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19. Umstrukturierung

Obermann krempelt Telekom um

  • Frank-Thomas Wenzel
    VonFrank-Thomas Wenzel
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Das Management will Festnetz- und Mobilfunksparte verschmelzen.

Die Leute von Verdi wollen erst einmal abwarten, was genau geplant ist. Die Gewerkschafter haben genug negative Erfahrungen mit Umstrukturierungen bei der Telekom gemacht. Insgesamt 18 größere Umbauprojekte wurden in den vergangenen gut 13 Jahren aufgesetzt. Meistens ging es darum, Kosten zu drücken und Stellen zu kappen.

Bei der 19. Umstrukturierung soll es um die Verschmelzung der Festnetz- und der Mobilfunksparte in Deutschland gehen. "Wir wollen uns an den Spekulationen nicht beteiligen", sagte ein Verdi-Sprecher der Frankfurter Rundschau. Erst wenn Details bekannt seien, könne man sich äußern.

Die Details will Konzernchef René Obermann möglicherweise heute dem Aufsichtsrat präsentieren. Allerdings kursieren auch Spekulationen, dass das Konzept erst in einigen Monaten steht. Aber am Freitag dürften die Pläne auf der Bilanzpressekonferenz des Konzerns in jedem Fall angesprochen werden. Die Telekom will sich bislang offiziell zu den Umbauplänen nicht äußern.

Konzernchef Ron Sommer sorgte einst dafür, dass die Telekom in vier Unternehmen (Festnetz, Mobilfunk, Internet, IT-Dienstleistungen) zerlegt wurde. Das sollte auch die Expansion des Konzerns erleichtern. So wurden die Aktien von T-Online einst als Akquisitionswährung für Übernahmen im Ausland genutzt. Sommers Nachfolger - erst Kai-Uwe Ricke, dann Obermann - führten die Sparten schrittweise wieder zusammen.

So legte Obermann 2006 die Bereiche Service und Vertrieb von T-Mobile Deutschland in die Hand von Festnetz-Chef Timotheus Höttges. Mit der Verzahnung reagierte Obermann auf den harten Wettbewerb in Deutschland. Die gute Erfahrung sei auch der Hintergrund für das neue Vorhaben, verlautete aus dem Konzern.

Insider vermuten, dass mit der Umstrukturierung zunächst keine Stellenstreichungen in großem Stil einhergehen. Allerdings dürften Posten im Management wegfallen. Mit der Verschmelzung würde die Telekom anderen Konzernen wie France Télécom und Swisscom folgen. Auf dem deutschen Markt hob Konkurrent Vodafone im vergangenen Sommer die Trennung nach Technologien auf und richtete sich nach Privat- und Geschäftskunden aus. Nach Ansicht von Gartner-Analystin Bettina Tratz-Ryan hat auch der Ex-Monopolist kaum eine andere Chance, denn im Breitbandgeschäft differenzierten sich die Anbieter nur noch über den Preis. Mit einer Neuausrichtung könnte die Telekom Kunden durch bessere Dienstleistungen binden.

Spannend sind auch die möglichen personellen Konsequenzen: Denkbar ist, dass Höttges als "Mr. Germany" die fusionierte Sparte führt. Aber auch einen Komplettumbau des Vorstandes halten Insider für möglich, mit Höttges als Finanzchef, der Karl-Gerhard Eick beerbt, der Boss von Arcandor wird.

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