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Telefonaktion zum Thema Geldanlage

Peu à peu Teilbeträge investieren

FR-Telefonaktion Finanzfachleute erklären unseren Leserinnen und Lesern, wie Geld auch in Niedrigzinsphasen gewinnbringend angelegt werden kann

Für ein Sabbatical möchte ich für die nächsten vier Jahre 500 Euro monatlich ansparen. Wie mache ich das am besten?

Wenn Sie das Geld vollständig in vier Jahren benötigen, kommt eine Anlage am Kapitalmarkt eigentlich nicht in Frage, da wären klassische Sparformen wie Tagesgeld oder Banksparplan zu bevorzugen. Auch wenn hier die Verzinsung derzeit allenfalls symbolisch ist, so ist ihr Geld sicher und stets verfügbar. Wenn Sie etwas risikobereit sind und mindestens fünf Jahre ansparen können, wäre an einen defensiven Mischfonds zu denken. Ein defensiver Mischfonds legt hauptsächlich in Anleihen an, mit einer Aktienbeimischung zwischen 20 und 30 Prozent, bei geringer bis mäßiger Wertschwankung.

Was mache ich mit 30 000 Euro?

Abhängig von Ihrer Risikoeinstellung und dem Anlagezeitraum ist eine breite Streuung über verschiedene Anlageklassen zu empfehlen. Dabei sollten Sie internationale Aktien, Immobilien und Anleihen berücksichtigen. Für eine bessere Risikoverteilung kann das auch in Form von entsprechenden Fonds oder ETFs - das sind börsengehandelte Indexfonds – sein. Falls noch nicht vorhanden, sollten Sie auch eine Reserve für Notfälle zur Seite legen. Darüber hinaus ist ein monatlicher Fondssparplan als Ergänzung gut geeignet, um die Schwankungen am Kapitalmarkt aktiv zu nutzen.

Ich bin 53 Jahre alt, habe drei Kinder, ein geringes Einkommen und keine erwähnenswerten Ersparnisse aufgebaut – auch, weil das Geld fast immer knapp ist. Trotzdem möchte ich noch was für die Rente tun. Wie könnte ich das machen?

Sie könnten erst mal ein Tagesgeldkonto eröffnen und monatlich oder wöchentlich kleine Beträge dorthin überweisen. Meist funktioniert das am besten, wenn man gleich nach dem Gehaltseingang etwas zur Seite legt. Stellen Sie über einen gewissen Zeitraum fest, dass das gut klappt, könnten Sie den nächsten Schritt wagen und das Geld in einen Fondssparplan ansparen. Fondssparpläne gibt es auch mit kostengünstigen ETFs, sie sind sehr flexibel und meist schon ab 25 Euro im Monat zu haben. Sollten Sie mal mehr Geld einzahlen wollen oder auch mal ein paar Monate aussetzen, ist das problemlos möglich und Sie müssen sich auch nicht auf eine bestimmte Laufzeit festlegen. Eine vom Staat geförderte Riesterrente könnte wegen der Zulagen auch interessant sein. Hier müssten Sie eventuell aufgrund Ihres Einstiegsalters etwas länger suchen, um einen guten Anbieter zu finden.

Für meinen elfjährigen Enkel möchte ich für mindestens acht Jahre 30 000 Euro anlegen. Was eignet sich dafür am besten?

Mit einem breit gestreuten internationalen Aktienfonds haben Sie langfristig gute Renditechancen, auch wenn es zwischenzeitlich zu Wertschwankungen kommen kann. Bei der Höhe des Anlagebetrags sollten Sie überlegen, nicht alles auf einmal anzulegen, sondern peu à peu Teilbeträge zu investieren. So steigen Sie zu unterschiedlichen Kursen ein, um etwaige Schwankungen auszugleichen.

200 000 Euro möchte ich anlegen, wobei ich ab nächstem Jahr monatlich 800 Euro davon entnehmen muss, um meine Lebenskosten zu bestreiten. Wie mache ich das?

Sie könnten das Geld aufteilen. Ein Viertel etwa sollte verfügbar bleiben, zum Beispiel auf einem Tagesgeldkonto. Die weiteren 150 000 Euro könnten dann in Mischfonds angelegt werden, zu gleichen Teilen in einen defensiven, einen ausgewogenen und einen offensiven Mischfonds. Lassen Sie sich am besten beraten und konkrete Anlagevorschläge machen, die Ihrer persönlichen Vorstellung und Risikotragfähigkeit entsprechen.

Welche Anlageform empfehlen Sie, um für meine beiden Enkel monatlich 200 Euro zu sparen?

Die Fachleute

Michael Schmidt ist Bankfachwirt und -betriebswirt und seit 1988 bei internationalen Kreditinstituten tätig. Zusätzlich engagiert er sich als Coach.

Anne-Cathrin Hartwig arbeitet seit 21 Jahren in der Bankenbranche und berät vermögende Kund:innen in komplexen Vermögensfragen.

Artur Völker ist Bankkaufmann und Anlageberater. Parallel dazu schreibt er an seiner Bachelorarbeit für das Studium Banking & Finance.

Das hängt davon ab, wie lange Sie das Geld sparen möchten. Wenn Sie zehn Jahre oder länger Zeit haben, kommen Sparpläne mit breit gestreuten, global anlegenden Aktienfonds oder ETFs infrage. Hier gibt es zwar Wertschwankungen, die nutzen Sie aber für sich. Denn bei niedrigen Kursen erhalten Sie für die 200 Euro mehr Fondsanteile, als wenn die Kurse hoch sind – das senkt den durchschnittlichen Kaufpreis. Haben Sie nur noch fünf oder sechs Jahre zum Ansparen, wären Fondssparpläne mit Mischfonds eine Alternative, da diese nicht so stark im Wert schwanken.

Ich bin sensibel, wenn es um die Kosten bei der Geldanlage geht. Worauf sollte ich achten?

Zum einen sind sämtliche Gebühren, sowohl die einmaligen als auch die laufenden Kosten, in den Produktinformationen aufgeschlüsselt. Es sollte also keine Überraschungen geben. Kostengünstig sind ETFs, auch Robo-Advisors, Algorithmen-basierte Anlage-Empfehlungen, könnten für Sie interessant sein. Grundsätzlich sollte man sich bei beiden aber schon ein bisschen mit den Finanzmärkten auskennen und sich regelmäßig damit beschäftigen, damit das Geld und das Risiko sinnvoll auf verschiedene Anlageklassen, Branchen und Länder verteilt sind. Wenn Sie sich hingegen nicht selbst im Detail darum kümmern möchten, können Sie das natürlich auch an Berater:innen abgeben und diese Leistung entsprechend honorieren.

In Kürze ist meine Lebensversicherung mit 70 000 Euro fällig. Das Geld soll für fünf bis zehn Jahre angelegt werden. Aktienanlagen im Wert von etwa 40 000 Euro in Einzelwerte und ETFs sowie ausreichend Barvermögen sind vorhanden. Ich bin 70 Jahre alt – was empfehlen Sie mir?

Um das Risiko weiter zu streuen, wären Mischfonds, die auch Rohstoffe berücksichtigen, eine Möglichkeit. Offene Immobilienfonds wären auch eine Option für einen Teil des Geldes. Sie bieten bessere Renditechancen als festverzinsliche Anlagen, etwa 2 bis 2,5 Prozent, bei geringer Wertschwankung. Als Neuanleger müssen Sie bei offenen Immobilienfonds eine zweijährige Mindesthaltedauer berücksichtigen, inklusive einer einjährigen Kündigungsfrist.

Lohnt es sich aktuell, in Aktien einzusteigen? Mit welcher Rendite kann man bei Aktienfonds rechnen?

In der Vergangenheit boten Aktienfonds auf lange Sicht im Durchschnitt zwischen vier und sieben Prozent jährlich – je nach Ausrichtung des Fonds. Da es aber kurzfristig zu starken Kursschwankungen kommen kann, sollten Aktienanlagen immer langfristig ausgerichtet sein. Ab einem Anlagehorizont von zehn Jahren oder länger spielen kurzfristige Schwankungen keine so große Rolle mehr. Wenn Sie einen größeren Betrag anlegen möchten, kann es sinnvoll sein, nach und nach mit Teilbeträgen einzusteigen. Oder Sie legen langfristig und regelmäßig mit einem Aktienfondssparplan an.

Ich möchte mein Geld sinnvoll anlegen – welche nachhaltigen Anlagen gibt es?

Mittlerweile haben Sie da tatsächlich die Qual der Wahl – es gibt verschiedene nachhaltige Anlagemöglichkeiten wie Aktienfonds, Mischfonds und ETFs. Je nach Ihrer Risikobereitschaft und Ihrem Anlagehorizont können Sie frei wählen. Leider gibt es keine einheitliche Definition für Nachhaltigkeit, Sie müssen also selbst recherchieren, ob das Finanzprodukt Ihre Vorstellungen von Nachhaltigkeit erfüllt. Als Richtschnur haben sich die sogenannten ESG-Kriterien etabliert. Die Abkürzung steht für Environment, Social, Governance (Umwelt, Soziales, Unternehmensführung) und damit für die Beachtung von ethischen, sozialen und ökologischen Aspekten. Außerdem gibt es Banken, deren gesamte Ausrichtung nachhaltig beziehungsweise ökologisch ist.

Meine Frau und ich sind beide 80 Jahre alt und möchten unser Haus verkaufen, um in eine Seniorenresidenz zu ziehen. Wie legen wir den Erlös an, damit wir davon unseren Alltag finanzieren können?

Einen Teil des Erlöses könnten Sie in eine Sofortrente einzahlen. Daraus erhalten Sie lebenslang eine garantierte Rentenauszahlung. Hier würde ich überlegen, jeweils einen Vertrag für Sie und einen für Ihre Frau abzuschließen. Damit Sie auch etwas Rendite bekommen, eignen sich für einen weiteren Teil Investmentfonds, bei denen monatliche Auszahlungen in Form eines sogenannten Fondsauszahlplans möglich sind. Damit haben Sie mehr Flexibilität, aber es gibt keine Garantie. Vergessen Sie nicht, einen „Notgroschen“ auf einem Tagesgeldkonto stets verfügbar zu halten. Holen Sie sich am besten mehrere Angebote ein und überlegen Sie in Ruhe, welches Ihnen zusagt.

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