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Der Lautsprecher Amazon Echo mit dem Alexa Voice Service.

Datenschutz

Peinliche Panne bei Amazon

Ein Amazon-Nutzer fordert seine gespeicherten Daten ein - und erhält intime Sprachaufzeichnungen eines völlig anderen Alexa-Nutzers. Ein "datenschutzrechtlicher GAU", sagen Experten, der Konzern spricht von einem Einzelfall.

Intime Sprachaufnahmen von Amazons Assistent Alexa sind einem Bericht des Computer-Fachmagazins „c ‚t" zufolge in unbefugte Hände geraten. Amazon sprach am Donnerstag von einem „isolierten Einzelfall“ und verwies drauf, Maßnahmen ergriffen zu haben.

Wie „c ‚t" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, hatte ein Amazon-Kunde vom Konzern Auskunft über die von ihm gespeicherten Daten verlangt, selbst aber nie den Sprachassistenten genutzt. Unter den von Amazon geschickten Dateien fand er dabei aber unter anderem auch ihm völlig fremde Aufzeichnungen. Der Mann habe sich damit an die Redaktion der „c ‚t" gewandt. Die Aufzeichnungen stammten demnach hörbar aus der Intimsphäre fremder Personen etwa aus dem Wohn- und Schlafzimmer sowie dem Bad, befanden die „c ‚t"-Redakteure.

Es handele sich dabei um einen „unglücklichen Fall“ infolge „eines menschlichen Fehlers“, teilte Amazon in einer Stellungnahme mit. Genauere Angaben, wie es dazu hat kommen könne, machte das Unternehmen allerdings nicht. Amazon habe das Problem inzwischen mit den beiden beteiligten Kunden geklärt und Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der Prozesse ergriffen, hieß es. „Wir standen auch vorsorglich in Kontakt mit den zuständigen Behörden“, beteuerte Amazon.

Auf Basis der fremden Daten war es den „c ‚t"-Redakteuren nach eigener Darstellung sogar gelungen, etwa durch die Nennung von Namen und die Abfragen lokaler Wettervorhersagen die betroffenen Besitzer eines Amazon-Lautsprechers Echo zu identifizieren. (dpa)

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