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Vier Millionen Ost-Ruheständler halten künftig monatlich 3,29 Prozent mehr Geld in den Händen.
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Vier Millionen Ost-Ruheständler halten künftig monatlich 3,29 Prozent mehr Geld in den Händen.

Altersbezüge

Ostergeschenk für Rentner im Osten

  • Karl Doemens
    VonKarl Doemens
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Die Altersbezüge in den neuen Bundesländern steigen zum 1. Juli um 3,29 Prozent. Im Westen gewinnen Senioren nur 0,25 Prozent hinzu - ihnen droht ein realer Kaufkraftverlust.

Die rund vier Millionen Ost-Ruheständler können sich in diesem Jahr über eine kräftige Erhöhung ihrer Altersbezüge freuen: Ihre Renten steigen zum 1. Juli um 3,29 Prozent. Damit schließt sich 23 Jahre nach dem Mauerfall auch der Abstand zwischen Ost- und West-Renten spürbar. In den alten Bundesländern werden die Renten nämlich nur um 0,25 Prozent angehoben. Der Rentenwert im Westen ist allerdings noch immer 8,5 Prozent höher als im Osten. Den West-Senioren droht angesichts einer Preissteigerungsrate von derzeit 1,5 Prozent ein realer Kaufkraftverlust.

Die Dimension der West-Ost-Differenz überrascht selbst Experten. Sie erklärt sich zum einen aus der unterschiedlichen Lohnentwicklung in den alten und den neuen Bundesländern, die Grundlage für die komplizierte Berechnung der jährlichen Rentenanpassung ist: Die beitragspflichtigen Bruttolöhne hatten im vergangenen Jahr im Westen um 1,5 Prozent, im Osten jedoch um 4,32 Prozent zugelegt. Von diesen Werten werden diverse Nachhaltigkeits- und Riester-Faktoren abgezogen. Zusätzlich muss in Westdeutschland – anders als im Osten der Republik – noch eine Rentenkürzung aus der Vergangenheit nachgeholt werden, die damals unterblieb, weil sonst die Altersbezüge hätten gekürzt werden müssen. Unter dem Strich wird nun ein Ruheständler zum Beispiel in Dresden mit 800 Euro Rente einen Aufschlag von 26,32 Euro erhalten. Sein Kollege in Düsseldorf muss sich mit mageren zwei Euro begnügen.

Freude über Zuschlag für Ost-Rentner

Der Berliner DGB warnte gleichwohl vor einer Schwarz-Weiß-Betrachtung. Tatsächlich gebe es gerade in der Hauptstadt und in Brandenburg einen hohen Anteil gemischter Ost-West-Rentenbiografien, sagte DGB-Vize Christian Hoßbach der Berliner Zeitung: „Wer sowohl im Osten wie im Westen Rentenpunkte gesammelt hat, der wird eine individuell berechnete Erhöhung bekommen.“ Deshalb werde es in der Praxis hunderttausendfach Rentenerhöhungen zwischen den beiden veröffentlichten Werten geben, erläuterte Hoßbach, der zugleich alternierender Vorsitzender der Deutschen Rentenversicherung Berlin-Brandenburg ist.

Die politischen Reaktionen auf die anstehende Anpassung fielen ambivalent aus. Allgemein wurde der Zuschlag für die Ost-Rentner begrüßt: „Ich freue mich für die ostdeutschen Rentnerinnen und Rentner, dass sie beim Rentenwert nun so deutlich aufholen können“, sagte Sozialministerin Ursula von der Leyen (CDU). Die West-Rentner vertröstete sie: Nach heutigen Daten zeichne sich für 2014 wieder ein spürbares Plus ab. Auch die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Ulrike Mascher, lobte die Ost-Anpassung. Die Mini-Erhöhung im Westen nannte sie jedoch „mehr als enttäuschend“ und forderte eine Abschaffung der Kürzungsfaktoren.

CDU-Rentenexperte Peter Weiss verteidigte die politisch gewollte Dämpfung des Rentenanstiegs. Er räumte jedoch ein, die Rentenanpassung sei mittlerweile völlig mit Berechnungs- und Verrechnungsformeln überlagert. Daher sei die Entwicklung der Altersbezüge langfristig nicht mehr überschaubar. Für die nächste Legislaturperiode forderte er eine neue, vereinfachte Rentenformel, die leichter zu verstehen sei.

Grundlage für die Berechnung der tatsächlichen Rente ist der sogenannte aktuelle Rentenwert, der dann mit den erworbenen Beitragspunkten multipliziert wird. Dieser Wert steigt im Westen minimal von 28,07 auf 28,14 Euro. Im Osten legt er von 24,92 auf 25,74 Euro zu.

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