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Ein verlassenes Schiff bei Moynak. Der Aralsee ist in großen Teilen ausgetrocknet.

GASTWIRTSCHAFT

Der Preis des Nichtstuns

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Den Kampf gegen die Folgen des Klimawandels gibt es nicht zum Nulltarif.

Klimaschutz gibt es nicht zum Nulltarif. Die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) geht davon aus, dass bis 2050 jedes Jahr zwei Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) in nachhaltige Energiesysteme investiert werden müssen, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern und den Klimawandel einzudämmen.

Der Preis des Nichtstuns ist ungleich höher. Das langsame Austrocknen der Seen, der sinkende Grundwasserspiegel in ohnehin trockenen Regionen, Versteppungen fruchtbaren Landes, das Abschmelzen der Himalayagletscher, die die bevölkerungsreichste Region der Welt mit Wasser versorgen, der steigende Meeresspiegel – all das sind schleichende Katastrophen, die die Grundlagen des Lebens und Wirtschaftens vieler Länder langsam, aber sicher irreversibel zerstören. Bei uns die der Land- und Forstwirtschaft, die Binnenschifffahrt, die Fischerei.

Klimawandel: Jährliche Schäden in Milliardenhöhe

Auch die Bewältigung der Klimawandelfolgen gibt es nicht zum Nulltarif. Bereits jetzt verursacht der Klimawandel laut Weltbank weltweit jährliche Schäden in Milliardenhöhe. Bisher zahlen vor allem die Armen im Süden die Zeche. Erst langsam bekommen auch wir die Folgen zu spüren – können sie aber noch abfedern. Deutsche Bauern erhielten im Sommer 2018 Dürre-Nothilfen von Bund und Ländern. Entwicklungsländern fehlen jedoch die finanziellen Mittel, um sich vor den Folgen des Klimawandels zu schützen und der Bevölkerung zu helfen, ökonomische Schäden zu bewältigen. Seitdem Dürren oder Fluten in immer kürzeren Abständen folgen, haben die Menschen auch keine Chance mehr, sich mit Vorräten dagegen zu wappnen.

Cornelia Fuellkrug-Weitzel ist Präsidentin des Hilfswerkes Brot für die Welt und der Diakonie Katastrophenhilfe. 

Trotz aller Forderungen sahen sich die Verursacherstaaten bisher weder zu stärkeren Klimaschutzmaßnahmen verpflichtet, noch stellen sie ausreichend zusätzliche Mittel zur Verfügung, um Länder des Südens bei Anpassung und Bewältigung der Klimaschäden angemessen zu unterstützen. Stattdessen werden ihnen Kredite angeboten. Zur drastischen Verarmung durch den Klimawandel droht diesen Ländern so noch die Schuldenfalle.

Sprechen wir deshalb endlich von den immer größer werdenden Kosten der Klimakrise weltweit und bei uns. Lamentieren wir nicht weiter über die ungleich geringeren Kosten für entschiedene nationale Klimaschutzmaßnahmen.

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