Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Ein Stück deutsche Tradition: Die Firma Braun blickt auf 90 Jahre zurück.
+
Ein Stück deutsche Tradition: Die Firma Braun blickt auf 90 Jahre zurück.

90 Jahre Braun

Ohne jeden Schnickschnack

Ein gutes Stück deutsche Wertarbeit: Die ehemalige "Werkstatt für Apparatebau" blickt auf 90 erfolgreiche Jahre zurück.

Von Peter Dietz

Der Schneewittchensarg ist nur einer von vielen Klassikern. 1956 kam der Radio-Plattenspieler von Braun auf den Markt. Das Unternehmen hatte ihm das nichtssagende Kürzel SK 4 verpasst. Im Volksmund hatte das Produkt schnell seinen Spitznamen weg. Grund: Mit der durchsichtigen Plexiglashaube als Deckel glich das Gerät aus Hessen Schneewittchens Sarg.

Vor 90 Jahren gründete Max Braun die „Werkstatt für Apparatebau“ in Frankfurt. In ihr begann er zunächst mit der Fabrikation von Radioteilen. 1928 baute der Unternehmer eine neue Fabrik, in der rund 800 Beschäftigte komplette Leistungsverstärker und Radiogeräte fertigten. Max Braun war einer der ersten Hersteller in Europa, der Radio und Plattenspieler in einem Gehäuse kombinierte. Das Logo mit dem unverwechselbaren hochgezogenen und abgerundeten „A“ in der Mitte entstand 1934.

Mehr als eine Milliarde Dollar Umsatz

Seit sechs Jahren gehört Braun zu Procter & Gamble. Für den US- Konsumgüterkonzern ist das deutsche Traditionsunternehmen eine von 23 Marken, „die jeweils mehr als eine Milliarde Dollar Umsatz im Jahr erzielen“. Genaue Zahlen nennt Procter nicht. Bei Umsatz und Ertrag der Konzernmarken Braun, Pampers oder Wella schweigen die Manager in Cincinnati und Schwalbach beharrlich.

Rund 4000 der weltweit 127.000 Procter-Beschäftigten arbeiten für Braun. Gefertigt wird in fünf Werken in Deutschland und Irland sowie in China. Juristischer Sitz der Braun GmbH ist zwar Genf, das innovative Zentrum indes sitzt im Taunusstädtchen Kronberg – 20 Kilometer entfernt von Frankfurt.

Radios und Plattenspieler stellt Braun schon lange nicht mehr her. 1989 trennte sich das Unternehmen vom Geschäftsfeld Unterhaltungselektronik. Die Menschen starrten lieber in den Fernseher als dass sie Radio oder Platten hörten. Längst hatten japanische Hersteller den Weltmarkt mit kleinen, billigen Geräten erobert. In diesem Segment sei nichts mehr zu verdienen, fürchteten die Manager der damaligen Mutter Gilette – und stiegen aus.

Alles begann mit Radioteilen

Im Sortiment geblieben sind Rasierapparate sowie Geräte für Haarpflege und Haushalt. Entwickelt werden die Geräte in Kronberg. Dort leistet sich der Konzern ein modernes Forschungszentrum. Im Taunus wird das optimale Geräusch eines Föhns, die beste Griffigkeit einer elektrischen Zahnbürste und die sanfteste Rasur eines Haarentferners gesucht. Mehr als 1300 Leute arbeiten am Standort Kronberg – 300 in der Fertigung, 1000 im technischen Bereich.

Braun steht auch für funktionales Industriedesign. Das Unternehmen verzichtete bewusst auf dekorativen Schnickschnack und prägte so einen eigenen Stil. Mitte der 50er Jahre hatte die Ulmer Hochschule für Gestaltung und Design den Radio- und Phonogeräten eine moderne Form gegeben. Die wurde 1958 zur Kunst erhoben: Das New Yorker Museum of Modern Art nahm Braun-Geräte in seine ständige Sammlung auf. Das wirkt bis heute – Designer meinen, die iPod-Entwickler von Apple hätten sich vom Braun Taschenradio inspirieren lassen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare