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Porsche startet ein Sparprogramm.

Autokrise

Porsche auf Sparkurs

Auch der erfolgsverwöhnte Autohersteller Porsche spürt die Krise. Der Absatz bricht ein. Die bereits gedrosselte Produktion wird weiter gekürzt. Porsche fährt ein Sparprogramm.

Stuttgart. Der Sportwagenhersteller Porsche ist auf Talfahrt. Der Absatz des erfolgsverwöhnten Herstellers von Sport- und Geländewagen brach in den Monaten August bis Januar um 27 Prozent auf rund 34 000 Fahrzeuge ein, wie Porsche auf der Hauptversammlung Stuttgarter mitteilte. Der Umsatz gab um 14,3 Prozent auf drei Milliarden Euro nach. Im gleichen Maß wie der Absatz schmolz der operative Gewinn aus dem eigenen Fahrzeuggeschäft.

Dank der positiven Effekte aus dem Besitz von inzwischen knapp 51 Prozent der Volkswagen-Stammaktien sei der Konzerngewinn in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres aber höher als die 1,66 Milliarden Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres, sagte Vorstandschef Wendelin Wiedeking.

Eine konkrete Prognose für das noch bis Ende Juli laufende Geschäftsjahr wagte der Porsche-Chef nicht. Porsche wisse "nicht wirklich, was die Zukunft bringt". Um die Absatzeinbußen abzufedern, will Porsche bei den Ausgaben auf die Bremse treten und deutlich mehr als 100 Millionen Euro sparen.

Kurzarbeit soll vermieden werden

Auch die bereits gedrosselte Produktion im Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen wird weiter zurückgefahren. An 19 weiteren Tagen stünden die Bänder in den kommenden Monaten bis zum Sommer still, sagte Wiedeking. Elf Arbeitstage waren bereits ausgefallen. "Wenn sich die Situation nicht nennenswert verschlechtert, wird uns dieses Modell über die Krise helfen", stellte der Manager in Aussicht.

"Kurzarbeit oder gar Entlassungen stehen bei uns jedenfalls aktuell nicht auf der Agenda." Damit würde sich Porsche besser schlagen als die anderen deutschen Hersteller zwischen Wolfsburg und München, die Zehntausende von Beschäftigten in Kurzarbeit geschickt haben.

Bei seinen Plänen, VW ganz unter die Kontrolle von Porsche zu bringen, will sich Wiedeking nicht in die Karten schauen lassen. "Wir haben unseren Fahrplan nicht verändert". Er verwies auf prall gefüllte Kassen. "Unser Ziel ist nach wie vor, die VW-Beteiligung in überschaubarer Zeit auf 75 Prozent der VW-Stammaktien aufzustocken, um den Weg für einen Beherrschungsvertrag freizumachen", sagte Wiedeking. "Aber erwarten Sie jetzt kein Datum von mir."

Porsche muss bis Ende März einen Kredit über zehn Milliarden Euro zurückzahlen oder verlängern. Wahrscheinlich ist Letzteres. Bei einer späteren Tilgung könnte Porsche der Zugriff auf die Kasse von Volkswagen profitieren, die man mit mehr als 75 Prozent des Stammkapitals hätte.

Derzeit verhindern jedoch noch das VW-Gesetz und die niedersächsische Landesregierung mit 20 Prozent des VW-Stammkapitals jede Durchgriffsmöglichkeit. Das VW-Gesetz, das sowohl Porsche als auch die EU-Kommission zu Fall bringen wollen, sichert Niedersachsen eine Sperrminorität. In der Regel gilt in Deutschland ein Mindestanteil von 25 Prozent, um unliebsame Entscheidungen blockieren zu können. (rtr)

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