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Auch Bio-Ware wird von den Handelsketten oft in viel Plastik gehüllt.

Handel

In Plastik gehüllte Öko-Gurken

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Bundesregierung und Handel sollen für eine deutliche Reduzierung des anfallenden Plastikmülls sorgen. Das fordern die Grünen und verlangen dafür beträchtlichen Einsatz.

Die Grünen haben Bundesregierung und Handel aufgefordert, für eine deutliche Reduzierung des Plastikmülls zu sorgen. „Wir müssen runter von diesen Verpackungsbergen bei Obst und Gemüse in den Supermärkten“, sagte Fraktionschef Anton Hofreiter der Funke-Mediengruppe. So würden Gurken und Tomaten in Plastik verpackt, Champignons und Obststücke in Plastikschalen angeboten. Die Bundesregierung übe keinerlei Druck auf die Handelsketten aus, um Verpackungsabfälle zu vermeiden und lasse auch sonst Initiativen zur Kunststoffreduktion vermissen.

Hofreiter forderte, die Forschung nach abbaubaren Verpackungsmaterialien mit mindestens 50 Millionen Euro staatlich zu unterstützen. Zudem müsse Plastik, das aus Schweröl gewonnen werde, ebenso besteuert werden wie Diesel und Benzin. Auch die Verbraucher trügen Verantwortung und könnten bewusst Plastikverpackungen vermeiden.

Weltweit wachsende Abfallberg

Hintergrund der Kritik ist der weltweit wachsende Abfallberg. Mehr als 300 Millionen Tonnen Kunststoff werden pro Jahr hergestellt, etwa ein Viertel der Produktion davon entfällt auf Verpackungen. Trotz Recyclings und des Einsatzes von Klär- und Filteranlagen gelangen beträchtliche Mengen ins Meer. Auf acht Millionen Tonnen Kunststoff haben Wissenschaftler der britischen Ellan MacArthur Foundation das Jahresvolumen beziffert. Andere Schätzungen belaufen sich auf 4,8 bis 12,7 Millionen Tonnen. So oder so ist die Menge bei weitem zu groß. 

Zum einen bauen sich im Meer Plastikabfälle im Schnitt erst nach 450 Jahren ab. Zum zweiten zersetzen sich die Kunststoffe zu winzigen Partikeln, die über Schalentiere und Fische in die Nahrungskette gelangen. Ähnliches gilt für Mikrokügelchen aus Kunststoff, die in vielen Kosmetik- und Körperpflegeprodukten enthalten sind. Die Kleinstpartikel haben sich offenbar bereits weltweit in den Ozeanen verbreitet und wurden sogar schon in der Antarktis nachgewiesen. 

Auswirkungen auf das Ökosystem 

Doch auch größere Plastikabfälle setzen dem Leben in den Meeren zu. Ein im Juni in Thailand gestrandeter Wal verendete an acht Kilo Plastikmüll, die seinen Verdauungstrakt lahmgelegt hatten. Auch in toten Robben und Seevögeln werden regelmäßig Kunststoffabfälle gefunden. 

Wegen der beträchtlichen Auswirkungen auf das Ökosystem will die EU-Kommission neue Regelungen für Kunststoffprodukte einführen: Geschirr, Bestecke und Wattestäbchen aus Plastik sollen verboten, für Getränkeflaschen verbindliche Recyclingquoten eingeführt werden. Den Plänen zufolge sollen bis 2025 mindestens 90 Prozent aller Kunststoff-Getränkeflaschen wiederverwertet werden, bis 2030 sollen es 100 Prozent sein. Ob es so kommt, ist indessen ungewiss: Der Regelung müssen neben dem EU-Parlament auch die Volksvertretungen in den einzelnen Mitgliedsländern zustimmen. Mit einem Ende dieses Abstimmungsprozesses wird erst im kommenden Jahr gerechnet. 
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