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Philipp Lahm.

Discounter Aldi und Philipp Lahm

Ein Team: Philipp Lahm und Aldi

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Der Fußballweltmeister und Geschäftsmann Philipp Lahm und der Discounter Aldi arbeiten künftig zusammen.

Auf dem Platz war Philipp Lahm ein begnadeter Stratege. Diese Stärke will er jetzt auch als Unternehmer ausspielen. Der frühere Bayern-Kapitän ist mit seiner Philipp Lahm Holding GmbH an sechs Unternehmen beteiligt. Die bekanntesten Firmen in seinem Portfolio als Geschäftsmann– der Pflegeproduktehersteller Sixtus und Lebensmittelhersteller Schneekoppe – sind gleichzeitig auch seine größten Sorgenkinder. Doch damit soll jetzt Schluss sein.

Bei Schneekoppe ist der frühere DFB-Kapitän seit Januar 2018 Mehrheitseigner. Die Firma, die bereits 1927 gegründet wurde, hat in den vergangenen Jahren unzählige Inhaber-Wechsel über sich ergehen lassen müssen. Alle blieben erfolglos, dem Unternehmen geht es wirtschaftlich schlecht, es schreibt Verluste. Das größte Problem: Schneekoppe-Produkte wie Leinöl, Leinsamen oder Müsli waren lediglich in ausgewählten Apotheken, Reformhäusern, Drogerien oder im Internet-Handel zu finden.

Lahm, Markenbotschafter für Aldi

Jetzt startet Lahm eine große Schneekoppe-Offensive und hat dafür den Discounter-Riesen Aldi an Bord geholt. Seit Donnerstag verkauft Aldi nun in seinen Filialen im ganzen Bundesgebiet 15 Bioprodukte von Schneekoppe. „Wir wollen als Traditionsunternehmen gemeinsam mit Aldi schauen, dass Schneekoppe wieder eine relevante Marke im Markt wird in Sachen gesunde Ernährung“, erklärte Lahm. Was es zu kaufen gibt? „Es ist ein Basisangebot zum Kochen, Backen und Trinken“, so der 35-jährige Firmenboss, der vor allem Quinoa und den Bananen-Mandel-Riegel seinen potenziellen Kunden ans Herz legt. Im Gegenzug wird der Weltmeister von 2014 als Markenbotschafter für Aldi tätig sein, wie die Beteiligten weiter mitteilten. Lahm werde „eine tragende Rolle“ im Zusammenhang mit der Aldi-Kampagne „Einfach besser leben“ spielen, kündigte der Discounter an.

Lahm fährt harten Konsolidierungskurs

Zu drastischeren Maßnahmen muss Lahm bei Sixtus greifen. Seit 2017 hält er am Pflegeproduktehersteller 100 Prozent der Anteile. Dort müssen sich 15 Mitarbeiter einen neuen Job suchen, bereits im Januar wurden die Betroffenen darüber informiert. Als Lahm Sixtus übernahm, waren noch 35 Mitarbeiter gemeldet, ein Jahr zuvor sogar noch 40. Von einem Gesundschrumpfen ist die Rede.

Warum der frühere Bayern-Spieler einen solch harten Konsolidierungskurs fährt, zeigen die Zahlen im Bundesanzeiger: 2016 verbuchte Sixtus einen Jahresfehlbetrag von ungefähr 1,2 Millionen Euro. 2017 waren es knapp 670 000 Euro. Nächster Schritt ist der Umzug der Firmenzentrale von Hausham (Landkreis Miesbach) nach Bad Aibling (Landkreis Rosenheim) Ende des Jahres. Dort entsteht auf dem Gelände einer ehemaligen US-Kaserne der neue Firmensitz, wo neben Sixtus auch Schneekoppe untergebracht wird. Das Unternehmen verspricht sich eine „Hebelwirkung für beide Marken“. So könne man die Themen Körperpflege und bewusste Ernährung „aus einer Hand“ entwickeln.

Und ein Aldi ist dann übrigens auch nur wenige 100 Meter vom neuen Firmensitz entfernt.

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