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Folge des Ukraine-Kriegs: Mehr Palmöl-Produkte im Supermarkt

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Von: Max Müller

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Palmöl wird in Nigeria abgefüllt. Das umstrittene Lebensmittel könnte wegen des Ukraine-Kriegs ein Comeback feiern.
Palmöl wird in Nigeria abgefüllt. Das umstrittene Lebensmittel könnte wegen des Ukraine-Kriegs ein Comeback feiern. © Pius Utomi Ekpei/AFP

Weil der Preis für Sonnenblumenöl steigt, werden Supermärkte auf Lebensmittel mit Palmöl setzen. Die Folge sind Umweltschäden und eine Gefahr für Kinder.

Frankfurt – Der Ukraine-Konflikt verändert große Bereiche der Wirtschaft. Das bleibt nicht ohne Folgen für die Verbraucher. So ist zu befürchten, dass viele Lebensmittelhersteller wieder auf Palmöl setzen. Das wollten viele Erzeuger eigentlich vermeiden, da Palmöl einen extrem schlechten Ruf hat. Da die Alternative Sonnenblumenöl jedoch knapp und enorm teuer ist, werden wohl wieder mehr Produkte mit Palmöl im Supermarkt landen. Die Welthungerhilfe der Vereinten Nationen hat bereits im März ein Rekordhoch bei den Palmölpreisen festgestellt und den Anstieg als Reaktion auf die Knappheit von Sonnenblumenöl erklärt.

Es ist gar nicht so leicht, bei einem Einkauf im Supermarkt kein Palmöl zu kaufen. Denn es ist in sehr vielen Lebensmitteln enthalten. Dazu zählen:

Palmöl steckt in diesen Lebensmitteln

In Großbritannien hat der Supermarkt „Iceland“ bereits reagiert: Geschäftsführer Richard Walker sagte, er bedauere die Rückkehr des Unternehmens zu Palmöl sehr, aber „die Alternative wäre, unsere Kühltruhen und Regale von einer breiten Palette von Grundnahrungsmitteln zu räumen.“ In den letzten Jahren hatten einige große Lebensmittelmarken versprochen, Palmöl ganz aus ihren Lieferketten zu entfernen.

Palmöl ist zurück im Supermarkt: Alternative für teures Sonnenblumenöl

Wie groß die Auswirkungen letztlich sein werden, lässt sich aktuell noch nicht seriös prognostizieren. Es ist noch zu früh, um die steigende Palmöl-Nachfrage in den Handelszahlen zu sehen – die Exportstatistiken werden in der Regel erst Wochen oder Monate nach der Auslieferung veröffentlicht.

Doch mehrere EU-Lebensmittelunternehmen erklärten bereits gegenüber dem Nachrichtenportal Politico, dass viele Rezepturen schon geändert seien. Ein führender multinationaler Konzern bestätigte, dass Palmöl einer der „naheliegendsten Ersatzstoffe“ für Sonnenblumenöl sei, das aufgrund des Ukraine-Kriegs auf dem Weltmarkt nur noch schwierig zu bekommen sei.

Palmöl ist gefährlich für Kinder

Wenn Palmöl raffiniert wird, können erhöhte Mengen an Fettschadstoffen entstehen, darunter 3-MCPD-Fettsäureester (3-MCPD). Dieser Stoff ist möglicherweise krebserregend. Zwar gilt seit Anfang 2021 europaweit eine Grenze für 3-MCPD-Fettsäureester in verschiedenen Lebensmitteln, darunter Pflanzenöle sowie Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung. Allerdings warnt die Verbraucherzentrale dennoch davor, dass Kinder schnell die täglich tolerierbare Menge überschreiten können. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung stuft den Verzehr von Palmöl als ein erhöhtes gesundheitliches Risiko für Kinder und Säuglinge ein.

Darum ist Palmöl schädlich für die Umwelt

Palmöl steht bereits länger in der Kritik. Dabei geht es in erster Linie um folgende Aspekte:

Allerdings sind sich Fachleute nicht ganz einig, ob ein Verzicht auf Palmöl wirklich die bessere Alternative ist. Denn aus einer Palme kann viel mehr Öl gewonnen werden als aus den alternativen Pflanzenquellen. Die Folge: Der Flächenverbrauch ist geringer, wenn Hersteller auf Palmöl setzen. Der WWF rechnet vor, dass Deutschland bei einem Umstieg auf einen Mix aus Raps-, Sonnenblumen-, Kokos- und Sojaöl die fünffache Fläche bräuchte. Die Weltnaturschutzunion IUCN sieht das ähnlich.

Verbraucher haben es in der Hand: So lässt sich Palmöl beim Einkauf im Supermarkt vermeiden

Das größte Problem wäre demnach der enorm hohe Ölverbrauch an sich. Deswegen schlägt der WWF vor, dass Verbraucher generell weniger Öl konsumieren sollten. Wer speziell Palmöl weglassen möchte, der sollte laut Verbraucherzentrale auf folgende Dinge achten:

(Max Müller)

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