Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Lithium für die Elektromobilität

Oberrhein statt Salzsee

  • Joachim Wille
    VonJoachim Wille
    schließen

Volkswagen will den Batterie-Rohstoff Lithium von 2026 an aus Deutschland beziehen.

Das Start-up „Vulcan Energy Resources“ elektrisiert nun auch den Autobauer Volkswagen. Der Wolfsburger Konzern hat einen Abnahmevertrag mit dem Unternehmen geschlossen, das im Oberrhein-Graben den wichtigen Batterie-Rohstoff Lithium gewinnen will – und zwar klimaneutral. Er soll künftig in den eigenen Zell-Fabriken von VW verarbeitet werden.

Das silberweiße Alkalimetall wird bisher nur im fernen Ausland und dort mit hohem Energieaufwand und großen Umweltschäden gewonnen. Der Rohstoff kommt aus Australien und China sowie dem Dreieck Argentinien/Bolivien/Chile. In Australien wird es aus Festgesteinen gewonnen, in Südamerika aus Salzseen.

Die in Deutschland geplante Förderung soll diese Nachteile nicht haben. Das Lithium wird nach den Plänen des in Australien beheimateten Start-ups aus lithium-reichem Thermalwasser gewonnen, das aus tiefen Erdschichten nach oben gepumpt wird. Die Energie dafür und für die Extraktion des Metalls soll CO2-frei aus der Geothermie kommen. Zudem sind die Lieferwege kurz. Vulcan steht mit dem Projekt nicht alleine. Zwei weitere Unternehmen planen am Oberrhein ebenfalls Anlagen.

Vulcan betreibt seine erste Pilotanlage zur Lithium-Abscheidung in Sinsheim in der Pfalz; ab 2025 soll in großem Stil produziert werden. Die Verarbeitungsstätte wird nach den Plänen im Chemiepark in Frankfurt-Höchst gebaut. Der Beginn der Lieferung an VW ist für 2026 vorgesehen. Voraussetzung ist laut Vertrag allerdings die erfolgreiche Aufnahme des kommerziellen Betriebs und die „vollständige Produktqualifizierung“, wie VW mitteilte. Ab 2025 soll die Jahresleistung bei Vulcan 40 000 Tonnen Lithium-Hydroxid betragen, ausreichend für eine Million E-Autos. Die Autobauer Renault und Stellantis haben ebenfalls bereits Verträge mit dem Start-up geschlossen.

Mit Hilfe dieser und weiterer Kooperationen will VW die Großserien-Produktion von Auto-Batterien forcieren. Der Konzern plant bis 2030 den Bau von sechs Giga-Fabriken dafür, unter anderem auch bei Salzgitter nahe Wolfsburg. Man verfolge das Ziel, die CO2-Emissionen „über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs bis zur vollständigen Klimaneutralität zu reduzieren, teilte der Konzern mit. Laut Vorstand Thomas Schmall ist das Ziel eine VW-„Einheitszelle“, die „bei Leistung, Kosten und Nachhaltigkeit von Anfang an an der Spitze“ stehe. Mit den neuen Partnern komme der Konzern diesem Ziel einen weiteren Schritt näher.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare