Frühjahrsgutachten

Ökonomen machen Hoffnung

  • schließen

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute sagen Deutschland in diesem Jahr eine um 4,2 Prozent schrumpfende Wirtschaft voraus – das ist optimistisch.

Im besten Fall schrumpft die deutsche Wirtschaft wegen der Corona-Krise „nur“ um 4,2 Prozent. Diesen Wert prognostizieren die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrem Frühjahrsgutachten, das sie am Mittwoch vorgestellt haben. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass schon nach Ostern die Wirtschaft wieder hochgefahren wird. Dauert das Einfrieren bis Mitte Mai, steige das Minus auf 5,7 Prozent.

Die Risiken, dass alles schlimmer kommt als vorhergesagt, seien erheblich, gestehen die Wirtschaftsforscher. Aber auch so sehen sie die „Wirtschaft unter Schock“, so der Titel der aktuellen Gemeinschaftsprognose. Im zweiten Quartal würde der Rückgang der heimischen Wirtschaftsleistung demnach mit knapp einem Zehntel einen Höhepunkt erreichen. Das erwartete Minus entspreche dem Doppelten des Einbruchs während der Finanzkrise 2009. In der zweiten Jahreshälfte soll es dann langsam wieder aufwärtsgehen. Kommt es so, sei für Deutschland auch keine Insolvenzwelle zu befürchten, weil die staatlichen Schutzschirme dann hielten. Unter diesen Voraussetzungen brauche Deutschland auch kein Konjunkturprogramm, um wirtschaftlich wieder auf die Füße zu kommen. Denn schon für 2021 sagen die Prognostiker dann 5,8 Prozent Wirtschaftswachstum voraus. „Die deutsche Wirtschaft kommt aus der Krise weitgehend ungeschoren heraus“, meint Ifo-Konjunkturexperte Timo Wollmershäuser.

Erkauft würde diese relativ glimpfliche Entwicklung durch ein staatliches Rekorddefizit von 2020 nahe 160 Milliarden Euro, dem 2019 ein Überschuss von 50 Milliarden Euro gegenübersteht. Die dafür verantwortlichen Staatshilfen könne sich Deutschland leisten. „Solide Staatsfinanzen sind eine Versicherung gegen Krisen“, betonte Oliver Holtemöller vom IWH in Halle.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare