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Der Streit um den Börsengang der Deutschen Bahn bekommt mit der neuen schwarz-gelben Regierung neue Nahrung.
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Der Streit um den Börsengang der Deutschen Bahn bekommt mit der neuen schwarz-gelben Regierung neue Nahrung.

Bahn-Privatisierung

Option Börsengang

Der Streit über eine Privatisierung des Staatskonzerns entflammt erneut. Die neue Regierung von Union und FDP will den Verkauf der Bahn vorantreiben. Doch der Widerstand formiert sich. Von Thomas Wüpper

Von Thomas Wüpper

Der Streit über eine Privatisierung des größten Staatskonzerns ist erneut entflammt. Die neue Regierung von Union und FDP will den Verkauf der Deutschen Bahn vorantreiben. Doch der Widerstand formiert sich.

Bahnchef Rüdiger Grube warnt die neue Koalition vor übereilten Schritten. Der Börsengang bleibe zwar eine "Option", bedeute aber derzeit eine Wertevernichtung. Im Konzern rechnet deshalb kaum jemand damit, dass die DB vor 2013 wieder eine Bilanz vorlegt, die eine Teilprivatisierung sinnvoll erscheinen lässt.

Verkehrspolitiker von Union und FDP dringen jedoch darauf, dass der Bahnverkauf in den neuen Koalitionsvertrag aufgenommen wird und Betrieb und Netz getrennt werden. Das würde die Aufspaltung der DB bedeuten, unter deren Dach bisher Verkehrssparten, Gleise und Bahnhöfe vereint sind. Die Gewerkschaften Transnet und GDBA machen gegen einen "blinden Privatisierungskurs" bereits mobil. Das erfolgreiche Modell des integrierten Bahnkonzerns dürfe nicht zerstört werden. Auch Bahnchef Grube warnt, die Trennung von Betrieb und Infrastruktur gefährde Sicherheit und Pünktlichkeit.

Die Allianz pro Schiene fordert indes statt ideologisch aufgeheizter Debatten über einen DB-Börsengang klare Ziele in der Verkehrspolitik. Mehr Weitsicht und größere Fairness im Wettbewerb zwischen Auto, Lkw, Flugzeug, Schiff und Bahn seien überfällig, erklärte das Bündnis. "Die großen Potenziale eines nachhaltigen Schienenverkehrs müssen besser als bisher genutzt werden", verlangt Dirk Flege, Chef des Bündnisses, zu dem 16 Verkehrs- und Umweltverbände sowie Gewerkschaften gehören.

Die neue Bundesregierung sollte dazu konkrete Ziele festschreiben. Erstens: die Verdoppelung des Marktanteils der Schiene im Personenverkehr auf 15 Prozent bis 2020. Zweitens: eine Senkung des CO2-Ausstoßes um wenigstens ein Fünftel im gesamten Verkehrssektor. Dazu sei eine stärkere Förderung des Schienenverkehrs nötig.

Grube beklagt, dass der Transportkonzern allein in Deutschland jedes Jahr mehrere hundert Millionen Euro Zusatzkosten durch Mineralöl-, Strom- und Ökosteuern zu schultern habe. Durch den Emissionshandel werde die Belastung um weitere 300 Millionen Euro steigen.

Höhere Fahrpreise

Diese Belastungen müsse man auch über höhere Fahrpreise auffangen. Und die werden schon Mitte Dezember kommen. Man habe die Interessen des Unternehmens, aber auch der Kunden im Blick und werde dabei genau abwägen, so Grube. In den nächsten Tagen sollen die neuen Tarife genannt werden. Voriges Jahr hatte die Bahn die Preise um fast vier Prozent erhöht.

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