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Warnstreik im öffentlichen Dienst: Allein in Bremen gingen nach Verdi-Angaben mehr als 7000 Menschen auf die Straße.

Offenbar Durchbruch erzielt

Öffentlicher Dienst: Verhandlungsführer einigen sich in Tarifpoker 

In den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Diensts der Länder haben sich die Verhandlungsführer beider Seiten geeinigt.

22.47 Uhr: Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes der Länder sollen um 8 Prozent höhere Gehälter bekommen, mindestens 240 Euro. Die Laufzeit der Tarifeinigung soll 33 Monate betragen, wie Gewerkschaften und Arbeitgeber am Samstagabend in Potsdam mitteilten.

Update vom 2. März:  Demnach ist eine stufenweise Anhebung der Einkommen von rund einer Millionen Beschäftigten geplant, wie die Deutsche Presse-Agentur am Samstagabend in Potsdam aus Verhandlungskreisen erfuhr. Am Abend berieten die Gewerkschaftsgremien darüber. Nach einer Sitzung der Bundestarifkommission der Gewerkschaft Verdi wollten die Beteiligten die Öffentlichkeit informieren. Über Stunden hatten sich Arbeitgeber und Gewerkschaften ein zähes Ringen geliefert. Die Vertreter der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), von Verdi und des Beamtenbunds dbb verhandelten über die Bezahlung für ganz unterschiedliche Tätigkeiten der Länderbeschäftigten.

Zudem stand die Gewerkschaftsforderung nach einer generellen Lohnerhöhung für alle Beschäftigten im Raum. Hier hatten die Gewerkschaften sechs Prozent mehr verlangt, mindestens aber zusätzlich 200 Euro im Monat.

Wieder Tausende auf der Straße - Warnstreiks im öffentlichen Dienst gehen weiter - die News von letzter Woche

Berlin. Einen Tag vor dem Beginn der dritten Tarifrunde für den öffentlichen Dienst der Länder haben die Gewerkschaften am Mittwoch noch einmal tausende Mitglieder zu Warnstreiks mobilisiert. In Berlin beteiligten sich Verdi zufolge mehr als 16.000 Tarifbeschäftigte vor allem aus dem Sozial- und Erziehungsbereich an den Protesten. In Bremen kamen mehr als 7000 Menschen zu einer Kundgebung zusammen.

Die Streikaktionen der vergangenen Wochen sollten den Arbeitgebern eine "deutliche Warnung" sein, erklärte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Oliver Malchow, in Berlin. Nach zwei Verhandlungsrunden ohne Angebot der Bundesländer müsse "endlich eine verhandlungsfähige Offerte auf den Tisch" kommen.

Streik-Ziel von Verdi: Mindestens sechs Prozent mehr Lohn

Die von Verdi angeführten Gewerkschaften des öffentlichen Diensts fordern sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 200 Euro mehr im Monat für die knapp 800.000 direkt betroffenen Angestellten der Länder. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), der alle Bundesländer außer Hessen angehören, legte bislang kein Angebot vor.

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Ab Donnerstag wollen beide Seiten in Potsdam zu ihrer insgesamt dritten Tarifrunde zusammenkommen. Der TdL-Verhandlungsführer und Berliner Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) betonte zuletzt, er sehe bei entsprechender Kompromissbereitschaft Chancen auf eine Einigung. Sechs Prozent mehr Lohn könnten die Länder nicht zahlen.

Verdi-Chef Frank Bsirske: „Schließe nichts aus“

Auch der Bundeschef des Deutschen Beamtenbunds, Ulrich Silberbach, gab sich vor den neuerlichen Verhandlungen zuversichtlich. "Ich bin optimistisch, dass es am Wochenende zu einer Einigung kommt, auch wenn noch viele Baustellen vor uns liegen", sagte er dem Handelsblatt. Dagegen sprach Verdi-Bundeschef Frank Bsirske von einer "problematischen Ausgangslage". Er schließe "nichts" aus, sagte er der Rhein-Neckar-Zeitung mit Blick auf weitere Streiks.

Die Gewerkschaften hatten ihre Warnstreiks in den vergangenen Tagen mit Blick auf die dritte Tarifrunde massiv ausgeweitet. Am Mittwoch legten den zweiten Tag hintereinander etwa in Berlin flächendeckend Erzieher und Sozialarbeiter die Arbeit nieder, betroffen waren unter anderem städtische Kitas. Streiks gab es zuletzt aber in nahezu allen Ländern, so am Dienstag in Nordrhein-Westfalen und Bayern.

afp

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