Haushaltsgeräte

Wer nicht bügelt, kocht vielleicht

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Haushaltsgerätehersteller SEB beurteilt die eigene Zukunft positiv

Mit Kochgeschirr und Elektrokleingeräten hat der Haushaltsgerätehersteller SEB im abgelaufenen Geschäftsjahr erfolgreiche Geschäfte gemacht. Der französische Mutterkonzern bekannter deutscher Hersteller wie Rowenta, Emsa und WMF steigerte seinen Umsatz 2018 um 327 Millionen auf 6,8 Milliarden Euro. In Deutschland steuert das Unternehmen seine Geschäfte von Frankfurt aus.

Insgesamt umfasst die Groupe SEB (Société d’Emboutissage de Bourgogne) rund 30 Marken, darunter auch Krups, Moulinex und Tefal. Jüngst dazugekommen ist der amerikanische Hersteller von professionellen Kaffeemaschinen, Wilbur Curtis.

Breite Produktpalette

Bahri Kurter, der die Geschäfte von SEB in Deutschland, Österreich und der Schweiz leitet, bewertet die Geschäftsentwicklung in den meisten Märkten positiv. Dies sei eine Folge des „vielfältigen Angebots“ von SEB, sagte er der Frankfurter Rundschau. Durch die breite Produktpalette der verschiedenen Marken sei es SEB möglich, Schwankungen auszugleichen. „So können wir, wenn sich beispielsweise in einem heißen Sommer Bügeleisen oder Pfannen nicht so gut verkaufen, dies mit Grills oder Ventilatoren auffangen.“

Im ersten Halbjahr 2018 sei der gesamte Markt für Haushaltsgeräte in Deutschland, Österreich und der Schweiz jedoch nicht mehr so dynamisch gewesen, meinte Kurter. Zwei Faktoren hätten dabei eine Rolle gespielt: Die sehr hohen Temperaturen schon ab April, „die eher zu Ausgaben im Bereich Sommertextilien und -accessoires geführt haben“ und die Fußballweltmeisterschaft, „durch die sich die Konsumbereitschaft der Verbraucher in den Bereich der Unterhaltungselektronik verlagert hat“. Gegen Ende des zweiten Halbjahrs 2018 konnte laut Kurter wieder ein Wachstumsanstieg verzeichnet werden, wodurch ein ähnliches Niveau wie im Vorjahr erreicht werden konnte.

Im vergangenen Geschäftsjahr hat sich SEB vor allem auf die drei umsatzstärksten Produktkategorien fokussiert: Elektrisches Kochen, Kaffee und Bodenpflege. Dort sieht Kurter „im Markt noch sehr gute Wachstumsmöglichkeiten“. Für das kommende Geschäftsjahr behalte die SEB die Trends und Bedürfnisse der Verbraucher im Auge. Einen großen Zukunftstrend sieht Kurter etwa im Bereich „Convenience“ („Bequemlichkeit“). „Alles soll einfacher und schneller werden, dennoch spielt das Thema Qualität eine große Rolle“, so Kurter. SEB bediene diesen Trend etwa im Nahrungsmittelbereich mit Multikochern – elektrischen Küchengeräten mit automatischer Kochfunktion. „Die Menschen möchten frisch zubereitete Gerichte genießen, ohne dafür stundenlang am Herd stehen zu müssen“, so der Manager.

Weltweit verkauft das Unternehmen rund 286 Millionen Produkte jährlich in rund 150 Länder. Der wichtigste Markt für SEB ist inzwischen China, erst danach kommt Frankreich, wo das Unternehmen seinen Hauptsitz hat. Mit der Übernahme des hessischen Herstellers Rowenta im Jahr 1988 hatte SEB nach Deutschland expandiert.

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