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A gas flare burns at a fracking site in rural Bradford County, Pennsylvania January 9, 2012.  Flaring, or burning off excess gas, can release pollutants into the air, depending on the type of gas burned and the temperature of the fire, according to environmental activist group Earthworks.  Picture taken January 9, 2012.     REUTERS/Les Stone  (UNITED STATES - Tags: ENVIRONMENT ENERGY) - RTR30DVG
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A gas flare burns at a fracking site in rural Bradford County, Pennsylvania January 9, 2012. Flaring, or burning off excess gas, can release pollutants into the air, depending on the type of gas burned and the temperature of the fire, according to environmental activist group Earthworks. Picture taken January 9, 2012. REUTERS/Les Stone (UNITED STATES - Tags: ENVIRONMENT ENERGY) - RTR30DVG

Opec-Treffen

Opec-Staaten verhandeln über Ölpreis

  • Frank-Thomas Wenzel
    VonFrank-Thomas Wenzel
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Die Vertreter der OPEC-Staaten verhandeln heute in Wien. Experten gehen von keiner Erhöhung des Ölpreises aus. Was das genau für die deutschen Spritpreise bedeutet, ist allerdings unklar.

Genau 1,31 Euro für einen Liter Super und 1,09 Euro für einen Liter Diesel. Das waren nach den Daten des Internetportals Clever-Tanken am Mittwoch die Durchschnittspreise an den deutschen Tankstellen. Ist das teuer oder billig? Die Antwort auf die Frage nach den Benzinpreisen lautet immer: Es kommt darauf an, welchen Bezugspunkt man wählt. Vor gut zwei Jahren kostete Super mehr als 1,50 Euro. Danach kam eine Phase, die Autofahrer und Heizölkunden freute. Der Preis fiel und fiel, im Februar 2016 lag ein Liter Super bei 1,18 Euro.

Das Auf und Ab beim Sprit bildet Angebot und Nachfrage beim Rohöl ab. Im Juni 2014 startete ein historischer Preisverfall. Und er hatte einen maßgeblichen Grund: In den USA wurde das höchst umstrittene Fracking von Rohöl massiv ausgebaut. Aus unterirdischen Gesteinsschichten wird der noch immer wichtigste Rohstoff der Weltwirtschaft mit großem Druck und Chemikalien herausgepresst. Dadurch erhöhte sich das Angebot auf dem Weltmarkt massiv und dadurch gingen die Preise beinahe ins Bodenlose. Mussten im Juni 2014 noch mehr als 110 Dollar für ein Fass (159 Liter) der Referenzsorte Brent gezahlt werden, so waren es im Februar für kurze Zeit weniger als 30 Dollar.

Wer das verstehen will, muss beachten, dass die Geschichte des Öls immer eine Geschichte seiner Rationierung war. Das Erzeugerkartell Opec hatte über Jahrzehnte die Preissteuerung im Griff – was übrigens auch Industrienationen half, weil damit die Preisentwicklung kalkulierbar war. Das Grundprinzip: Rutscht die Notierung ab, wird die Förderung zurückgefahren. Tatsächlich pumpten aber nicht alle Mitglieder des Kartells weniger. Die Hauptaufgabe kam Saudi-Arabien zu – das Land ist stinkreich, hat erstens riesige Reserven und kann zweitens extrem billig für 15 bis 20 Dollar pro Fass fördern.

Doch die Saudis machen da seit zwei Jahren nicht mehr mit. Sie pumpten weiter und sorgten für ein Überangebot. Andere Ölförderstaaten taten Selbiges, weil sie gar nicht anders können – etwa Venezuela, Nigeria oder Russland. In diesen Ländern beruht die gesamte Ökonomie des Landes auf den Exporten fossiler Energieträger. Für die Saudis ist der Preisverfall Teil eines strategischen Kalküls. Sie verdienen wegen der geringen Förderkosten immer noch ganz gut am Öl. Für andere aber lohnt es sich nicht mehr, die Pumpen anzuwerfen.

Es setzte eine „Erholung“ bei den Preisen ein, wie Analysten es bezeichnen. Vor einigen Tagen wurden nach langer Zeit erstmals wieder mehr als 50 Dollar für ein Fass bezahlt. Heute trifft sich das Kartell zu seiner turnusmäßigen Sitzung in Wien. „Der Markt wird sich bei einem Preis stabilisieren, der sowohl für Produzenten als auch für Konsumenten fair ist“, sagt Suhail al Mazrouei, Ölminister der Vereinigten Arabischen Emirate. Welches Niveau er damit meint, verrät er nicht. Für Experten ist damit aber klar, dass das Kartell keine Förderkürzung beschließen wird, obwohl nach Einschätzung von Venezuelas Ölminister Eulogio Del Pino derzeit täglich etwa drei Millionen Fass zu viel auf den Weltmarkt kommen – das entspricht etwa zehn Prozent der gesamten Opec-Förderung. Kürzungen sind einfach nicht durchsetzbar. Das hat vor allem zwei Gründe: Russland – nicht Mitglied der Opec – würde da nicht mitmachen. Das gilt auch für den Iran, der zwar zum Kartell gehört, aber nach Jahren mit Exportsanktionen nun eine Sonderrolle beansprucht.

Für Experten steht fest, dass mit einer nachhaltigen Erhöhung der Ölpreise in diesem Jahr nicht zu rechnen ist. Eher könne es wieder bergab gehen – insbesondere wegen der lahmenden Konjunktur in China. Das könnte den Kampf der Opec-Mitglieder um Marktanteile weiter befeuern.

Was heißt das für die Autofahrer? Rohöl- und Spritpreise sind zwar miteinander verkoppelt, aber nicht in einem 1:1-Verhältnis: Während der zähflüssige Rohstoff in den vergangenen zwölf Monaten fast ein Viertel billiger wurde, gab es beim Super-Benzin nur einen Abschlag von knapp zehn Prozent. Das hat damit zu tun, dass es sich genau genommen um verschiedene Märkte handelt. Zudem wird der deutsche Markt von einem Oligopol von fünf Tankstellenketten beherrscht, die versuchen, die Preise hoch zu halten, ohne sich absprechen zu müssen.

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