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Empörung über Opel-Mutterkonzern: „Unausgegorene Hinterzimmer-Entscheidungen“

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Von: Steffen Herrmann

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Chipmangel: Bei Opel im thüringischen Eisenach stehen die Bänder still. 1300 Beschäftigte sollen in Kurzarbeit.
Chipmangel: Bei Opel im thüringischen Eisenach stehen die Bänder still. 1300 Beschäftigte sollen in Kurzarbeit. © Michael Reichel/dpa

Ein Streit um die Zukunft des Autobauers Opel droht zu eskalieren. Die IG Metall befürchtet einen Stellenabbau in Rüsselsheim und Eisenach.

Rüsselsheim – Nach Medienberichten über eine geplante Umstrukturierung durch den Mutterkonzern Stellantis warnen IG Metall und Betriebsrat vor einer Zerschlagung des Autobauers. „Für die IG Metall und den Betriebsrat sind die Koordinaten klar umrissen: Keine Zerschlagung, sondern Mitbestimmung und Sicherung der Arbeitsplätze an allen drei Opel-Standorten“, sagte Jörg Köhlinger, Leiter des IG Metall Bezirks Mitte, am Freitag in einer Mitteilung. Die Gewerkschaft gab an, von den Absichten des Stellantis-Konzerns „völlig überrascht worden“ zu sein. Der Mutterkonzern von Opel gefährde mit der „geplanten Zerschlagung“ die gesamte Marke, Standorte und Beschäftigung sowie die Mitbestimmungsstrukturen.

Was war passiert? Das „Handelsblatt“ hatte am Donnerstag berichtet, der Mutterkonzern Stellantis wolle seiner Tochter die gesellschaftsrechtliche Verantwortung für die eigenen Fabriken entziehen. Für Opel würde das bedeuten: Der einst selbstständige Autobauer wird endgültig zur leeren Markenhülle.

Opel-Mutterkonzern plant Eigenständigkeit von Fabriken in Rüsselsheim und Eisenach

Noch am Abend bestätigte dann ein Stellantis-Sprecher: Der Konzern prüfe, die beiden Produktionsstätten in Rüsselsheim und Eisenach zu eigenen Rechts- und Produktionsorganisationen zu entwickeln. So solle „die Zusammenarbeit und Flexibilität innerhalb des Stellantis-Produktionsverbundes“ weiter gestärkt werden. Der Schritt solle langfristig dazu beitragen, Arbeitsplätze zu sichern. Bestehenden Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen sollten weitergelten. „Über die genaue Ausgestaltung wollen wir nun mit dem Sozialpartner sprechen.“

Stellantis-Chef Carlos Tavares könnte mit dem Schritt darauf abzielen, den aus 14 Automarken bestehenden Konzern leichter steuerbar zu machen, wie das Handelsblatt schreibt. Gleichzeitig könnte es ihm darum gehen, den Einfluss der Gewerkschaften zu schmälern. Die Umstrukturierungen könnten schon im kommenden Jahr umgesetzt werden.

Betriebsräte und IG Metall gaben allerdings an, sie wüssten noch nicht, wie die Umbaupläne für Opel aussehen sollen. Erneut sei Opel mit „unausgegorenen Hinterzimmer-Entscheidungen“ an die Öffentlichkeit gegangen. „An einer vertrauensvollen Zusammenarbeit ist der Stellantis-Konzern und das Management offensichtlich nicht interessiert“, teilte die für die Standorte Rüsselsheim und Eisenach zuständige IG Metall Mitte mit.

Aufregung um Opel: 1300 Beschäftigte in Eisenach in Kurzarbeit

Schon in der vergangenen Woche war es bei Opel unruhig geworden. Die Unternehmensführung hatte angekündigt, das Werk in Eisenach bis Jahresende stillzulegen und die rund 1300 Beschäftigten in Kurzarbeit zu schicken. Der Grund nach Unternehmensangaben: Chipmangel, fehlende Bauteile.

Doch während die Produktion des Modells Grandland in Eisenach gestoppt wurde, sollte sie im französischen Partnerwerk Sochaux weiterlaufen. Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer hatte nach der Ankündigung deshalb von „keinem guten Zeichen“ für den thüringischen Standort gesprochen. Die Beschäftigten in Eisenach reagierten mit einer Mahnwache vor dem Werksgelände, auch die thüringische Landespolitik schaltete sich ein. (Steffen Herrmann)

Erst vor Kurzem äußerte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow Kritik am Opel-Mutterkonzern: Kurzarbeitergeld sei nicht für die Verlagerung der Produktion gedacht. (Steffen Herrmann)

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