Bis Deutschland ein führender Internetstandort ist, ist noch einiges zu tun.
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Bis Deutschland ein führender Internetstandort ist, ist noch einiges zu tun.

Internet-Standort Deutschland

Online schwer im Rückstand

  • Steven Geyer
    vonSteven Geyer
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Am Freitag trifft Infrastruktur-Minister Dobrindt eine neue Allianz für den Netzausbau. Dahinter steckt ein großes Ziel: Die Bundesregierung will Deutschland zum führenden Internetstandort machen – ein weiter Weg. Ein Blick auf die Baustellen.

Im Automobilbau laufe die Sache bereits bestens, befand Alexander Dobrindt (CSU) wenige Tage nach seinem Amtsantritt als Bundesverkehrsminister. In diesem Bereich sei Deutschland bei technologischen Entwicklungen international führend. Wenn es aber darum gehe, Internet-Anwendungen in die Autoarmatur zu integrieren, dann müsse die deutsche Wirtschaft passen.

Das muss sich ändern, hat Dobrindt beschlossen – und weil sein Ministerium neuerdings ja auch für die digitale Infrastruktur der Republik verantwortlich ist, will er mit dem Grundlegenden anfangen: einer ausreichenden Internetversorgung. An diesem Freitag trifft sich der Minister mit Vertretern großer und mittelständischer Telekommunikations- und Netzunternehmen sowie von Behörden wie der Bundesnetzagentur, um eine „Netzallianz Digitales Deutschland“ zu gründen, die für schnelles Internet in der ganzen Republik sorgen soll.

Ländliche Gebiete sind unterversorgt

Gerade ländliche Gebiete sind massiv unterversorgt mit Leitungen, der IT-Branchenverband Bitkom schätzt den Investitionsbedarf auf 20 Milliarden Euro. Doch während Südkorea und Japan, aber auch Flächenstaaten wie Schweden oder Australien viel besser mit schnellen Verbindungen mit Übertragungsraten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde versorgt sind, hat sich die Bundesregierung laut Koalitionsvertrag nur eine flächendeckende Versorgung mit 50 Mbit/s vorgenommen – bis 2018.

„Es ist ein Witz, das auch noch als ambitioniertes Projekt anzupreisen“, sagt Internetexperte Markus Beckedahl, Betreiber des Weblogs Netzpolitik.org und Berater des vorigen Bundestages. „Besonders irritierend an dem niedrigen Ziel ist, dass es auch noch mit der Vorstellung verbunden wird, es könnte Deutschland im internationalen Wettbewerb nach vorn bringen.“

Für echte Fortschritte müsste der Bund Geld investieren. Doch dazu sei er nicht bereit, so Beckedahl. Tatsächlich zielt auch Dobrindts Initiative darauf, der Wirtschaft die Kosten für den Netzausbau zu übertragen. Und das ist nicht die einzige Baustelle:

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