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Petrochemie-Riese ist pleite

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Der weltweit drittgrößte Petrochemiekonzern Lyondell-Basell bricht unter seiner milliardenschweren Schuldenlast zusammen. Er beantragt Gläubigerschutz.

New York. Der weltweit drittgrößte Petrochemiekonzern Lyondell-Basell ist unter seiner milliardenschweren Schuldenlast zusammengebrochen. Der unter einer wegbrechenden Nachfrage leidende Konzern stellte in den USA Antrag auf Gläubigerschutz.

Der Schritt betreffe die Geschäftsaktivitäten in den USA sowie die europäische Holding Basell Germany Holdings GmbH, teilte Lyondell-Basell mit.

Der Antrag nach Chapter 11 des amerikanischen Konkursrechtes sei in New York eingereicht worden. Die Schulden des Konzerns belaufen sich demzufolge auf 19,3 Milliarden Dollar. Weitere Geschäftsaktivitäten außerhalb der USA seien von dem Antrag nicht betroffen.

Eine Firmensprecherin hatte bereits am Freitag gesagt, dass der Konzern seine Schulden neu strukturieren wolle und dazu alle Optionen prüfe.

Lyondell-Basell gehört der niederländischen Investmentfirma Access Industries des russischstämmigen Milliardärs Len Blawatnik, der auch an Air Berlin beteiligt ist. Der Konzern war vor rund einem Jahr entstanden, als das 2005 an Access verkaufte Kunststoff-Joint Venture von BASF und Shell, Basell, die US-Firma Lyondell für 12,7 Milliarden Dollar kaufte.

Lyondell-Basell habe sich dazu entschlossen, Gläubigerschutz zu beantragen, um Zeit und die nötigen Ressourcen für die Restrukturierung zu gewinnen und das Geschäft langfristig aufzustellen, erklärte Vorstandschef Volker Trautz.

Zugleich kündigte er an, dass das Unternehmen Vereinbarungen über eine Finanzierung im Rahmen des US-Konkursrechts (Debtor-in-Possession) von bis zu acht Milliarden Dollar getroffen, darunter 750 Millionen Dollar von Access Industries.

Damit soll die Fortführung des Betriebs finanziert werden. Der Konzern beschäftigt rund 17.000 Mitarbeiter und kam 2007 auf einen Umsatz von 44,7 Milliarden Dollar.

Zu den größten Gläubigern von Lyondell-Basell gehören der Öl-Konzern Petroleos de Venezuela, der algerische Energiekonzern Sonatrach, Exxon Mobil und Dow Chemical. Kreditgeber sind unter anderem Merrill Lynch, Goldman Sachs, Citigroup, ABN Amro und UBS Securities.

In der Finanzkrise fällt es Unternehmen weltweit inzwischen deutlich schwerer, große Umschuldungen mit ihren Gläubigerbanken auszuhandeln. Dabei ist LyondellBasell nicht alleine. "Wir kommen wieder zu der Situation zurück, die wir Anfang dieses Jahrzehnts hatten, als wir fünf oder sechs Zahlungsunfähigkeiten pro Jahr gesehen haben", sagte Standard & Poor's Analyst Kyle Loughlin.

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