Die wichtigste Frage beim Online-Banking mit dem Handy ist die der Sicherheit
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Die wichtigste Frage beim Online-Banking mit dem Handy ist die der Sicherheit.

Überweisung per Fingerabdruck

Online-Banking via App: So erledigen Sie Ihre Bankgeschäfte sicher

  • vonMechthild Hennecke
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Mit der App Bankgeschäfte erledigen – das ist dank moderner Technologien mittlerweile sicher. Es lassen sich sogar mehrere Konten in einer Anwendung verwalten.

  • Banking via Apps gilt dank moderner Technologien als sicher.
  • Tatsächlich spart das Überweisen mit dem Smartphone Zeit.
  • Sicherheit, Multibanking oder Extra-Kosten - die Frankfurter Rundschau klärt auf.

In der S-Bahn sitzen und schnell noch eine Überweisung machen? Wenn Sicherheitsexpertinnen und -experten früher davon abgeraten haben, ist das heute möglich. Aufwendige Verschlüsselungen verhindern den Zugriff auf den Datentransfer von außen. Viele Banken lassen sogar die Verwaltung mehrerer Konten in der App zu. Es gibt auch unabhängige Anbieter von Multibanking-Apps. Die FR gibt einen Überblick über den Stand der Technik.

Online-Banking via App: Wie steht es mit der Sicherheit?

Sicherheit: Die wichtigste Frage beim Online-Banking mit dem Handy dreht sich um die Sicherheit. Können Nutzerinnen und Nutzer wirklich bedenkenlos vom Smartphone Überweisungen tätigen? Eine Umfrage der „Berliner Zeitung“ bei den größten Verbraucherbanken ergab, dass es keine Sicherheitslücken gibt. Auch Stiftung Warentest bestätigt das: Alle kürzlich getesteten Apps waren „umfassend gegen Fremdangriffe geschützt“, wie es im Testbericht heißt. Testsieger war unter den Banken übrigens die kleine GLS-Bank, deren App in punkto Sicherheit, Benutzerfreundlichkeit und Datenschutz die meisten Punkte sammelte.

Wie die Sicherheit gewährleistet wird, erklärt die ING Diba: „Es gibt eine Hardwarebindung, durch die die App nicht auf andere Smartphones oder Tablets kopiert werden kann und die App setzt eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ein.“ Sollte es doch einmal zu Datenklau („Phishing“) kommen, heißt es von Seiten der Commerzbank, dass sie Schäden vollständig übernimmt. Die Deutsche Bank ersetzt Verluste bis 100.000 Euro, wenn Kundinnen und Kunden nach einem Betrugsfall vorgegebene Schritte beachten. Im Zweifel sollte erfragt werden, wie die eigene Bank sich verhält.

Banking über Apps: Vorsicht bei Zugangsdaten

Verhaltenstipps: Trotzdem sollte die Vorsicht nicht über Bord geworfen werden. Zugangsdaten und Passwörter bleiben Privatsache. Nur die Kontoinhaber sollten sie kennen und am besten im Kopf haben. Wem das schwerfällt, der sollte Notizen zum Passwort so verschlüsseln, dass ein Außenstehender sie nicht versteht. Bei der Eingabe im öffentlichen Raum sollte man darauf achten, dass niemand zuschaut.

Wichtig ist auch das Netzwerk, bei dem man sich einloggt. Es sollte sicher sein. Ein offenes Netz ohne Passwortzugang stellt ein Risiko dar. Unterwegs also besser mobile Daten nutzen. Stiftung Warentest rät außerdem, das Betriebssystem auf dem Handy oder Tablet aktuell zu halten. Updates sind auch dazu da, Schadsoftware den Weg zu versperren.

Online-Banking: Wie funktioniert das mit der App?

Ins App-Banking einsteigen: Egal ob Android oder Apple-Betriebssystem: Die Banken bieten Apps für jedes Handy an. Welche App genau heruntergeladen werden muss, teilen die Banken auf ihren Webseiten mit. Hier gibt es auch häufig Links zum direkten Download.

Bevor es jedoch losgehen kann, müssen die Banken Zugangsdaten verschicken. Die meisten Geldinstitute tun dies per Post, die Frankfurter Sparkasse nutzt auch SMS. Mit der zugesandten PIN erfolgt die erste Anmeldung. Anschließend werden die Kundinnen und Kunden gehalten, unmittelbar ein eigenes Passwort zu vergeben. Die Bank hat dadurch auch keinen Zugriff mehr auf die App. Als nächstes müssen die Kontodaten eingegeben werden. Die Apps führen durch den Prozess.

Keine Extra-Kosten

Bankgeschäfte am Handy kosten dasselbe wie Transfers beim Online-Banking. Zusätzliche Kosten entstehen nicht. „Weil die meisten Transaktionen im Online-Banking entgeltfrei sind, sind sie dies auch in der App“, erklärt zum Beispiel die Postbank. Ein neuer Service vieler Banken ist die Überweisung in Echtzeit. Die Kosten hierfür variieren je nach Kontovertrag. Bei der Commerzbank kosten sie zum Beispiel 1,50 Euro für reguläre Kunden. Für Premium-Kunden sind sie frei. hen

Funktionen: Kundinnen und Kunden können ihre Kontostände abrufen, Überweisungen tätigen, Daueraufträge einrichten, Kreditkartenzahlungen kontrollieren, Karten sperren – alle klassischen Funktionen des Online-Bankings sind möglich. Es gibt aber auch neue Angebote: Rechnungen können abfotografiert und per Foto-Überweisung beglichen oder Rechnungen mit Freunden geteilt werden.

Die Übertragung von Rechnungsdaten aus einer PDF-Datei oder über einen QR-Code in einen Online-Überweisungsträger bietet ebenfalls Komfort. Allerdings sollte man bei Überweisungen immer kontrollieren, ob alle Angaben korrekt sind. Die App erleichtert außerdem die Überwachung der Kontobewegungen: Wer möchte, kann bei einigen Banken eine Push-Nachricht aufs Handy erhalten, zum Beispiel wenn Geld eingegangen ist.

TAN-Verfahren auf Papier gehören im Online-Banking der Vergangenheit an

TAN-Verfahren: Früher gab es einen TAN-Bogen auf Papier, doch das ist Vergangenheit. Neue Verfahren sind sicherer. Im vergangenen Jahr trat eine EU-Richtlinie in Kraft, die die Sicherheitsanforderungen fürs Online-Banking erhöhte. Eine sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung wird verlangt. Nach der Anmeldung mit dem Passwort muss ein weiteres, individuell generiertes Passwort zur Auslösung von Geldgeschäften eingegeben werden.

Das kleine Gerät „Chip-Tan-Generator“ ist schon länger am Markt. Neuer ist der Fingerabdruck (Betriebssysteme Android und IOS), der für jede Transaktion eingegeben wird. Bei Apple gibt es auch eine Gesichtserkennung zur Autorisierung von Transfers. Andere Banken wie die Volksbank nutzen eine zweite App, an die der Transaktionscode („VR Push-TAN“) geschickt wird.

Online-Banking via App: Nutzung von mehreren Bankkonten

Multibanking in der App: Geschäftskonto, Privatkonto, Sparkonto, Kreditkarte, Tagesgeldkonto – nicht wenige Menschen besitzen mehrere Bankkonten. Häufig sind diese bei verschiedenen Geldinstituten eingerichtet. Die Banken sind sich dessen bewusst und bieten meistens Multibanking in der eigenen App an. Es können dann auch Daten zu Konten fremder Banken hinterlegt werden.

Wenn das nicht möglich ist, können unabhängige Multibanking-Apps eine Alternative sein. Sowohl Stiftung Warentest als auch die Zeitschrift „c’t“ haben Multibanking-Apps untersucht. Die App „Finanzblick“ schnitt bei beiden Tests gut ab.

Tipp: Wer sich für das Banking in der App entscheidet, sollte prüfen, ob die eigene Bank Online-Banking in der App und am Rechner parallel erlaubt. Das ist nicht selbstverständlich. Die Commerzbank schließt es zum Beispiel „aus Sicherheitsgründen“ aus, wie ein Sprecher mitteilt.

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