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Automobile

Pleitegeier kreisen über Saab

  • Hannes Gamillscheg
    VonHannes Gamillscheg
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Der Autobauer kann seine Zulieferer nicht bezahlen. Die Produktion musste teilweise schon für kurze Zeit wegen Teilemangels eingestellt werden. Während Saab von vorrübergehenden Problemen spricht, hagelt es Kritik aus der Branche.

Beim schwedischen Autobauer Saab liefen am Mittwoch die Bänder wieder „wie gewöhnlich“, doch über der Fabrik in Trollhättan ziehen dunkle Wolken auf. Tags davor war die Produktion kurzzeitig gestoppt worden, da es Engpässe bei Einzelteilen gab. Saab könne seine Rechnungen nicht mehr bezahlen, und daher hätten die Zulieferer den Nachschub unterbunden, meldeten schwedische Medien.

Saabs Aufsichtsrats- und derzeitiger Vorstandschef Victor Muller versucht, die Lage zu entdramatisieren: die „vorübergehenden Probleme“ seien auf eine Transportfirma zurückzuführen, die „besser bezahlt“ werden wolle. Dieser Darstellung widerspricht DB Schenker: es handle sich nicht um bessere Entlohnung, sondern um „Millionenbeträge“, die Saab schulde. Deshalb liefere man jetzt nur noch nach Bezahlung. „Dann kann Saab entscheiden, was für die Produktion am wichtigsten ist“, sagt Sprecher Pierre Olsson.

"Bedeutende Summen" wurden nicht bezahlt

Svenåke Berglie, der Branchenchef der Industrie für Fahrzeugkomponenten, bestätigte, dass Saab mit den Zahlungen für mehrere Zulieferer in Verzug sei und dass man das Unternehmen aufgefordert habe, dies abzustellen. Es handle sich um „bedeutende Summen“. Die Werbeagentur Lowe Brindfors kündigte nach Angaben des Branchendienstes Resumé die jahrelange Zusammenarbeit mit Saab auf, weil man seit Dezember nicht mehr honoriert wurde. Summen wolle man aus Rücksicht auf den Konzern nicht nennen.

Saabs Mutterfirma Spyker Cars versicherte am Mittwoch, dass man über „ausreichende Mittel für den unmittelbaren Bedarf“ verfüge. Dennoch sehen die schwedischen Analysten nun wieder die Pleitegeier über dem Traditionsunternehmen kreisen, das Spyker vor nur einem Jahr in einer dramatischen Rettungsaktion vom damaligen Eigner GM übernommen hatte.

Der Optimismus ist verflogen. Im Vorjahr schrieb Spyker 218 Millionen Euro Verlust, und das bei einem Umsatz von nur 819 Millionen. Mit dem Verkauf von 32000 Pkw blieb man weit hinter dem Soll von 80000 zurück. Und selbst auf dem schwedischen Markt für Dienstwagen, auf dem Saab bisher stets solide die Nummer zwei hinter Volvo war, musste man sich zuletzt von Volkswagen abhängen lassen. Dass in der Vorwoche der als Retter gefeierte Vorstandschef Jan Åke Jonsson seinen Rücktritt ankündigte, weil er „endlich mehr Zeit für Freizeit und Familie“ haben wolle, trug nicht zur Stärkung des Vertrauens bei. Nur einen Tag davor war der als Finanzchef vorgesehene Niels-Johan Andersson abgesprungen.

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