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Ökonomen zweifeln an Chinas Zahlen

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Wirtschaftsminister Gabriel hat am Mittwoch Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping getroffen.
Wirtschaftsminister Gabriel hat am Mittwoch Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping getroffen. © dpa

Sieben Prozent Wachstum sollte es laut Wirtschaftsplan in der Volksrepublik geben, sieben sind es geworden. Unter Konjunkturbeobachtern herrscht daher Unsicherheit, ob sie den offiziellen Zahlen vertrauen können.

Von Finn Mayer-Kuckuk

China stellt sich aufkeimenden Sorgen um die Konjunktur entgegen. Für das erste Halbjahr hat die Regierung am Mittwoch eine hohe Wachstumszahl von sieben Prozent bekannt gegeben. „Die Wirtschaft operiert innerhalb der vorgegebenen Parameter“, sagte Sheng Laiyun vom Nationalen Statistikamt in Peking. Sheng gab allerdings zu, dass die Stabilisierung seit April durch Investitionsprogramme „hart erkämpft“ worden sei.

Das chinesische Wachstum befindet sich damit auf deutlich niedrigerem Niveau als vor wenigen Jahren. Der Rückgang kommt aber nicht überraschend: Der Wert von sieben Prozent entspricht exakt den Vorgaben des laufenden Wirtschaftsplans.

Unter Konjunkturbeobachtern herrscht daher Unsicherheit, ob sie den offiziellen Zahlen vertrauen können. Statistiker Sheng betonte auf Nachfrage zwar, „die Zahlen sind richtig, es kommt für uns nicht in Frage, sie künstlich aufzublähen“. Doch Ökonomen finden die Exaktheit der Punktlandung verdächtig. „Die Zahl befindet sich im Einklang mit den Prognosen, aber es ist schwer, ihre Richtigkeit nicht zumindest zum Teil anzuzweifeln“, sagt Yu Fenghui, Ökonom bei der Agricultural Bank of China (ABC). „Sieben Prozent wirken angesichts schwacher Fundamentaldaten zu hoch.“

Tatsächlich weisen andere Indikatoren seit Jahresbeginn auf eine deutlich schwächere Entwicklung hin. Der Import ist um 15 Prozent gefallen, was auf schwachen Binnenkonsum hindeutet. Die Stromproduktion ist lediglich um 1,1 Prozent gestiegen. Nicht zuletzt ist der Absatz von Autos mit nur zwei Prozent ungewöhnlich langsam gestiegen.

Der Ausblick auf das zweite Halbjahr verspricht keine rasche Klärung der Lage. „Ich bin nicht optimistisch“, sagt ABC-Ökonom Yu. Die Wirtschaft leide unter einem halbgaren Strukturwandel. „Zahlreiche Reformen werden nicht konsequent umgesetzt.“ Ein Beispiel sei die Börse. Es sei ursprünglich vorgesehen gewesen, durch die Einführung von Marktkräften mehr Effizienz ins System zu bringen. Die Regierung habe sich sinkenden Kursen jedoch durch eine ganze Reihe von Eingriffen entgegengestellt. Dazu gehörte auch ein direkter Befehl an staatliche Anlagehäuser, zu kaufen statt zu verkaufen. Marktwirtschaft sieht anders aus.

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