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Der Corsa soll künftig in Spanien produziert werden.

Opel-Corsa

Opel-Eisenach am Ende?

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Das Erfolgsmodell soll künftig nur noch in Saragossa gebaut werden. Für den Standort Eisenach, wo der Kompaktwagen nur noch bis Ende 2019 vom Band rollt, könnte es nun eng werden.

Im Eisenacher Opel-Werk geht im nächsten Jahr eine Ära zu Ende. Dann wird dort die Fertigung des Erfolgsmodells Corsa eingestellt. Das Rüsselsheimer Autobauer teilte am Mittwoch mit, dass die nächste Generation des Kompaktwagens von Ende 2019 an ausschließlich im spanischen Saragossa produziert wird. Der Version mit Verbrennungsmotor folgt ein Jahr später ein Modell mit reinem Elektroantrieb. Die Entscheidung des Managements nährt neue Spekulationen über die Zukunft der Fabrik in Thüringen.

In Saragossa soll gebaut werden

Opel-Chef Michael Lohscheller sprach von einem „wichtigen Fortschritt für das Werk in Saragossa“. Die Entscheidung für den spanischen Standort fiel, nachdem mit den dortigen Gewerkschaftern im Januar eine „Rahmenvereinbarung“ ausgehandelt worden war. Sie soll laut Unternehmensführung die Wettbewerbsfähigkeit des Werks steigern. Kernpunkte sind: längere Arbeitszeiten ohne vollen Lohnausgleich. Eine neue variable Vergütung wird eingeführt, die sich stärker an der Leistung der Beschäftigten orientieren soll. Die Arbeitszeiten werden flexibilisiert. Das alles zielt darauf, Kosten zu drücken. Saragossa werde auch künftig eine wichtige Rolle im Konzern spielen, so Lohscheller. Opel gehört seit vorigem August zu dem französischen PSA-Konzern. In Saragossa wird von knapp 5400 Beschäftigten auch das kompakte SUV Mokka X gebaut. Hinzu kommt das Gemeinschaftsmodell Crossland X/Citroen C3 Aircross.

Die Entscheidung für Saragossa als alleinigen Fertigungsstandort für den Corsa stärkt die Bedeutung der Fabrik in Spanien im Verbund der PSA-Gruppe, zu der neben Opel und Citroen auch die Marken Peugeot, DS und Vauxhall gehören. Der Corsa wird dort seit 1982 moniert. In der Opel-Mitteilung wird Eisenach mit keinem Wort erwähnt. Zuletzt gab es immer wieder Spekulationen über eine mögliche Schließung. Die Fabrik zählt zu den kleineren Standorten des Autobauers. Dort arbeiten rund 1800 Personen. Neben dem Corsa wird dort der Kleinwagen Adam gebaut. „Nach meiner Einschätzung ist das Werk dem Tode geweiht“, sagt Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer.

Opel steht massiv unter Druck

Lohscheller hingegen hat mehrfach versichert, dass eine Schließung von Eisenach nicht geplant sei. In Eisenach wie auch an alle anderen hiesigen Standorten soll es bis Ende 2018 keine Entlassungen geben. Nach den aktuellen Plänen des Managements soll von 2019 an in Thüringen ein neues kleines SUV gebaut werden, das auf einer PSA-Plattform beruht. Die Fertigung des Adam soll indes in das polnische Werk Gliwice verlagert werden, hieß es in Medienberichten.

Wenn in Eisenach nur noch ein Modell gebaut werde, könne das der Anfang vom Ende sein, so Dudenhöffer. Denn die Erfahrung zeige, dass dann die Auslastung der Anlagen enorm schwierig werde. Auch der Niedergang des früheren Werks in Bochum habe damit begonnen, dass dort die Produktion ab einem bestimmten Zeitpunkt auf den Zafira beschränkt wurde.

Opel steht massiv unter Druck, die Kosten zu senken. Nach vielen Jahren mit Verlusten, sollen 2020 erstmals wieder Gewinne eingefahren werden. In allen hiesigen Werken herrscht derzeit Kurzarbeit.

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