Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Weil die Post spart, kann die Briefzustellung im Sommer schon mal länger dauern.
+
Weil die Post spart, kann die Briefzustellung im Sommer schon mal länger dauern.

Brief-Geschäft

Bei der Post brodelt es gewaltig

Gewerkschaften und Beschäftigte rüsten sich für einen Streik im Herbst. Das Management fordert längere Arbeitszeiten und will Lohnerhöhungen aussetzen. Die Gewerkschaft kündigt einen heißen Herbst an.

Hamburg. Gewerkschaften und Beschäftigte der Deutschen Post rüsten sich für einen Arbeitskampf im Herbst. Der Fachsprecher der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi), Wolfgang Abel, kündigte in Hamburg "einen heißen Herbst" an.

Bereits im September werde es ganztägige Betriebsversammlungen geben, in denen mit den Beschäftigten Strategien entwickelt würden.

Die Postspitze verlangt laut Verdi-Chef Frank Bsirske trotz eines Halbjahresgewinns von 557 Millionen Euro für die rund 130.000 Tarif-Arbeitnehmer der Sparte längere Arbeitszeiten, ohne dafür bezahlen zu wollen. Die tariflich vereinbarte Drei-Prozent-Lohnerhöhung zum 1. Dezember solle ausgesetzt werden.

"Wir müssen das, was da vom Postvorstand kommt ernst nehmen. Eine so systematisch öffentlich durchgezogene Debatte ist kein Zufall", sagte Bsirske.

Zurvor hatte sich allerdings eine Sprecherin der Gewerkschaft gesprächsbereit über das geforderte Sparpaket gezeigt: "Wir wollen die offenen Fragen erörtern." Brief-Vorstand Jürgen Gerdes hatte zuvor in einem Reuters-Interview ein düsteres Bild für das Brief-Geschäft gezeichnet. Wenn der Konzern nicht auf die Kostenbremse trete, drohten dem langjährigen Gewinnbringer langfristig möglicherweise sogar Verluste.

Verdi wolle "auf der Arbeitsebene" in Dialog treten, sagte die Sprecherin. Es gebe aber keine formellen Tarifverhandlungen mit dem Bonner Konzern. Auch die Lohnerhöhung im Dezember stehe nicht zur Debatte: "Es gibt keinen Anlass, auf die vereinbarte Tariferhöhung zu verzichten."

Gerdes hatte sich zuvor zuversichtlich gezeigt, in Gesprächen mit der Gewerkschaft rasch ein Lösung finden zu können: "Beide Seiten sehen, dass wir vor Jahresende ein Ergebnis haben sollten - eine vernünftige Lösung in akzeptabler Zeit." Gerdes verwies darauf, dass der Konzern bei sinkenden Sendungsmengen im Briefbereich nur wenig Spielraum für Preiserhöhungen habe. Deshalb müsse die Post die Kosten senken.

"Eine Lohnverschiebung um zwölf Monate ist bei einer Inflationsrate, die nahe Null ist, eine sehr schonende Maßnahme", sagte Gerdes. Er bestätigte zudem, dass die Post Neueinsteiger in der Tochtergesellschaft First Mail unterbringen und sie dort zum Mindestlohn für Briefträger beschäftigen könnte. Eine Ausgliederung könne "auch im Briefbereich funktionieren", sagte Gerdes.

Die Gewerkschaft hat einen Tarifvertrag zum Rationalisierungsschutz gekündigt, um auf die Drohungen reagieren zu können. (dpa/rtr)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare