Ferdinand Piech feiert am Freitag seinen 78. Geburtstag.
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Ferdinand Piech feiert am Freitag seinen 78. Geburtstag.

VW.Machtkampf

Piëch feiert Geburtstag

Der Ausgang des VW-Machtkampfs ist offen. Was genau will Aufsichtsratschef Piëch? Auch an seinem Geburtstag dürften im Hintergrund die Drähte glühen.

Es dürfte schon ruhigere Geburtstage gegeben haben für Ferdinand Piëch. Diesen Freitag (17.) wird er 78 Jahre alt - und steht mitten im Zentrum einer Führungskrise bei Volkswagen. Eine Krise, die der VW-Aufsichtsratschef selbst heraufbeschworen hat, mit einem dieser typischen Piëch-Sätze. Knapp und schonungslos demontierte er Vorstandschef Martin Winterkorn: "Ich bin auf Distanz zu Winterkorn", sagte der VW-Patriarch dem Nachrichtenmagazin "Spiegel". Eine Woche ist das nun her - seitdem tobt in Wolfsburg ein Machtkampf.

Winterkorn hat zwar derzeit eine breite Unterstützer-Allianz, dennoch wird auch über diesen Piëch-Satz viel spekuliert: "Ich strebe an, dass an die Spitze des Aufsichtsrats und des Vorstands die Richtigen kommen." In Vorstand und Aufsichtsrat müssten jeweils Techniker die Führung bekleiden.

Klar zu sein scheint damit: Audi-Chef Rupert Stadler als Betriebswirt ist aus dem Rennen für die Winterkorn-Nachfolge. Als ein Favorit gilt Porsche-Chef Matthias Müller. Was aber ist mit dem neuen VW-Nutzfahrzeug-Vorstand Andreas Renschler und Herbert Diess, dem künftigen Chef der Kernmarke VW, den Volkswagen von BMW geholt hat? Auch andere Namen werden gehandelt, wie Finanzchef Hans Dieter Pötsch und Skoda-Cheflenker Winfried Vahland. Was also will Piëch? Die Drähte glühen, nicht zuletzt zwischen den Eigentümer-Familien Piëch und Porsche - erst recht, seitdem der Sprecher des Porsche-Clans, Wolfgang Porsche, auf Distanz zu den Äußerungen seines Cousins gegangen war.

Mit der Winterkorn-Demontage machte Piëch seinem Ruf wieder einmal alle Ehre. "Göttervater" nannte ihn ein Kleinanleger einmal, Piëchs Aussagen sind gefürchtet. Im Jahr 2009 mitten im Übernahmekampf mit Porsche sagte Piëch auf die Frage, ob der damalige Porsche-Chef Wendelin Wiedeking sein Vertrauen genieße: "Zur Zeit noch. Streichen Sie das "noch"!".

Der Enkel des legendären Autokonstrukteurs Ferdinand Porsche sieht VW als sein Lebenswerk. Aus dem einstigen Übernahmekandidaten formte er einen Weltkonzern, in dem inzwischen vom Motorrad über Pkw bis zum Schwerlaster die gesamte Automobilpalette vom Band rollt. Der Österreicher verbindet als Aufsichtsratschef und Patriarch seine Liebe zur Technik mit strenger Führung und familiärem Unternehmertum.

Über Stationen bei Porsche und Audi kam Piëch nach Wolfsburg. Ferdinand Karl Piëch, so sein voller Name, lenkte den Konzern selber von 1993 bis 2002 und überwacht ihn seither als Aufsichtsratschef. Sein Familienstamm Porsche/Piëch ist Großaktionär bei Volkswagen. Piëch ist jemand, der auch einen Motor zusammenschrauben kann. Der Maschinenbauer gilt als technikversessen. Privat segelt er gerne, beschäftigt sich mit fernöstlicher Kultur und japanischer Ethik. In der Öffentlichkeit erscheint er meistens in Begleitung seiner blonden Ehefrau Ursula (58), die er in den VW-Aufsichtsrat holte. Eingehakt am Arm seiner Gattin; so flanieren sie über Messen und Termine. Das Paar hat drei gemeinsame Kinder. Sein milliardenschweres Erbe hat Piëch über ein Stiftungskonstrukt geregelt.

Ausgang weiter offen

Piëch graduierte 1962 mit einer Arbeit über Formel-1-Motoren zum Diplom-Ingenieur. In Mitarbeiterkreisen kursieren Legenden über ihn. Eine geht so: Piëch trifft auf ein Ingenieursteam, das ihm sein Leid über den kniffligen Krümmungswinkel eines Bauteils klagt, durch das etwas hindurchströmen soll. Piëch hört zu, schüttelt am Ende den Kopf und verrät den Experten die Lösung: Erst die Kombination aus Krümmung und variierendem Durchmesser des Bauteils werde zur Lösung führen.

Bei der am Ende für VW siegreichen Schlacht gegen Porsche galt Piëch als zentrale Klammer in den Facetten des PS-Imperiums. Sein Wort ist oft ein Maß der Dinge. Menschen, die Piëch gut kennen, beschreiben ihn als einen, der mit dem Nimbus des Machtmenschen auch hadert. Er sei gar nicht so, wie die Medien ihn zeichneten, sagte er so manchem.

Wie die aktuelle Machtprobe bei VW ausgeht, ist offen. In seiner Autobiografie schreibt Piëch, er handle bei Machtproben stets wohlüberlegt und wisse "auf welche Schlüsselperson ich den Schlachtplan einrichte". (dpa)

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