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Kommentar zu Fiat

Ohne Scham

  • Tim Szent-Ivanyi
    VonTim Szent-Ivanyi
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Fiat nutzt die Steuerlücken in Europa schamlos aus. Die EU ist gefordert, diesen Steuerwettbewerb zwischen den einzelnen Mitgliedsländern einzudämmen. In einem gemeinsamen Binnenmarkt sind sie schlicht widersinnig.

Früher wurden Steuersparmodelle lieber im Stillen genutzt. Warum der Mobelriese Ikea, der Inbegriff von Schweden, seinen Sitz letztlich in den Niederlanden hat, war lange Zeit nur Experten bekannt. Vielleicht hatten die Manager bei ihrer steuerlichen Rosinenpickerei ja noch so etwas wie ein schlechtes Gewissen.

Doch diese Zeiten sind endgültig vorbei. Fiat-Chef Sergio Marchionne sagt ganz ohne Scham, worum es ihm geht: Firmensitze in den Niederlanden und Großbritannien sollen helfen, Steuern zu sparen. In Holland werden Gewinne kaum besteuert, außerdem können Großunternehmen mit der niederländischen Steuerbehörde geheime Spezialabsprachen treffen. In Großbritannien ist es besonders vorteilhaft, die Erträge ausländischer Unternehmensteile zu versteuern, wobei es dann aber wegen niedriger Sätze kaum etwas zu versteuern gibt.

Da wird über Steueroasen in der Karibik oder in Asien geredet, dabei gibt es sie doch auch vor der eigenen Haustür. Gerade die Europäer haben immer wieder mit dem Finger auf andere gezeigt, aber selbst nichts unternommen, um der Steuervermeidung Einhalt zu gebieten. Nun müssen sie erleben, dass Konzerne das gnadenlos ausnutzen. Ungestraft können sich beispielsweise die Niederlanden einen Vorteil zu Lasten ihrer Partner verschaffen. Eine gemeinsame Steuerpolitik in der EU gibt es nicht, was angesichts des gemeinsamen Binnenmarktes widersinnig ist. Den Steuerwettbewerb kann am Ende niemand gewinnen.

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