nachholbedarf beim Netz. Es müsste erst für die steigenden Übertragungsgeschwindigkeiten im mobilen Internets fit gemacht werden – bevor E-Plus dann möglicherweise im Paket mit KPN veräußert wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare