Hamburg

Platz für die ganz großen Pötte

Die Elbvertiefung soll den Hamburger Hafen wieder nach vorn bringen.

Die Baggerarbeiten zur Vertiefung der Fahrrinne auf der Elbe haben am Dienstag offiziell begonnen. Bei einer Bootsfahrt auf der Unterelbe gaben Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und Vertreter von Senat und Behörden um 13.51 Uhr das symbolische Startsignal für die Bauarbeiten auf dem Strom.

Daraufhin senkte sich der Saugrüssel des Saugbaggerschiffs „Scheldt River“ in den Strom und begann mit der Arbeit. Künftig sollen Schiffe mit einem Tiefgang von 13,50 Meter unabhängig von Ebbe und Flut den Hamburger Hafen erreichen oder verlassen können. Auf der Flutwelle darf der zulässige Tiefgang 14,50 Meter betragen. Zudem wird die Fahrrinne verbreitert und eine Begegnungsbox für Schiffe bei Wedel gebaut. Damit wird aus einer Einbahnstraße ein Schifffahrtsweg, der in beiden Richtungen befahren werden kann. Insgesamt könnten durch die Elbvertiefung bis zu drei Millionen Container zusätzlich nach Hamburg gelangen, ohne dass die Reedereien mehr Schiffe einsetzen müssten.

Bereits seit Beginn des Jahres laufen vorbereitende Arbeiten. So wurden im Strombett große Deponieflächen für das Baggergut angelegt. Bei der Elbvertiefung, einer der größten Flussbaumaßnahmen weltweit, werden bis zu 40 Millionen Kubikmeter Baggergut bewegt.

Am Schiffsanleger im schleswig-holsteinischen Wedel protestierten am Dienstag Umwelt- und Naturschutzverbände mit einem „Letzten Gedeck für die Tideelbe“ gegen die Elbvertiefung. Vom Beginn der Planungen bis zu den Baggerarbeiten sind rund 17 Jahre mit juristischen Auseinandersetzungen und Neuplanungen vergangen. Die Bauarbeiten sollen im Jahr 2021 abgeschlossen sein.

Die achte Elbvertiefung war im Jahr 2000 kaum fertig, als bei der Hafenwirtschaft schon der Ruf nach einer erneuten Vertiefung der Fahrrinne laut wurde. Die Containerschiffe, wichtigstes Geschäftsfeld des Hamburger Universalhafens, wurden immer größer. Um das Jahr 2000 herum war ein großes Containerschiff 350 Meter lang, 46 Meter breit und konnte 9000 Standardcontainer (TEU) transportieren. Heute hingegen misst ein großer Containerfrachter 400 Meter in der Länge, 60 Meter in der Breite und trägt 22 000 TEU. Diese Schiffe laufen den Hafen zwar immer häufiger an, können aber nur eine geringere Ladungsmenge aufnehmen. Deshalb soll die Fahrrinne tiefer und breiter werden.

Auf der Liste der weltgrößten Häfen rangiert Hamburg nur noch auf Platz 19. Die Konkurrenzhäfen Rotterdam und Antwerpen haben Hamburg deutlich abgehängt. Das erste Quartal dieses Jahres brachte Hamburg mit einem Plus von 6,4 Prozent im Containerumschlag den ersten nennenswerten Zuwachs seit Jahren. (dpa)

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